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Zahnarztsuche - Wie finde ich den richtigen Zahnarzt?

Zahnarztsuche - Wie finde ich den richtigen Zahnarzt?

Auf gesunde Zähne und dem damit verbundenen strahlenden Lächeln, wird sehr viel wert gelegt. Damit Zähne gesund bleiben, sollte man jedes Halbejahr einen Zahnarzt oder eine Zahnärztin aufsuchen. Einen guten und qualifizierten Zahnarzt oder Zahnärztin zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach.

Nach einem Umzug oder der Pensionierung des bisherigen Zahnarztes oder der bisherigen Zahnärztin, muss man sich nach einem neuen Zahnarzt umschauen. Das kann sich als ein sehr schwieriges Unterfangen herausstellen, denn es gibt viele Dinge, die zu beachten sind. Gerade zähnärztliche Behandlungen können mit enormen Kosten verbunden sein, deswegen ist man auf einen guten und fairen Zahnarzt angewiesen, dem man vertrauen kann.

1. Wo Sie den richtigen Zahnarzt oder die richtige Zahnärztin finden

Onlinerecherche

In Internetportalen werden die meisten Zahnärzte und Zahnarztpraxen bewertet. Bei der Onlinerecherche stellt sich schnell die Frage wie neutral und, vor allem wie echt und wahr die Bewertungen sind, denn gegen Bezahlung fallen die Bewertungen der Zahnärzte oft etwas besser aus. Das hat nichts mehr mit Neutralität und Authentizität zutun. Auf eine ausschließliche Onlinerecherche sollten Sie sich nicht bei der Suche nach einem geeigneten Zahnarzt verlassen.

Empfehlungen vom Bekannten- und Freundeskreis einholen

Verlässlicher ist es Freunde, Bekannte oder Kollegen zu fragen, welchen Zahnarzt oder welche Zahnärztin sie empfehlen können. Auf die Einschätzung und Empfehlungen von Vertrauten ist meistens Verlass. Da Freunde und Bekannte oft auch fachliche Laien sind, müssen über die Sympathie hinaus noch weitere Qualitäten eines guten Zahnarztes geklärt werden.

Krankenkassen und Landeszahnärztekammern

Auf den Webseiten der Bundesärztekammer, der Landeszahnärztekammern und der gesetzlichen Krankenkassen können Sie neutrale Informationen über Zahnärzte und Zahnärztinnen in Ihrer Umgebung erhalten. Oft bieten die gesetzlichen Krankenkassen eine Onlinesuche an, die Ihnen Zahnärzte und Zahnärztinnen in Ihrer Umgebung empfiehlt.

4. Welche Tätigkeitsschwerpunkte gibt es?

Welche Nachweise erbracht werden müssen, ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt, sondern variiert von Bundesland zu Bundesland. Manchen Ärztekammern reicht es, wenn der Zahnarzt oder die Zahnärztin angibt über die Kenntnisse zu verfügen, die in dem jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkt gefordert werden.

Anderen Ärztekammern genügt dies nicht und sie fordern einen Nachweis von absolvierten Fortbildungsstunden oder sie verlangen einen Nachweis, dass der Zahnarzt oder die Zahnärztin eine Mindestanzahl an Menschen im jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkt bereits behandelt hat. Außerdem sind die Bezeichnungen „Implantologe“ oder „ Parodontologe“ nicht geschützt, sodass sich jeder Zahnarzt so nennen kann.

5. Welche Titel sind aussagekräftig?

Da es keine einheitlich geprüften Bezeichnungen für die Tätigkeitsschwerpunkte gibt, vergeben Fachgesellschaften geschützte Titel. Wer die Titel der Fachgesellschaften trägt, muss Zusatzqualifikationen nachweisen, die einheitlich geprüft worden sind. Achten Sie also auf die Titel, die die Fachgesellschaften vergeben.

Die Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Trauamtologie e.V. vergibt den geschützten Titel “Spezialist für Endotontologie“. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontolige e.V. vergibt den Titel „Spezialist für Parodontologie“. Auf die spezialisierten Qualifikationen, die die Fachgesellschaften vergeben, können Sie sich guten Gewissens verlassen.

6. Welcher Fachzahnarzt ist für welches Problem zuständig?

Für jedes Problem, ob mit dem Kiefer, dem Zahnfleisch oder Fehlstellungen von Zähnen, gibt es einen qualifizierten Fachzahnarzt, der sich auf diese Probleme spezialisiert hat.

Wenn Sie etwa Probleme mit Fehlstellungen von Zähnen oder des Kiefers haben, sollten Sie einen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie aufsuchen. Müssen Sie sich einer Operation unterziehen, wie die Behandlung eines Kieferbruchs oder das Wiedereinsetzen eines Zahnes, muss ein ausgebildeter Fachzahnarzt für Oralchirurgie diese Operation durchführen.

Ein Fachzahnarzt für Parodontologie behandelt Probleme, die den Zahnhalteapparat betreffen.

Wenn ein besonders komplizierter Eingriff im Gesicht und/oder Kiefer nötig ist, muss ein Fachzahnarzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie aufgesucht werden. Dieser hat ein human- sowie zahnmedizinisches Studium abgeschlossen und ist der richtige Ansprechpartner für die schwierigsten Fälle.

6. Hygiene

Eine saubere Arbeit verlangt eine saubere Umgebung. Besonders bei einer zahnärztlichen Behandlung kommt es auf ausreichende Hygiene an. Die Zahnarztpraxis und der Behandlungsraum sollten auf Sie einen sauberen Eindruck machen.

Die Arzthelfer und Arzthelferinnen sowie Ärzte und Ärztinnen sollten immer einen Mundschutz und eine Brille während der Behandlung tragen. Außerdem sollten auch sie einen hygienisch einwandfreien Eindruck hinterlassen. Am Wichtigsten ist jedoch, dass das Besteck mit dem Sie untersucht werden sauber und unbenutzt ist. Achten Sie, wenn möglich, auch auf das Waschbecken und, dass immer ein neuer unbenutzter Becher für Sie bereitsteht.

7. Organisation der Praxis

Die bürokratische und alltägliche Organisation einer Arztpraxis sollte reibungslos ablaufen. Ein gut organisiertes Praxisteam schafft es die Wartezeiten kurz zu halten und Sie rechtzeitig zu informieren, falls Terminänderungen nötig sind.

8. Aufklärung von Kostenfallen

Da Zähne im Idealfall ein Leben lang funktionsfähig bleiben sollten, ist der regelmäßige Zahnarztbesuch obligatorisch. Je nach genetischer Veranlagung und täglicher Mundhygiene können die Kosten für die Zahnbehandlung sehr kostenintensiv sein. Die Krankenversicherung kommt lediglich für einen kleinen Teil der Kosten auf.

Ein guter Zahnarzt/ ein gute Zahnärztin lässt Sie nicht in Kostenfallen tappen, denn er oder sie klärt Sie über die anfallenden Kosten ausreichend auf. Das geschieht vor der Behandlung in Form eines schriftlichen Kostenvoranschlags in dem all Einzelleistungen berücksichtigt werden. Dieser Kostenvoranschlag sollte auch die eingeplanten Labor- und Materialkosten berücksichtigen. Außerdem sollte aus dem Kostenvoranschlag deutlich hervorgehen mit wie viel Eigenanteil Sie zu rechnen haben, damit Sie sich auf die Kosten einstellen können.

9. Umfangreiche Beratung: Nimmt sich der Arzt genügend Zeit?

Über die fachlichen Kompetenzen hinaus, sollte der Arzt oder die Ärztin genügend Zeit für Sie und Ihre Fragen haben. Wenn dies der Fall ist, ist das ein Indikator dafür, dass Sie in guten Händen sind. Gerade für Kinder oder Angstpatienten und Angstpatientinnen spielt Empathie eine große Rolle, wenn es um eine zahnärztliche Behandlung geht. Außerdem ist es wichtig, dass der Arzt oder die Ärztin über mögliche Risiken, Nebenwirkungen oder auch alternative Behandlungsmöglichkeiten aufklärt.

Sollten Sie unter einer sogenannten Oralphobie leiden, setzen Sie den behandelnden Arzt darüber in Kenntnis. Oft kann es helfen eine vertraute Person mit zu den Behandlungen zu nehmen, so können Sie ein Gefühl von Sicherheit in einer für Sie unsicheren Umgebung schaffen.

9. Die entscheidenden Kriterien in Kürze zusammengefasst

Das wichtigste Kriterium bei der Suche nach einem geeigneten Zahnarzt oder einer geeigneten Zahnärztin liegt in der fachlichen Qualifikation. Informieren Sie sich bei Fachgesellschaften nach Speziallisten und Spezialistinnen, wenn eine schwierige Behandlung ansteht. Achten Sie während des ersten Besuchs auf die Hygiene und Organisation der Praxis und des Praxisteams. Außerdem sollte sich der Arzt oder die Ärztin genügend Zeit für Sie und Ihre Beratung nehmen.

Sympathie spielt zwar nur eine untergeordnete Rolle als Kriterium, kann allerdings auch wichtig sein, denn Sie als Patient oder Patientin sind auf die Bewertung und Beurteilung des behandelnden Zahnarztes oder der behandelnden Zahnärztin angewiesen. Das heißt Sie müssen Ihm oder Ihr vertrauen können.