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Vitamin D und K2: Ein perfektes Team

Vitamin D und K2: Ein perfektes Team

Vitamin D ist für unseren Körper sehr wichtig: Es wird durch die Synthese mit Sonnenlicht in unserer Haut gebildet und spielt eine tragende Rolle bei der Produktion von vielen Hormonvorstufen und trägt massiven Anteil an unserem Calciumhaushalt. Vitamin-D-Mangel steht in Verbindung mit der degenerativen Knochenerkrankung Rachitis und wird deshalb Kindern über die Wintermonate gegeben. Vitamin-D-Mangel ist allerdings nicht nur unter Kindern verbreitet, Schätzungen nach zu Folge, leidet mindestens jeder zweite an einem zu geringen Spiegel des Sonnenvitamins. Die Folgen sind unschön: Ein Vitamin-D-Mangel äußert sich in Müdigkeit, Energieverlust und kann eine Vielzahl von gesundheitlichen Konsequenzen haben. Wir begreifen erst langsam die Tragweite, die Vitamin D auf unseren Organismus hat.

Von Natascha Neufuß

Vitamin-D-Mangel ist schon fast obligatorisch

Wie eingangs erwähnt wird Vitamin D durch Synthese mit Sonnenlicht im Körper selbst gebildet; alleine bilden kann der Organismus es nicht. Da wir hier in Europa allerdings immer weniger ausgeprägte Sommer haben und die Tendenz zum Vermeiden der Sonne immer stärker wird, sprich, wir uns immer mehr in geschlossenen Räumen aufhalten und unsere Haut mit Sunblocker versiegeln, stagniert die Körpereigene Produktion nicht selten. Vitamin D steckt auch in einigen Lebensmitteln, doch um den Bedarf zu decken, reicht dies in der Regel nicht aus. Da dies der Allgemeinheit mittlerweile bekannt ist, nehmen immer mehr Menschen Vitamin-D-Produkte zur Nahrungsergänzung ein. Dies ist sicherlich ein Fortschritt, doch ist vielen ein sehr wichtiger Faktor nicht bekannt. Vitamin D sollte immer in Verbindung mit Vitamin K2 eingenommen werden, da es ansonsten seine positive Wirkung nicht entfalten kann.

Vitamin D und Vitamin K2 unbedingt kombinieren!

Während Vitamin D mittlerweile eine gewisse Bekanntheit erreicht hat, ist Vitamin K2 den meisten kein Begriff. Fakt ist, Vitamin D kann nicht verwertet werden, wenn kein Vitamin K2 im Körper vorhanden ist. Vitamin D fungiert als Steuerelement in der Calciumsynthese und spielt eine tragende Rolle bei der Synthese wichtiger Proteine und Hormonvorstufen. Vitamin D sorgt also dafür dass der Körper vermehrt Proteine bildet. Diese Calcium-Proteine sind der Baustein für feste Knochen und starke Zähne. Wenn Vitamin K2 vorhanden ist, so übernimmt es die wichtige Aufgabe, die Proteine dort hin zu bringen wo sie benötigt werden.

Vitamin K2 aktiviert zudem wichtige Proteine wie das Matrix-GLA-Protein (MGP) und das Peptid-Hormon Osteocalzin. Das Osteocalzin ist elementar für die Neubildung von knöchernen Strukturen und trägt einen wichtigen Anteil daran, aufgenommenes Calcium im Knochen zu integrieren. Das Matrix-GLA-Protein hingegen sorgt dafür, dass das aufgenommene Calcium korrekt abtransportiert und verwertet wird. Zudem verhindert dieses Protein, das sich Calcium an die Organe bindet und diese schädigt. Ohne Vitamin K2 bleiben diese Proteine inaktiv und das aufgenommene Vitamin D bringt rein gar nichts. Im Gegenteil, kann es sogar schaden, über einen längeren Zeitraum Vitamin D ohne Vitamin K2 einzunehmen, denn ohne den Schutz des K2 und seine führenden Fähigkeiten kann das Calcium nicht eingebaut werden und verbleibt als Schlacke im Körper ohne einen positiven Nutzen. Das kann zu Verkalkungen führen die wiederum zu Schädigungen an den inneren Organen führen können und auch Arteriosklerose, Nierensteine und weitere schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben können. Wer also Vitamin D einnimmt, sollte unbedingt auch K2 einnehmen um Herz-und Knochengesundheit wirklich zu stärken. Vitamin D und Vitamin K2 bilden zusammen ein unschlagbares Team!

Vitamin-K2 wird von Darmbakterien produziert

Unser Körper bildet selbst Vitamin K2, allerdings in sehr geringen Maßen. Vitamin K1 findet sich immerhin noch in einigen Blattgemüsen sowie in tierischen Erzeugnissen, K2 jedoch, kann kaum von außen über die Nahrung zugeführt werden.

Tatsächlich bilden Darmbakterien das Vitamin und aus neueren Untersuchungen ist bekannt, dass K1 sich im Körper durchaus zu K2 umwandeln kann. Der Umfang ist jedoch unklar. Ferner fragwürdig ist auch, ob man sich auf diesen Synthese-Prozess verlassen sollte. Studien nach zu Folge, haben fast alle Europäer einen latenten Vitamin-K2-Mangel, der auf eine unzureichende Ernährung mit frischen Nahrungsmitteln sowie eine durch eine gestörte Darmflora zurückzuführen ist. Unser Darm ist empfindlicher als man denkt, das Gleichgewicht kann schnell gestört werden. Antibiotika und die wachsende Sterilität sind die Hauptgründe für den Verlust der Balance, aber auch eine unausgewogene Ernährung und ein ungünstiger Lebenswandel können den Darm aus dem Gleichgewicht bringen. Wir können also davon ausgehen, dass wir unseren Bedarf nicht über unsere Nahrung decken können, da wir hier, alle wahrscheinlich nicht gut aufgestellt sind.

Vitamin D kann Vitamin K2-Mangel verursachen

Besonders frappierend ist dieser Mangel wenn nun Vitamin D zugeführt wird. Das Vitamin D benötigt Vitamin K2 zur Synthese und zum Transport der Calcium-Proteine, ist zu wenig vorhanden, was häufig der Fall sein dürfte, so wird K2 mobil gemacht und es entsteht ein Mangel, wenn dies nicht zusätzlich eingenommen wird. Wie oben erwähnt findet keine sinnvolle Verwendung der durch das Vitamin D erzeugten Proteine statt und diese werden durch den Mangel erst recht unsinnig verbaut. Dies führt zu den oben beschrieben Symptomen und liefert auch eine Erklärung dafür, dass hohe Dosen Vitamin D im Tierversuch zum Teil zu toxischen Reaktionen und keiner Verbesserung der Knochendichte führten.

Die optimale Dosis

Eine zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 ist in Verbindung mit Vitamin D also dringend zu empfehlen. Besonders profitieren Menschen über 50 hiervon, da dieser Personenkreis besonders von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie von Osteoporose bedroht ist. Der Grund hierfür liegt wahrscheinlich in der Ernährung und der Vermeidung von Sonnenbädern. Ein Mangel an beiden Vitaminen ist in diesem Alter sehr wahrscheinlich. Belgische Wissenschaftler raten daher für diese Altersgruppe eine tägliche Dosis von 100-200mcg, für Menschen mit familiärer Vorbelastung empfiehlt sich eine höhere Dosis von über 200mcg. Für die, die Vitamin D einnehmen sollte eine Dosis von rund 100mcg am Tag ausreichend sein. Mit dieser Dosis kann man sicher sein, dass alle Vitamin-K-abhängigen Proteine aktiviert werden. Für gesunde Menschen die kein zusätzliches Vitamin D einnehmen, sollte eine Tagesdosis von etwa 50mcg ausreichend sein.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Vorsicht ist geboten, wenn Sie Gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollte dies der Fall sein, so sollten Sie eine Einnahme unbedingt mit ihrem Arzt absprechen, denn Vitamin K2 kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Arzneien verringern. Es gibt in solchen Fällen verschiedene Gerinnungshemmer die nicht von Vitamin K betroffen werden, ihr Arzt wird Ihnen sicherlich weiterhelfen können. Sollten Sie kein alternatives Medikament bekommen können, so bleibt die Möglichkeit eine kleine Dosis anzuwenden: Studien haben gezeigt, dass eine Dosis bis 40mcg täglich keinen Einfluss auf die Funktion von Gerinnungshemmern hat.

Vitamin D und K2 kombinieren

Vitamin D und K2 arbeiten wunderbar zusammen: Wer 1.000 – 5.000 IE Vitamin D am Tag zuführt, benötigt nicht mehr als 100-200mcg Vitamin K2 um eine perfekte Synthese zu gewährleisten. Die K2 Dosis bleibt gleich, egal ob Sie 2.000 oder 5.000 IE Vitamin D zu sich nehmen. Wer mehr als 5.000 IE Vitamin am Tag aufnimmt, sollte sein Blut in gewissen Abständen untersuchen lassen. Auf diese Weise wird klar, wie viel Vitamin D der Körper benötigt um einen optimalen Vitamin-D-Spiegel zu gewährleisten.

Qualität ist wichtig!

Wenn Sie sich nach einem geeigneten Vitamin K2-Präparat umschauen, so sollten Sie dabei unbedingt auf die Wertigkeit achten. Vitamin K2 kann aus verschiedenen Stoffen extrahiert werden, es ist immer sinnvoll natürliche Quellen zu wählen. Achten Sie auch darauf, worauf das Vitamin gelöst ist: In der Regel bekommt man Vitamin K2 in Tropfenform, besonders sinnvoll ist dies, wenn natürliche Trägersubstanzen wie Oliven-oder Kokosöl verwendet werden.

Robert Franz über Vitamin D3, K2 und Magnesium