ca. 1432 Worte - Lesezeit ca. 5 Minuten und 12 Sekunden

Stimmungsaufheller - Die besten 10 pflanzlichen Mittel gegen depressive Verstimmungen

Stimmungsaufheller - Die besten 10 pflanzlichen Mittel gegen depressive Verstimmungen

Schlechtes Wetter, ein mieser Tag oder schwierige Zeiten können auf die Stimmung schlagen und so für zeitweise schlechtes Wohlbefinden oder langfristige Verstimmungen sorgen. Wir fühlen uns abgeschlagen und traurig. Ebenfalls können anhaltender Stress, Sorgen und emotionale Anspannung sowie äußere Umstände sich negativ auf Ihre seelische Verfassung auswirken und zu einem Tief führen. Sind Sie auf der Suche nach innerer Balance und besserer Stimmung?

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Pflanzen für eine bessere Stimmung und innere Ausgeglichenheit sorgen. Im Zweifel sollten Sie sich immer medizinisch beraten lassen, denn die natürlichen Stimmungsaufheller ersetzen keine ärztliche Behandlung von depressiven Phasen oder Depressionen.

Welche Ursachen können schlechte Laune und ein seelisches Tief haben?

Einige Menschen kommen ohne Hilfe nicht aus einer Verstimmung heraus und suchen nach sanften Mittelchen für eine bessere Stimmung. Eine triste Gefühlslage und eine gewisse Antriebslosigkeit müssen nicht immer Hinweise für eine (psychische) Erkrankung sein, häufig sind schlechte Tage vollkommen normal und kommen hin und wieder vor. Doch auch schwierige Lebenssituationen oder gesundheitliche Umstände können zu Verstimmungen, Erschöpfung oder Lustlosigkeit führen.

Die emotionalen und seelischen Belastungen können individuell sein und sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Jeder Mensch reagiert anders auf äußere Einflüsse, während einige von uns mit alltäglichen Stresssituationen gelassen umgehen können, fällt es anderen schwerer.

Mögliche Ursachen für ein Stimmungstief

  • Überforderung
  • Lebensstil und Ernährung
  • Leistungsdruck
  • Finanziell bedingte Existenzängste
  • Krankheiten und Schicksalsschläge
  • Einsamkeit
  • Stress
  • Wintermonate

Sind Sie sich jedoch unsicher oder erleben Sie aufgrund von Schicksalsschläge oder persönlichen Umständen eine Krise, wenden Sie sich bitte an einen entsprechenden Ansprechpartner*in oder Arzt*in.

Wintermonate als Ursache für Stimmungstief

Besonders viele Menschen leiden in den Wintermonaten unter schlechter Laune und einem Stimmungstief. Das hängt unter anderem mit dem tristen Wetter und der einhergehenden Dunkelheit zusammen.

In den Wintermonaten ist es länger dunkel als im Sommer, zusätzlich sind Aktivitäten im Freien wetterabhängig und eingeschränkt. Natürliches Licht ist für uns Menschen wichtig und wirkt sich positiv auf den Gemütszustand aus. Das hängt unter anderem auch mit der Produktion von bestimmten Hormonen zusammen. Sonnenlicht regt die Serotonin-Produktion im Körper an und verkürzt den Anteil des Schlafhormons Melatonin. Im Umkehrschluss macht die dunkle Jahreszeit also eher müde und antriebslos.

Zusammenhang zwischen Stimmung und Hormonen

Die verschiedenen Gefühlslagen und Stimmungen lassen sich wissenschaftlich durch Zusammenhänge und Reaktionen im menschlichen Körper erklären. Jedes Gefühl und jede Stimmung hängt mit bestimmten chemischen Prozessen im Organismus zusammen. Die jeweiligen Hormone begünstigen einen expliziten Zustand und lösen entsprechende Gefühle aus. Wissenschaftler versuchen seit Jahren die komplexen Mechanismen im menschlichen Körper zu erforschen sowie die Wirkung verschiedener chemischer Botenstoffe, wie Hormone und Enzyme, zu verstehen.

Die chemischen Substanzen haben eine bestimmte Wirkung auf den Körper und lösen unterschiedliche Gefühle aus. So erhält der Körper bei der Ausschüttung des Botenstoffes Serotonin ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit. Im Volksmund wird auch vom „Glückshormon“ gesprochen, da der Botenstoff unter anderem die Emotionen stark positiv beeinflusst. Während sportlicher Anstrengung, etwa durch ein schweißtreibendes Workout, schüttet der Körper Endorphine aus. Diese sorgen unter anderem für das gute Gefühl nach einer ausgiebigen sportlichen Tätigkeit.

Top 10 Pflanzen für eine bessere Stimmung

Viele Faktoren können Ihre Stimmung positiv beeinflussen, insbesondere der Lebensstil kann einen großen Einfluss auf ihr Gemüt haben. Stimmungsaufheller sind unter anderem eine gesunde und ausgewogene Ernährung, Bewegung und Entspannungsübungen sowie natürliches Sonnenlicht. Die Stimmung wird dadurch auf natürliche Weise gehoben.

Manchmal braucht es aber mehr, um Anzeichen von Stress, Unruhe und schlechter Stimmung zu bewältigen. Sie möchten nicht direkt zu klassischen Arzneimitteln greifen? Dann entscheiden Sie sich doch zunächst für pflanzliche Stimmungsaufheller wie Kräuter, Pflanzen und Gewürze.

Pflanzliche Stimmungsaufheller verbessern aufgrund ihrer Inhaltsstoffe Ihren Zustand und können psychische Beschwerden, gedrückte Stimmung und Schlafstörungen lindern. Dabei können Sie auf die Pflanzen in ihrer natürlichen Form zurückgreifen oder diese als pflanzliches Arzneimittel einnehmen. Lassen Sie sich bitte vorab immer ärztlich beraten.

Pflanzliche Stimmungsaufheller: „Gute Laune Kräuter“

Baldrian

Die beruhigende Wirkung von Baldrian ist wohl nicht mehr gänzlich unbekannt. Sie können Baldrian in Form von Dragees, Tropfen und Tabletten einnehmen oder klassisch als Tee oder Saft trinken.

Durch Baldrian können Sie Stress abbauen und Schlafstörungen bekämpfen. Als Arznei wird Baldrian häufig als nervenberuhigende oder schlaffördernde Teemischung angeboten. Auch als Badezusatz kann Baldrian-Öl bereits eine beruhigende Wirkung auf Körper und Geist haben.

Johanniskraut

Johanniskraut ist wohl einer der bekanntesten pflanzlichen Stimmungsaufheller. Sie können Johanniskraut-Extrakt rezeptfrei in der Apotheke bekommen. Das Extrakt sorgt für Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe, die sogenannten Neurotransmitter, die für Ihre Gefühle und Empfindungen verantwortlich sind.

Das Kraut hilft Ihnen bei geminderter Lebensfreude, Winterdepression, (Dauer-)Stress und Abgeschlagenheit. Viele bezeichnen Johanniskraut auch als natürliches Antidepressivum, da es ähnlich wie synthetische Antidepressiva die Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin im Gehirn beeinflusst.

Lavendel

Bereits der Geruch von Lavendel kann auf einige Menschen eine beruhigende Wirkung haben. Sie erhalten Lavendel auch als Kapsel, so hilft er gegen Angst, innere Unruhe und reduziert Stress. Ein Lavendelblütentee am Abend kann Ihnen beim Einschlafen helfen und ein morgendliches Stimmungstief verhindern.

Lavendelöl ist hierzulande zur Behandlung von Unruhezuständen und bei ängstlichen Verstimmungen zugelassen.

Passionsblume

Passionsblume beziehungsweise Passionsblumenkraut wirken bei Angstzuständen und Schlafstörungen. Die Extrakte der Passionsblume kommen bei nervöser innerer Unruhe und leichten Einschlafstörungen sowie nervöse Magen-Darm-Störungen zum Einsatz. Studien bestätigen die angstlösende Wirkung der Blume, indem sie die Angst-Rezeptoren blockiert.

Bei Prüfungsangst, Lampenfieber und Beruhigung nach Schicksalsschlägen kann Passionsblume ebenfalls hilfreich sein. Passionsblume kann als Tee, Dragees oder Tropfen eingenommen werden.

Die Mittel mit Passionsblume können in der Regel auch tagsüber eingenommen werden, da diese keine muskelentspannende Wirkung haben und nicht die Alltagstauglichkeit beeinträchtigt.

Melisse

Bei Unruhe, Angst und mentaler Belastung kann Ihnen Melisse helfen. Durch diese Pflanze verschieden einhergehende Beschwerden wie Kopfschmerzen oder ein empfindlicher Magen. Das Kraut senkt die mentale Belastung und Stress, was unter anderem Symptome für Depressionen sein können.

Melisse sorgt für mehr Ausgeglichenheit und lindert Unruhezustände, erleichtert es das Einschlafen. Sie erhalten hochkonzentrierte Melisse in Form von Tabletten, Saft oder Kapseln in der Apotheke.

Safran

Das teuerste Gewürz der Welt gehört zu den pflanzlichen Antidepressiva schlechthin und kam mit den Kreuzrittern im späten Mittelalter zu uns. Es ist auch als das „Gewürz der Glückseligkeit“ bekannt. Es wird heute noch in Deutschland und Österreich angepflanzt, seinen Ursprung hat Safran wohl im Mittleren Osten. Safran ist ein sehr wertvolles Gewürz und in mühevoller Handarbeit werden nur die Stempelfäden der Blüte geerntet und verwendet.

Charakteristisch ist die leuchtende Farbe, nur wenige Stempelfäden färben Farben leuchtend gelb. Auch die medizinische Wirkkraft des Safrans ist enorm, so wirkt es schmerzlindernd, antioxidativ, entzündungshemmend und stimmungsaufhellend.

Häufig wird Safran zur Unterstützung gemeinsam mit klassischen Medikamenten im Rahmen von Depressionen eingenommen. Iranische Mediziner haben herausgefunden, dass Safranal (Hauptaromastoff des Safrans) es durchaus mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern aufnehmen kann. Dabei handelt es sich um die am häufigsten verschriebenen Antidepressiva.

Aprikosen

Aprikosen machen glücklich. Ja richtig gelesen, die Steinfrucht enthält eine Menge an Vitamin B³, welches sich positiv auf den Gemütszustand, die Konzentration und den Schlaf auswirkt. Ebenfalls ist Tryptophan in Aprikosen enthalten, das die Bildung von Serotonin unterstützt.

Rosmarin

Besonders Rosmarin-Tee ist aufgrund seiner beruhigenden und stimulierenden Wirkung sehr beliebt. Rosmarin kann etwa geistige Leistungsfähigkeit steigern und gleichzeitig beruhigen und beim Stressabbau helfen. Ebenfalls soll Rosmarin bei Konzentrationsschwäche und Depressionen helfen. Durch die enthaltenen ätherischen Öle erhalten Sie inneres Gleichgewicht und triste Gedanken nehmen ab.

Zusätzlich soll das Einreiben der Fußsohle mit Rosmarin dabei helfen, dass Sie fit und voller Energie in den Tag starten. Durch dieses kleine Ritual aktivieren Sie Ihren Kreislauf und sorgen für geistige Frische.

Kurkuma

Kurkuma, auch als gelber Ingwer bekannt, kann Ihnen bei schlechter Stimmung helfen und soll wohl auch bei Depressionen helfen. Das Gewürz ist besonders in der indischen Küche stark vertreten und wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf Ihren Körper aus. Das enthaltene Kurkumin im Kurkuma wirkt ähnlich, wie Medikamente aus der Gruppe Aspirin. Kurkuma sorgt für Glückshormone und hebt somit effektiv Ihre Stimmung.

Roter Ginseng

Eines der ältesten Naturheilmittel ist wohl der rote Ginseng, welcher die Regenerationskräfte des Körpers fördert und Ihnen effektiv beim Abbau von Stress hilft. In der fernöstlichen Medizin wird Ginseng sehr häufig verwendet, da er viele Symptome lindert und das Immunsystem stärkt.
Nach einer Erkrankung unterstützt er den Körper bei der Erholung. Außerdem hebt Ginseng die Stimmung im Alltag und hilft so gegen Stress und Erschöpfung.

Es gibt auch viele Kombi-Präparate aus den genannten Pflanzen und Kräutern, die dann gleich mehrere Wirkungen haben. Bitte beachten Sie, dass einige Pflanzen andere Medikamente beeinflussen können. Erkundigen Sie sich vor der Einnahme jeglicher (pflanzlicher) Arzneimittel bei Ihrem Arzt*in oder Apotheker*in über mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten, die Sie einnehmen. Weiterhin sollten Sie immer nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt*in Arzneimittel einnehmen.

Weisen Sie über einen längeren Zeitraum hinaus Anzeichen von Erschöpfung, Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit auf, sollten Sie sich unbedingt professionelle Hilfe suchen.

Von Anastasia Johlen