Paravasation

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Medikamente

Komplikationen im Zusammenhang mit Paravasaten sind mit jedem Medikament möglich. Da Vesicants Blasen bildende Mittel sind, kann ein Paravasat zu irreversiblen Gewebeschäden führen. Ein Paravasat ist besonders schwerwiegend während einer Chemotherapie, da Chemotherapeutika hochtoxisch sind. In den letzten Jahren ist das Bewusstsein der medizinischen Fachkräfte für dieses Problem gestiegen.

Behandlungen und Techniken

Die beste "Behandlung" von Paravasaten ist die Prävention. Abhängig von der Medikation, die das Paravasat verursacht hat, gibt es potenzielle Behandlungsmöglichkeiten und Behandlungen, die darauf abzielen, den Schaden zu minimieren, auch wenn die Wirksamkeit vieler dieser Behandlungen noch nicht gut untersucht ist. In Fällen von Gewebenekrose kann ein chirurgisches Débridement und eine Rekonstruktion erforderlich sein. Die folgenden Schritte sind typischerweise an der Behandlung von Paravasaten beteiligt:
  • Stoppen Sie die Infusion sofort. Sterile Handschuhe anziehen.
  • Infusionsleitung durch eine Einwegspritze ersetzen. Üben Sie dabei keinen Druck auf den Paravasationsbereich aus.
  • Rückenblut langsam aus dem Arm zurücksaugen, vorzugsweise mit möglichst viel der Infusionslösung.
  • Die Originalkanüle oder einen anderen IV-Zugang vorsichtig aus dem Arm entfernen (die Entfernung der Originalkanüle wird nicht von allen Gesundheitseinrichtungen empfohlen, da der Zugang zur Originalkanüle von Chirurgen zur Reinigung des extravasierten Gewebes genutzt werden kann).
  • Arm anheben und in angehobener Position ruhen. Wenn sich Blasen am Arm befinden, den Blaseninhalt mit einer neuen dünnen Nadel absaugen. Warme Kompressen sollten zunächst auf die Stelle gelegt werden, um die Diffusion des Kontrastmittels zu unterstützen, und kalte Kompressen werden später verwendet, um die Schwellung zu reduzieren.
  • Falls für das extravasierte Medikament substanzspezifische Massnahmen gelten, sind diese durchzuführen (z.B. kann eine topische Kühlung, DMSO, Hyaluronidase oder Dexrazoxan angebracht sein).
  • Kürzlich durchgeführte klinische Studien haben gezeigt, dass Totect (USA) oder Savene (Europa) (Dexrazoxan für Paravasate) das Fortschreiten von Anthrazyklin-Paravasaten in eine progressive Gewebenekrose wirksam verhindern. In zwei offenen, einarmigen, multizentrischen klinischen Phase-II-Studien wurde die Nekrose bei 98% der Patienten verhindert. Dexrazoxan für das Paravasat ist das einzige registrierte Gegenmittel gegen das Paravasat von Anthracyclinen (Daunorubicin, Doxorubicin, Epirubicin, Idarubicin usw.).

Schmerzbehandlung und andere Maßnahmen

  • Schmerzbehandlung und lokale unterstützende Pflege sind wichtig, da sie dazu beitragen können, das zusätzliche Risiko einer Infektion und Superinfektion zu minimieren.

Prävention von Paravasaten in Krankenhäusern

  • Nur qualifizierte, Chemotherapie-zertifizierte Krankenschwestern, die in Venenpunktion und Verabreichung von Medikamenten mit vesikantem und irritierendem Potenzial ausgebildet sind, sollten Vesikantien verabreichen dürfen.
  • Wählen Sie für die Venenpunktion und die Platzierung der Kanüle eine große, intakte Vene mit gutem Blutfluss. Wählen Sie nicht versehentlich "verdrängbare" Venen (z.B. Handrücken oder in der Nähe von Gelenken), wenn eine alternative Vene zur Verfügung steht.
  • Die Finger, Hände und Handgelenke sollten wegen des engen Netzes von Sehnen und Nerven, die bei einem Paravasat zerstört würden, als intravenöse Stellen für die Verabreichung von Vesikanten vermieden werden.
  • Die kleinste Messlehre und den Katheter mit der kürzesten Länge platzieren, um die Infusion aufzunehmen.
  • Die Venenpunktionsstelle sorgfältig auf Anzeichen einer Infiltration überwachen und die Patienten anweisen, über Schmerzen, Beschwerden oder Enge an der Stelle zu berichten.
  • Die IV-Infusion sollte frei fliessend sein. Der Arm mit der Infusion sollte nicht anfangen anzuschwellen (Ödem), "rot werden" (Erythem), "heiß werden" (lokale Temperaturerhöhung), und der Patient sollte keine Reizung oder Schmerzen am Arm feststellen. Sollte dies der Fall sein, sollte ein Paravasationsmanagement eingeleitet werden.
  • Die Infusion sollte aus einer geeigneten Trägerlösung bestehen, in der sich ein entsprechend verdünntes Medikament bzw. Chemotherapeutikum befindet.
  • Nach Beendigung der IV-Infusion ist die Kanüle mit der entsprechenden Flüssigkeit zu spülen.
  • Schließlich kann je nach klinischen Umständen der Zugang über einen zentralen Zugang am besten für Patienten geeignet sein, die wiederholte Verabreichungen von Vesikantien und Irritantien benötigen.

Beispiele für vesikante Medikamente

Liste der blasenbildenden und reizenden Medikamente:

Zytotoxische Medikamente

Nicht zytotoxische Medikamente

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