Myelopathie

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Präsentation

Klinische Anzeichen und Symptome hängen davon ab, welche Ebene des Rückenmarks (zervikal, thorakal oder lumbal) betroffen ist und in welchem Ausmaß (anterior, posterior oder lateral) die Pathologie vorliegt:
  • Zeichen der oberen Motoneuronen - Schwäche, Spastik, Ungeschicklichkeit, veränderter Tonus, Hyperreflexie und pathologische Reflexe, einschließlich Hoffmanns Zeichen und invertierter Plantarreflex (positives Babinski-Zeichen);
  • niedrigere motorische Neuronen-Zeichen - Schwäche, Ungeschicklichkeit in der Muskelgruppe auf der Ebene der Rückenmark-Kompromisse, Muskelatrophie, Hyporeflexie, Muskelhypotonie oder -schlaffheit, Faszikulationen;
  • sensorische Defizite;
  • Darm-/Blasensymptome und sexuelle Dysfunktion.

Diagnose

Die Myelopathie wird in erster Linie durch klinische Untersuchungsergebnisse diagnostiziert. Da der Begriff Myelopathie ein klinisches Syndrom beschreibt, das durch viele Pathologien verursacht werden kann, ist die Differentialdiagnose der Myelopathie umfangreich. In einigen Fällen ist der Beginn der Myelopathie schnell, in anderen, wie z.B. CSM, kann der Verlauf schleichend sein und die Symptome entwickeln sich langsam über einen Zeitraum von Monaten. Infolgedessen verzögert sich die Diagnose von CSM häufig. Da die Krankheit als fortschreitend angesehen wird, kann sich dies negativ auf das Ergebnis auswirken. Ist die klinische Diagnose Myelopathie einmal gestellt, muss die zugrunde liegende Ursache untersucht werden. Meistens handelt es sich dabei um den Einsatz von bildgebenden Verfahren. Die beste Methode zur Darstellung des Rückenmarks ist die Magnetresonanztomographie (MRT). Neben T1- und T2-MRT-Bildern, die häufig für die Routinediagnostik verwendet werden, wird in jüngster Zeit der Einsatz quantitativer MRT-Signale untersucht. Weitere bildgebende Verfahren zur Beurteilung der Myelopathie sind einfache Röntgenaufnahmen zum Nachweis von arthritischen Veränderungen der Knochen und die Computertomographie, die häufig zur präoperativen Planung chirurgischer Eingriffe bei zervikaler spondylotischer Myelopathie eingesetzt wird. Die Angiographie dient der Untersuchung von Blutgefäßen bei Verdacht auf vaskuläre Myelopathie. Das Vorhandensein und die Schwere der Myelopathie können auch mit Hilfe der Transkraniellen Magnetstimulation (TMS) beurteilt werden, einer neurophysiologischen Methode, die die Messung der Zeit ermöglicht, die ein neuronaler Impuls benötigt, um die Pyramidenbahnen zu durchqueren, beginnend von der Großhirnrinde bis zu den vorderen Hornzellen des zervikalen, thorakalen oder lumbalen Rückenmarks. Diese Messung wird als Central Conduction Time (CCT) bezeichnet. TMS kann Ärzten dabei helfen:
  • feststellen, ob Myelopathie existiert
  • die Ebene des Rückenmarks, auf der sich die Myelopathie befindet. Dies ist besonders nützlich, wenn mehr als zwei Läsionen für die klinischen Symptome und Anzeichen verantwortlich sein können, z.B. bei Patienten mit zwei oder mehr Bandscheibenvorfällen.
  • den Verlauf der Myelopathie rechtzeitig zu verfolgen, z.B. vor und nach der Halswirbelsäulenchirurgie
TMS kann auch bei der Differentialdiagnose verschiedener Ursachen von Pyramidenschäden helfen.

Prognose und Behandlung

Die Behandlung und Prognose der Myelopathie hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab: Die durch eine Infektion hervorgerufene Myelopathie erfordert eine medizinische Behandlung mit pathogenspezifischen Antibiotika. Ebenso gibt es spezifische Behandlungen für Multiple Sklerose, die auch bei Myelopathie auftreten können. Wie oben beschrieben, ist die häufigste Form der Myelopathie sekundär zur Degeneration der Halswirbelsäule. Neuere Erkenntnisse haben die bestehende Kontroverse um die Operation der zervikalen spondylotischen Myelopathie in Frage gestellt, indem sie gezeigt haben, dass Patienten von einer Operation profitieren.

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