Darstellung (Anzeichen und Symptome) der pulmonalen Toxizität
Die Nebenwirkungen auf die Lunge können sehr vielfältig sein und Anzeichen und Symptome umfassen, die entweder klinisch oder radiologisch (d.h. auf dem Thorax-Röntgenbild oder CT sichtbar) oder beides sind. Sie können
Lungenentzündung (Pneumonitis), sekundäre (in diesem Zusammenhang indirekt verursachte) Lungenentzündung (Pneumonie),
Lungenfibrose, organisierende Lungenentzündung (
Bronchiolitis obliterans organizing pneumonia, BOOP), ARDS (akutes Atemnotsyndrom), einsame Lungenmasse (in einigen Fällen sogar einschließlich Lungenkrebs, vor allem bei asbestbedingten Lungenkrankheiten, aber heutzutage ist dies sehr selten, da Asbest in den meisten Ländern inzwischen gesetzlich vollständig verboten ist) oder Lungenknoten umfassen. Die Diagnose sollte, wenn möglich, von einem Spezialisten gestellt werden.
Korrekte Diagnose der pulmonalen Toxizität
Lungensymptome bei einem Patienten, der ein Medikament einnimmt, das eine
Lungentoxizität verursachen kann, sollten nicht automatisch zu der Diagnose "Lungentoxizität durch das Medikament" führen, da einige Patienten eine andere (d.h. gleichzeitige) Lungenerkrankung haben können, z.B. eine Infektion der Lunge
, die nicht in Zusammenhang mit den Medikamenten steht, die der Patient einnimmt. Wenn der Patient jedoch ein solches Medikament einnimmt, sollte dies nicht übersehen werden. Diagnostische Betreuung sollte durchgeführt werden. Die richtige Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose und kann einige Tests erfordern.
Lungentoxizität durch Medikamente
Innerhalb aller Klassen von Arzneimitteln, die als Nebenwirkung möglicherweise zu Lungentoxizität führen können, ist der größte Teil der Lungentoxizität auf die Chemotherapie bei Krebs zurückzuführen.
Viele Medikamente können zu Lungentoxizität führen. Einige wenige Arzneimittel können häufig (in der Medizin von internationalen Zulassungsbehörden wie der U.S. Food and Drug Administration und der EMEA [Europäische Union] als > 1% und < 10% definiert) oder sehr häufig (definiert als > 10%) zu Lungentoxizität führen. Zu diesen Arzneimitteln können Gold und Nitrofurantoin sowie die folgenden Medikamente gehören, die bei der Chemotherapie von Krebs eingesetzt werden: Methotrexat, die Taxane (Paclitaxel und Docetaxel), Gemcitabin, Bleomycin, Mitomycin C, Busulfan, Cyclophosphamid, Chlorambucil und Nitrosoharnstoff (z.B. Carmustin).
Auch einige Medikamente, die in der kardiovaskulären Medizin eingesetzt werden, können häufig oder sehr häufig zu Lungentoxizität führen. Dazu gehören vor allem Amiodaron, aber auch Betablocker, ACE-Hemmer (die Lungentoxizität von ACE-Hemmern hält jedoch meist nur 3-4 Monate an und verschwindet dann meist von selbst), Procainamid, Chinidin, Tocainid und Minoxidil.
Sowohl Onkologen als auch Kardiologen sind sich der möglichen pulmonalen Toxizität wohl bewusst.
Behandlung der pulmonalen Toxizität durch Medikamente
Die Behandlung der Lungentoxizität durch Arzneimittel ist die Einstellung (= Absetzen der Einnahme) des betreffenden Arzneimittels. Eine Dosisreduktion (anstelle eines Absetzens) kann nur in ausgewählten Fällen und nur unter Anleitung eines sachkundigen Arztes versucht werden. Ein Absetzen (oder, wenn möglich, eine Dosisreduktion unter Anleitung eines sachkundigen Arztes) sollte in allen Fällen erfolgen. Dieser Ansatz wurde für viele einzelne Arzneimittel veröffentlicht, ist aber grundsätzlich für alle Fälle von medikamentenbedingter Lungentoxizität gültig.
Als Beispiel, um zu veranschaulichen, was getan werden kann, sei die Anwendung des Arzneimittels Amiodaron genannt: a) Die Verschreibung der niedrigstmöglichen Dosis von Amiodaron führt zu einer geringeren Inzidenz von Lungentoxizität. b) Regelmäßige Überwachung, um eine mögliche Lungentoxizität frühzeitig zu diagnostizieren. c) Absetzen, sobald eine Lungentoxizität festgestellt wird.
Eine Publikation fasst die wichtigsten Punkte zur Amiodaron-induzierten Lungentoxizität (AIPT) wie folgt zusammen: "Die schwerwiegendste unerwünschte Reaktion von Amiodaron ist die Lungentoxizität (AIPT). AIPT kann sich als chronisch interstitielle Pneumonitis, organisierende Lungenentzündung, akutes Atemnotsyndrom, Lungenmasse oder Knötchen manifestieren. In der radiologischen Bildgebung sind die durch Amiodaron induzierten Lungeninfiltrate in der Regel stark abgeschwächt. Bei der Biopsie bestätigt das Vorhandensein von schaumigen Makrophagen die Exposition gegenüber Amiodaron, beweist aber nicht unbedingt, dass Amiodaron die verantwortliche Ursache ist. Die meisten Patienten mit AIPT sprechen gut auf den Entzug von Amiodaron und auf die zusätzliche Behandlung mit Kortikosteroiden an, die in der Regel zwei bis sechs Monate lang verabreicht wird".
Abwägen der Vor- und Nachteile von Arzneimitteln
Das "medizinische Nutzen-Kosten-Verhältnis" für den Patienten sollte im Auge behalten werden. Arzneimittel sollten nicht von vornherein völlig ausgeschlossen werden, nur weil sie möglicherweise eine Lungentoxizität verursachen könnten. Eine Reihe von Arzneimitteln, die Lungentoxizität verursachen könnten, können für bestimmte Patienten mit bestimmten Krankheiten lebensrettend sein. Amiodaron zum Beispiel fällt in diese Kategorie. Im Idealfall sollten die Vor- und Nachteile zu Beginn der Therapie und danach in regelmäßigen Abständen auf der Grundlage der verfügbaren wissenschaftlichen/medizinischen Erkenntnisse von einem sachkundigen Arzt zusammen mit einem informierten Patienten abgewogen werden.
Lungentoxizität durch Bestrahlung (Strahlentherapie)
Die Bestrahlung (Strahlentherapie) wird häufig zur Behandlung vieler Krebsarten eingesetzt und kann hochwirksam sein. Leider kann sie als Nebenwirkung auch zu Lungentoxizität führen.
Strahlentherapeuten sind sich der möglichen Lungentoxizität wohl bewusst und treffen eine Reihe von Vorsichtsmassnahmen, um die Inzidenz dieser Nebenwirkung zu minimieren. Es gibt Forschungsbemühungen, um diese Nebenwirkung in Zukunft möglicherweise zu eliminieren.
Semantische Schwierigkeiten für Nicht-Healthcare-Profis bei der Suche nach Informationen
Leider können Angehörige der Gesundheitsberufe, die nicht im Gesundheitswesen tätig sind, viele verschiedene Wörter für Lungentoxizität verwenden und sich dennoch vollständig verstehen. Für Laien kann dies jedoch zu einigen Schwierigkeiten bei der Suche nach Informationen über Lungentoxizität (oder über jede andere Nebenwirkung) führen. Hier sind einige Wörter, die in ihrer Bedeutung für medizinisches Fachpersonal recht ähnlich sind. Nebenwirkung = unerwünschtes Ereignis (AE) = unerwünschte Arzneimittelwirkung (ADR) = Nebenwirkung = Toxizität. Lunge = Lunge. Lungentoxizität = Lungenschädigung = Lungenverletzung = Lungenschädigung = Lungentoxizität. Und anstelle von Lungentoxizität (ein allgemeiner Begriff) kann auch die spezifische Bezeichnung der jeweiligen Nebenwirkung verwendet werden, z.B. Pneumonitis oder Strahlenpneumonitis. Natürlich ist auch jede Kombination möglich.
Lungentoxizität durch chemische Verbindungen
Lungentoxizität ist aufgrund vieler chemischer Verbindungen möglich. Das bekannteste (berüchtigte) Beispiel ist jedoch die Lungentoxizität aufgrund von Asbest. Asbest kann zu einem hochgefährlichen (d.h. hochmalignen) Lungenkrebs führen, der als malignes Pleuramesotheliom, manchmal auch einfach
Mesotheliom genannt, bezeichnet wird. Infolgedessen ist die Verwendung von Asbest in den meisten Ländern inzwischen gesetzlich vollständig verboten.
Feinstaub (Autos, Industrie, etc.), der zur Lungentoxizität führt
Atmosphärische Feinstaubpartikel sind Teil der Luftverschmutzung. Feinstaub wird hauptsächlich durch den Autoverkehr, den Überlandverkehr (Lastwagen), industrielle Produktionsanlagen und das Rauchen von Zigaretten erzeugt. In den letzten Jahren wurden immer mehr Daten gesammelt. Die Daten zeigten, dass Feinstaub eine Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein kann und auch Lungentoxizität verursachen kann. Infolgedessen wurden in der Europäischen Union Gesetze, Verordnungen und Richtlinien erlassen, die die Menge an Feinstaub regeln, die in einem bestimmten Zeitraum emittiert werden darf.
Zukünftige pulmonale Toxizität von Nanopartikeln?
Eine Reihe von Wissenschaftlern hat vorgeschlagen oder experimentelle Beweise in Tier- oder Zelllinienmodellen erbracht, dass neue "Nanomaterialien" und "Nanopartikel" das Potenzial haben könnten, in naher Zukunft zu ernsthafter Lungentoxizität zu führen.