Hämatemesis

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Hämatemesis

Hämatemesis
Klassifikation und externe Ressourcen
Fachgebiet Gastroenterologie
ICD-10 K92.0
ICD-9-CM 578.0
KrankheitenDB 30745
MedlinePlus 003118
eMedizin med/3565
MeSH C23.550.414.788.400
Hämatemesis oder Hämatemesis ist das Erbrechen von Blut.:308 Die Quelle ist im Allgemeinen der obere Gastrointestinaltrakt, typischerweise oberhalb des Suspensivmuskels des Zwölffingerdarms.:308 Patienten können es leicht mit Hämoptyse (Bluthusten) verwechseln, obwohl letzteres häufiger vorkommt. Hämatemesis "ist immer ein wichtiges Zeichen".:309

Ursachen

Ursachen können sein:
  • Mallory-Weiss-Syndrom: blutende Risse in der Ösophagusschleimhaut, meist verursacht durch anhaltendes und heftiges Würgen.
  • Irritation oder Erosion der Auskleidung der Speiseröhre oder des Magens
  • Erbrechen von verschlucktem Blut nach Blutungen in der Mundhöhle, Nase oder im Rachen
  • Vaskuläre Fehlfunktionen des Gastrointestinaltraktes, wie blutende Magen- oder Darmvarizen
  • Tumoren des Magens oder der Speiseröhre.
  • Strahlenvergiftung
  • Virales hämorrhagisches Fieber
  • Gastroenteritis
  • Gastritis
  • Ulcus cruris pepticum
  • Chronische Virushepatitis
  • Intestinale Schistosomiasis (verursacht durch den Parasiten Schistosoma mansoni)
  • Geschichte des Rauchens
  • Iatrogene Verletzung (invasives Verfahren wie Endoskopie oder transösophageale Echokardiographie)
  • Zollinger-Ellison-Syndrom (schweres Magengeschwür)
  • Atrio-ösophageale Fistel
  • Gelbfieber

Behandlung

Hämatemesis wird als medizinischer Notfall behandelt. Die wichtigste Unterscheidung ist, ob ein Blutverlust vorliegt, der ausreicht, um einen Schock zu verursachen.

Minimaler Blutverlust

Ist dies nicht der Fall, wird dem Patienten in der Regel ein Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol) verabreicht, er erhält Bluttransfusionen (wenn der Hämoglobinspiegel extrem niedrig ist, d.h. weniger als 8,0 g/dL bzw. 4,5-5,0 mmol/L) und behält NPO, was für "nil per os" (lateinisch für "nichts durch den Mund", oder kein Essen und Trinken) steht, bis eine Endoskopie veranlasst werden kann. Ein adäquater venöser Zugang (großkalibrige Kanülen oder ein zentralvenöser Katheter) wird in der Regel dann gelegt, wenn der Patient eine weitere Blutung erleidet und instabil wird.

Signifikanter Blutverlust

In einem "hämodynamisch signifikanten" Fall von Hämatemesis, d.h. hypovolämischem Schock, hat die Reanimation unmittelbare Priorität, um einen Herzstillstand zu verhindern. Es werden Flüssigkeiten und/oder Blut verabreicht, vorzugsweise durch eine großkalibrige intravenöse Kanüle, und der Patient wird auf die Notfallendoskopie vorbereitet, die in der Regel im Operationssaal durchgeführt wird. Eine chirurgische Meinung wird in der Regel eingeholt, wenn die Quelle der Blutung endoskopisch nicht identifiziert werden kann und eine Laparotomie erforderlich ist. Die Sicherung der Atemwege hat höchste Priorität bei Hämatemesis-Patienten, insbesondere bei Patienten mit einer gestörten Bewusstseinslage (hepatische Enzephalopathie bei Ösophagusvarizen-Patienten.) Ein Endotrachealtubus mit Manschette könnte eine lebensrettende Wahl sein.

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