Ein Enterolith ist eine mineralische Konkretion oder ein Konkrement, das überall im Magen-Darm-System gebildet wird. Enterolithen sind ungewöhnliche und meist zufällige Funde, aber wenn sie einmal gefunden sind, erfordern sie zumindest ein wachsames Abwarten. Wenn es Anzeichen für Komplikationen gibt, müssen sie entfernt werden.
Um einen Nidus kann sich ein Enterolith bilden, ein kleiner Fremdkörper wie ein Samen, ein Kiesel oder ein Stück Schnur, der als Reizstoff dient. In dieser Hinsicht bildet sich ein Enterolith durch einen Prozess, der der Entstehung einer Perle ähnelt.
Ein Enterolith ist nicht zu verwechseln mit einem Gastrolith, der die Verdauung fördert.
Bei Pferden
Enterolithen von Pferden werden gefunden, wenn man auf der Weide spazieren geht oder Mistkomposthaufen umdreht, um kleine Enterolithen zu finden, bei der Nekroskopie und in zunehmendem Maße auch bei Operationen wegen Koliken. Daher ist die Inzidenz asymptomatischer Enterolithen unbekannt.
Enterolithen bei Pferden sind typischerweise glatt kugelförmig oder tetraedrisch, bestehen hauptsächlich aus dem Mineral Struvit (Ammoniummagnesiumphosphat) und haben konzentrische Mineralringe, die um einen Nidus ausgefällt sind.
Über Enterolithen bei Pferden wurde im 19. Jahrhundert, selten im frühen 20. Jahrhundert und jetzt zunehmend berichtet. Auch von Zebras wurde über sie berichtet: fünf in einem Zoo in Kalifornien und einer in einem Zoo in Wisconsin. Struvit-Enterolithen werden mit erhöhtem pH-Wert und Mineralkonzentrationen im Lumen in Verbindung gebracht. In Kalifornien werden Struvit-Enterolithen auch mit einem hohen Anteil an Luzerne im Futter und weniger Zugang zu Grasweiden in Verbindung gebracht. Diese Assoziation wurde dem Anbau von Luzerne auf Serpentinböden zugeschrieben, was zu hohen Magnesiumkonzentrationen in der Luzerne führte.
Beim Menschen
Beim Menschen sind Enterolithen selten und möglicherweise schwer von Gallensteinen zu unterscheiden. Ihre chemische Zusammensetzung ist vielfältig, und nur selten kann ein Nidus gefunden werden. Die Differentialdiagnose eines Enterolithen erfordert den Enterolithen, eine normale Gallenblase und ein Divertikel.
Ein Enterolith bildet sich typischerweise innerhalb eines Divertikels. Ein Enterolith, der sich in einem Meckel-Divertikel bildet, wird manchmal auch als Meckel-Enterolith bezeichnet. Es wurde berichtet, dass die unsachgemäße Verwendung von Magnesiumoxid als Langzeit-Abführmittel Enterolithen und/oder Medikamenten-Bezoars verursachen kann.
Die meisten Enterolithen sind nicht sichtbar und verursachen keine Komplikationen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass auftretende Komplikationen schwerwiegend sind. Von diesen ist der Darmverschluss">Darmverschluss am häufigsten, gefolgt von Ileus und Perforation. Darmverschluss und Ileus treten typischerweise auf, wenn ein großer Enterolith aus einem Divertikel in das Lumen ausgestoßen wird. Perforationen treten typischerweise innerhalb des Divertikels auf.
Die meisten menschlichen Enterolithen sind auf normalen Röntgenbildern röntgenstrahlendurchlässig. Manchmal können sie auf CT-Scans ohne Kontrast dargestellt werden; das Vorhandensein von Kontrast im Lumen kann den Enterolithen als einen Hohlraum offenbaren. Meistens werden sie mit Ultraschall sichtbar gemacht.
Obwohl neuere Untersuchungen zur Zusammensetzung des Enterolithen fehlen, werden in einer frühen Übersicht Struvit (wie bei Pferden), Kalziumphosphat und Kalziumkarbonat sowie Choleinsäure erwähnt. Desoxycholsäure und Cholsäure wurden ebenfalls berichtet.
Behandlung
In einfachen Fällen von Obstruktionen, bei denen es keine Komplikationen gibt, wird eine Vielzahl nicht-chirurgischer und chirurgischer Techniken zur Entfernung des Enterolithen eingesetzt. Dazu gehören das Zerkleinern des Enterolithen und dessen Melken zurück in den Magen oder vorwärts in den Dickdarm, die chirurgische Entfernung über ein unbeteiligtes Segment des Gastrointestinaltraktes und die Resektion des betroffenen Segmentes.