Degenerative Bandscheibenerkrankung

(degenerativen Diskopathie)

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Definition degenerativen Diskopathie

Bei der degnerativen Bandscheibenerkrankung handelt es sich um einen Prozess fortschreitenden Beschädigung der Bandscheiben (Discus intervertebralis). Es handelt sich um eine beschleunigte oder vorzeitige Alterung der Bandscheibe. Jede Bandscheibe kann von dieser Krankheit betroffen sein, sind mehrere Bandscheiben betroffen bezeichnen Mediziner dieses als abgesetzter Diskopathie.

Ursache dieser Bandscheibenerkrankung

Der Begriff degenerative Bandscheibenerkrankung ist eine leichte Fehlbenennung, da es sich weder um eine technische noch um eine rein degenerative Erkrankung handelt. Sie gilt nicht als Krankheit, da degenerative Veränderungen in der Wirbelsäule natürlich und in der Allgemeinbevölkerung verbreitet sind. Eine Diskopathie kommt vor, wenn die Zellen der Bandscheibe altern, austrocknen und nicht mehr genug erholen und regenerieren.

Zwischen jedem der Wirbel in der Wirbelsäule befindet sich eine Bandscheibe. Eine gesunde, gut hydrierte Bandscheibe enthält in ihrem Zentrum viel Wasser, den so genannten Nucleus pulposus, der die Wirbelsäule dämpft und flexibel macht. Ein Großteil der mechanischen Belastungen, die durch alltägliche Bewegungen verursacht werden, wird auf die Bandscheiben in der Wirbelsäule übertragen, und der Wassergehalt in ihnen ermöglicht es ihnen, den Schock effektiv zu absorbieren. Ein typischer menschlicher Nucleus pulposus enthält bei der Geburt etwa 80% Wasser. Jedoch können natürliche tägliche Belastungen und kleinere Verletzungen dazu führen, dass diese Bandscheiben allmählich Wasser verlieren, wenn der Anulus fibrosus oder die starre äußere Schale einer Bandscheibe schwächer wird. Dieser Wasserverlust macht die Bandscheiben weniger flexibel und führt zum allmählichen Zusammenbruch und zur Verengung der Lücke in der Wirbelsäule. Da der Abstand zwischen den Wirbeln kleiner wird, kann ein zusätzlicher Druck auf die Bandscheiben ausgeübt werden, wodurch kleine Risse oder Risse im Anulus entstehen. Wenn genügend Druck ausgeübt wird, kann das Material des Nucleus pulposus durch die Risse im Anulus heraussickern und einen so genannten Bandscheibenvorfall verursachen.

Da die beiden Wirbel oberhalb und unterhalb der betroffenen Bandscheibe aufeinander zu kollabieren beginnen, werden die Facettengelenke an der Rückseite der Wirbelsäule verschoben, was ihre Funktion beeinträchtigen kann. Zusätzlich kann der Körper auf die schließende Lücke zwischen den Wirbeln reagieren, indem er um den Bandscheibenraum herum Knochensporne erzeugt, um übermäßige Bewegungen zu stoppen. Dies kann zu Problemen führen, wenn die Knochensporen in den Wirbelkanal hineinwachsen und Druck auf das Rückenmark und die umliegenden Nervenwurzeln ausüben, da sie Schmerzen verursachen und die Nervenfunktion beeinträchtigen können. Dieser Zustand wird als Spinalstenose bezeichnet. Für Frauen gibt es gute Hinweise darauf, dass die Wechseljahre und der damit verbundene Östrogenverlust mit einer lumbalen Bandscheibendegeneration verbunden sind, die normalerweise in den ersten 15 Jahren des Klimakteriums auftritt. Die mögliche Rolle von Sexualhormonen in der Ätiologie degenerativer Skeletterkrankungen wird für beide Geschlechter diskutiert. Degenerative Bandscheibenerkrankungen können neben dem Menschen auch bei anderen Säugetieren auftreten. Es ist ein häufiges Problem in mehreren Hundevarianten und Versuche, diese Krankheit aus der Hundepopulation zu entfernen, haben zu mehreren Kreuzungen geführt, wie z.B. dem Chiweenie.

Anzeichen und Symptome

Degenerative Bandscheibenerkrankungen können zu Schmerzen im unteren Rücken oder im oberen Nacken führen, aber das ist nicht immer der Fall. Tatsächlich korreliert das Ausmaß der Degeneration nicht gut mit der Anzahl der Schmerzpatienten. Viele Menschen haben keine Schmerzen, während andere, mit genau der gleichen Menge an Schäden, starke, chronische Schmerzen haben. Ob ein Patient Schmerzen hat oder nicht, hängt stark von der Lage der betroffenen Bandscheibe und dem Druck ab, der auf die Wirbelsäule und die umliegenden Nervenwurzeln ausgeübt wird. Dennoch ist die degenerative Bandscheibenerkrankung eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen und betrifft jährlich etwa 30 Millionen Menschen.

Bei symptomatisch degenerativen Bandscheibenerkrankungen können die Schmerzen je nach Lage der betroffenen Bandscheibe variieren. Eine degenerierte Bandscheibe im unteren Rückenbereich kann zu Schmerzen im unteren Rückenbereich führen, die manchmal bis in die Hüften ausstrahlen, sowie zu Schmerzen im Gesäß, in den Oberschenkeln oder in den Beinen. Wird durch den freigelegten Nucleus pulposus Druck auf die Nerven ausgeübt, kann es auch zu sporadischem Kribbeln oder Schwäche durch die Knie und Beine kommen. Eine degenerierte Bandscheibe im oberen Nacken führt häufig zu Schmerzen an Hals, Arm, Schultern und Händen; ein Kribbeln in den Fingern kann auch bei einem Nervenaufprall auftreten. Schmerzen werden am häufigsten durch Bewegungen wie Sitzen, Bücken, Heben und Drehen empfunden oder verschlimmert. Nach einer Verletzung werden einige Bandscheiben durch Entzündungen schmerzhaft und die Schmerzen kommen und gehen. Manche Menschen haben Nervenenden, die tiefer in den Anulus fibrosus (äußere Schicht der Bandscheibe) eindringen als andere, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Bandscheiben Schmerzen verursachen. Alternativ kann die Heilung einer Verletzung/ Wunde am äußeren Anulus fibrosus zur Innervation des Narbengewebes und zu Schmerzimpulsen von der Bandscheibe führen, da sich diese Nerven durch Nucleus pulposus-Material entzünden. Degenerative Bandscheibenerkrankungen können zu einer chronischen Schwächung führen und die Lebensqualität eines Menschen ernsthaft beeinträchtigen. Wenn Schmerzen durch degenerative Bandscheibenerkrankungen schwerwiegend sind, kann eine herkömmliche, nichtoperative Behandlung unwirksam sein.

Ablauf der degenerativen Diskopathie

Degenerative Bandscheiben zeigen typischerweise degenerativen Faserknorpel und Cluster von Chondrozyten, die auf eine Reparatur hindeuten. Entzündungen können vorhanden sein oder auch nicht. Fibroknorpel ersetzt das gallertartige Mucoidmaterial des Nucleus pulposus (gallertiger Anteil der Bandscheibe), wenn sich die Bandscheibe mit zunehmendem Alter verändert. Im Anulus fibrosus kann es zu Spaltungen kommen, die einen Bruch von Elementen des Nucleus pulposus ermöglichen. Es kann auch zu einer Schrumpfung des Nucleus pulposus kommen, die einen Prolaps oder eine Faltung des Anulus fibrosus mit sekundärer Osteophytenbildung an den Rändern des benachbarten Wirbelkörpers bewirkt. Die pathologischen Befunde bei DDD umfassen Protrusion, Spondylolyse und/oder Subluxation von Wirbeln (Spondylolisthesis) und Spinalkanalstenose. Es wurde angenommen, dass Propionibacterium acnes eine Rolle spielen kann.

Diagnose der alternden Bandscheiben

Die Diagnose einer degenerativen Bandscheibenerkrankung besteht in der Regel aus einer Analyse der individuellen Krankengeschichte eines Patienten, einer körperlichen Untersuchung, die Muskelschwäche, Zärtlichkeit oder Bewegungsarmut aufdecken soll, und einem MRT-Scan, der die Diagnose bestätigt und andere Ursachen ausschließt.

Behandlung der degenerativen Bandscheibenerkrankung

Häufig können degenerative Bandscheibenerkrankungen ohne Operation erfolgreich behandelt werden. Eine oder eine Kombination von Behandlungen wie Physiotherapie, entzündungshemmende Medikamente wie nichtsteroidale Entzündungshemmer, Traktion oder epidurale Steroidinjektion bieten oft eine ausreichende Linderung der Beschwerden.

Eine Operation kann empfohlen werden, wenn die konservativen Behandlungsmöglichkeiten nicht innerhalb von zwei bis drei Monaten Abhilfe schaffen. Wenn Bein- oder Rückenschmerzen die normale Aktivität einschränken, wenn es Schwäche oder Taubheit in den Beinen gibt, wenn es schwierig ist zu gehen oder zu stehen, oder wenn Medikamente oder Physiotherapie unwirksam sind, kann eine Operation notwendig sein, meistens eine Wirbelsäulenfusion. Für die Behandlung von degenerativen Bandscheibenerkrankungen gibt es viele chirurgische Möglichkeiten, einschließlich anteriorer und posteriorer Ansätze. Zu den häufigsten chirurgischen Behandlungen gehören:

  • Vordere zervikale Diskektomie und Fusion: Ein Eingriff, der durch einen kleinen Schnitt an der Vorderseite des Halses zur Halswirbelsäule (Hals) führt. Die Bandscheibe wird entfernt und durch einen kleinen Stopfen aus Knochen oder anderem Transplantatersatz ersetzt, und mit der Zeit verschmelzen die Wirbel.
  • Zervikale Korpektomie: Ein Verfahren, das einen Teil des Wirbels und benachbarte Bandscheiben entfernt, um eine Dekompression des Halswirbels und der Spinalnerven zu ermöglichen. Zur Stabilisierung der Wirbelsäule wird ein Knochentransplantat und in einigen Fällen eine Metallplatte und Schrauben verwendet.
  • Dynamische Stabilisierung: Nach einer Diskektomie wird ein Stabilisierungsimplantat mit einer"dynamischen" Komponente implantiert. Dies kann mit Hilfe von Pedikelschrauben (z.B. Dynesys oder einem flexiblen Stab) oder einem interspinösen Spacer mit Bändern (z.B. Wallisband) geschehen. Diese Geräte entlasten die Bandscheibe, indem sie den Druck durch den hinteren Teil der Wirbelsäule umleiten. Wie bei einer Fusion ermöglichen diese Implantate die Aufrechterhaltung der Mobilität des Segments durch Beugung und Streckung.
  • Facetektomie: Ein Verfahren, das einen Teil der Facette entfernt, um den Raum zu vergrößern.
  • Foraminotomie: Ein Verfahren, das das Wirbelforamen vergrößert, um den Nervenweg zu vergrößern. Diese Operation kann allein oder mit einer Laminotomie durchgeführt werden.
  • Bandscheibenanuloplastik (IDET): Verfahren, bei dem die Bandscheibe 15 Minuten lang auf 90 °C erhitzt wird, um die Bandscheibe zu versiegeln und eventuell durch die Degeneration gereizte Nerven abzutöten.
  • Bandscheibenarthroplastik: auch Artificial Disc Replacement (ADR) oder Total Disc Replacement (TDR) genannt, ist eine Art der Arthroplastik. Es ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem degenerierte Bandscheiben in der Wirbelsäule durch künstliche Bandscheiben in der Lenden- (untere) oder Halswirbelsäule (obere) ersetzt werden.
  • Laminoplastik: Ein Eingriff, der die Halswirbelsäule vom Nacken aus erreicht. Der Wirbelkanal wird dann rekonstruiert, um mehr Platz für das Rückenmark zu schaffen.
  • Laminotomie: Ein Verfahren, bei dem nur ein kleiner Teil der Lamina entfernt wird, um die Nervenwurzeln zu entlasten.
  • Mikrodiskektomie: Ein minimal-invasiver chirurgischer Eingriff, bei dem ein Teil eines hernierten Nucleus pulposus mit einem chirurgischen Instrument oder Laser unter Verwendung eines Operationsmikroskops oder einer Lupe zur Vergrößerung entfernt wird.
  • Perkutane Bandscheibendekompression: Ein Verfahren, bei dem ein kleiner Teil der vorgewölbten Bandscheibe durch eine in die Bandscheibe eingesetzte Nadel minimalinvasiv reduziert oder entfernt wird.
  • Wirbelsäulen-Dekompression: Ein nicht-invasiver Eingriff, der das Foramen intervertebral (IVF) vorübergehend (einige Stunden) vergrößert, indem er die Rehydratation der Bandscheiben unterstützt.
  • Spinale Laminektomie: Ein Verfahren zur Behandlung von Spinalkanalstenosen durch Druckentlastung des Rückenmarks. Ein Teil der Lamina wird entfernt oder getrimmt, um den Wirbelkanal zu erweitern und mehr Platz für die Spinalnerven zu schaffen.

Traditionelle Ansätze bei der Behandlung von Patienten mit degenerativ bedingten Bandscheibenvorfällen sind oft die Bandscheibenoperationen, bei denen es sich im Wesentlichen um eine Wirbelsäulenoperation handelt, bei der geschädigte Bandscheiben entfernt werden (entweder ganz oder teilweise). Die erste dieser beiden Diskektomietechniken, die an der offenen Diskektomie beteiligt sind, wird als Subtotal Diskektomie (SD; oder, aggressive Diskektomie) und die zweite als Limited Diskektomie (LD; oder, konservative Diskektomie) bezeichnet. Bei beiden Techniken besteht jedoch die Wahrscheinlichkeit einer postoperativen Reherniation mit einem beträchtlich hohen Maximum von 21%, was die Patienten dazu veranlasst, sich möglicherweise einer wiederkehrenden Bandscheibenoperation zu unterziehen. Es entstehen neue Therapien, die sich noch in der Anfangsphase der klinischen Prüfung befinden. Glucosamin-Injektionen können bei einigen Patienten eine Schmerzlinderung bieten, ohne den Einsatz aggressiverer Behandlungsmöglichkeiten auszuschließen.

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