Chorioamnionitis

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Anatomie

Die Fruchtblase besteht aus zwei Teilen:
  • Die äußere Membran ist das Chorion. Sie ist der Mutter am nächsten und unterstützt das viel dünnere Amnion körperlich.
  • Die innere Membran ist das Amnion. Es steht in direktem Kontakt mit dem Fruchtwasser, das den Fötus umgibt.

Diagnose

Klinisch

Chorioamnionitis wird klinisch in der Einstellung des mütterlichen Fiebers (≥ 100.4 °F) und mindestens zwei der folgenden diagnostiziert:
  • Mütterliche Leukozytose (> 15.000 Zellen/mm³)
  • Mütterliche Tachykardie (> 100 bpm)
  • Fetale Tachykardie (> 160 bpm)
  • Uteruszärtlichkeit
  • Schlechter Geruch von Fruchtwasser
Ausschlüsse:
  • Mütterliche Infektion der oberen Atemwege.
  • Mütterliche Harnwegsinfektion.

Pathologisches

Die Chorioamnionitis kann durch eine histologische Untersuchung der fetalen Membranen diagnostiziert werden. Die Infiltration der Chorionplatte durch Neutrophile ist eine Diagnostik der (leichten) Chorioamnionitis. Schwerere Chorioamnionitis betrifft subamniotisches Gewebe und kann eine fetale Membrannekrose und/oder Abszessbildung haben. Schwere Chorioamnionitis kann mit einer Vaskulitis der Nabelschnurblutgefäße (aufgrund der Entzündungszellen des Fötus) und, wenn sehr schwer, mit einer Funisitis (Entzündung des Nabelschnurbindegewebes) einhergehen.

Behandlung

Antibiotische Behandlung besteht aus:
  • Standard: Ampicillin 2g IV alle 6 Stunden + Gentamicin 1.5 mg/kg alle 8 Stunden
  • Alternative: Ampicillin-Sulbactam 3g IV alle 5 Stunden, Ticarcillin-Clavulanat 3,1g IV alle 4 Stunden, Cefoxitin 2g IV alle 6 Stunden
  • Kaiserschnitt Lieferung: Ampicillin 2g IV alle 6 Stunden + Gentamicin 1.5 mg/kg alle 8 Stunden + Clindamycin 900 mg alle 8 Stunden oder Metronidazol 500 mg IV alle 6 Stunden
  • Penicillin-Allergie: Vancomycin 1g IV alle 12 Stunden + Gentamicin 1.5 mg/kg alle 8 Stunden
Es gibt jedoch keine ausreichenden Beweise, um die wirksamste antimikrobielle Behandlung zu unterstützen, da der Beginn der Behandlung während der intrapartalen Periode effektiver ist als der Beginn der postpartalen Behandlung; dies verkürzt den Krankenhausaufenthalt für die Mutter und das Neugeborene. Der Abschluss der Behandlung/Kur wird jedoch erst nach der Lieferung berücksichtigt.

Verbände

Chorioamnionitis ist ein Risikofaktor für periventrikuläre Leukomalazie und Cerebralparese.

Anmerkungen

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