Ursachen
Die Differentialdiagnosen des akuten Abdomens beinhalten:
- Akute Blinddarmentzündung
- Akutes Magengeschwür und seine Komplikationen
- Akute Cholezystitis
- Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Akute Darmischämie (siehe Abschnitt unten)
- Akute Divertikulitis
- Ektopische Schwangerschaft mit Eileiterriss
- Verdrehung der Eierstöcke
- Akute Bauchfellentzündung (einschließlich hohler Viscusperforation)
- Akute Harnleiterkolik
- Darmvolvulus
- Darmverschluss">Darmverschluss
- Akute Pyelonephritis
- Adrenalinkrise
- Gallenkolik
- Abdominales Aortenaneurysma
- Familiäres Mittelmeerfieber
- Hämoperitoneum
- Gebrochene Milz
- Nierenstein
- Sichelzellenanämie
Peritonitis
Akuter Unterleib wird gelegentlich gleichbedeutend mit Bauchfellentzündung verwendet. Das ist zwar nicht ganz falsch, aber
Peritonitis ist der spezifischere Begriff, der sich auf eine
Entzündung des Bauchfells bezieht. Sie manifestiert sich bei der körperlichen Untersuchung als Rückprall-Empfindlichkeit oder als Schmerz bei
Druckabnahme mehr als bei
Druckausübung auf den Bauch. Eine Bauchfellentzündung kann die Folge mehrerer der oben genannten Krankheiten sein, insbesondere einer Blinddarmentzündung und einer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Während Rückprall-Empfindlichkeit gewöhnlich mit Bauchfellentzündung in Verbindung gebracht wird, ist der spezifischste Befund die Steifheit.
Ischämisches akutes Abdomen
Gefäßstörungen betreffen eher den Dünndarm als den Dickdarm. Die arterielle Versorgung des Darms erfolgt über die obere und untere Mesenterialarterie (SMA bzw. IMA), die beide direkte Äste der Aorta sind.
Die obere Mesenterialarterie versorgt den Darm:
- Dünndarm
- Aufsteigende und proximale zwei Drittel des Querkolons
Die untere Mesenterialarterie versorgt:
- Distal ein Drittel des Querkolons
- Absteigender Dickdarm
- Sigmoid Dickdarm
Bemerkenswert ist, dass die Milzbiegung oder die Verbindung zwischen dem Colon transversum und dem Colon descendens von den distalsten Abschnitten sowohl der Arteria mesenterica inferior als auch der Arteria mesenterica superior versorgt wird und daher medizinisch als Wasserscheide bezeichnet wird, oder als ein Gebiet, das besonders anfällig für
Ischämie in Zeiten systemischer Hypoperfusion ist, wie zum Beispiel im Schockzustand.
Ein akutes Abdomen der ischämischen Sorte ist in der Regel die Folge:
- Eine Thromboembolie von der linken Seite des Herzens, wie sie bei Vorhofflimmern entstehen kann und das SMA verschließt.
- Eine nicht okklusive Ischämie, wie sie bei Hypotonie als Folge einer Herzinsuffizienz auftritt, kann ebenfalls dazu beitragen, führt aber normalerweise zu einem Schleimhaut- oder Wandinfarkt, im Gegensatz zu dem typischen transmuralen Infarkt, der bei Thromboembolien des SMA auftritt.
- Primäre Mesenterialvenenthrombosen können auch ein ischämisches akutes Abdomen verursachen, das normalerweise durch hyperkoagulierbare Zustände wie Polycythemia vera hervorgerufen wird.
Klinisch kommen Patienten mit diffusen Bauchschmerzen, Darmverstopfung und blutigem
Durchfall. Bei der körperlichen Untersuchung sind keine Darmgeräusche vorhanden. Labortests zeigen eine neutrophile Leukozytose, manchmal mit einer Linksverschiebung, und erhöhte Serum-Amylase. Die Röntgenaufnahme des Unterleibs wird viele Luftflüssigkeitsspiegel sowie weit verbreitete Ödeme zeigen.
Ein akutes ischämisches Abdomen ist ein chirurgischer Notfall. Die Behandlung besteht in der Regel in der Entfernung der Region des Darms, die einen Infarkt erlitten hat, und der anschließenden Anastomose des verbleibenden gesunden Gewebes.
Aufarbeitung
Stabile Patienten, die sich mit starken Bauchschmerzen in der Notaufnahme (A&E) oder in der Notaufnahme (ER) vorstellen, werden fast immer eine Bauchröntgenaufnahme und/oder ein CT machen lassen. Diese Tests können eine Differenzialdiagnose zwischen einfachen und komplexen Pathologien liefern. Bei instabilen Patienten werden jedoch zuerst eine Flüssigkeitsreanimation und ein FAST-Ultraschall durchgeführt, und wenn letzterer positiv für freie Flüssigkeit ist, direkt in die Chirurgie. Sie können dem Arzt auch den Beweis liefern, ob ein chirurgischer Eingriff notwendig ist.
Die Patienten erhalten höchstwahrscheinlich auch ein vollständiges Blutbild (bzw. ein Vollblutbild in Großbritannien), um nach charakteristischen Befunden wie Neutrophilie bei Blinddarmentzündung zu suchen.
Traditionell wird von der Einnahme von Opiaten oder anderen Schmerzmitteln bei Patienten mit einem akuten Abdomen vor der klinischen Untersuchung abgeraten, da diese die Untersuchung verändern würden. In der wissenschaftlichen Literatur sind jedoch keine negativen Ergebnisse dieser Veränderungen zu finden.