Helles Gemüse: So gesund ist der regelmäßige Genuss

Helles Gemüse: So gesund ist der regelmäßige Genuss

Blaue Weintrauben sollen gesünder sein als helle, und bei Gemüse soll man auf kräftige dunkle Farben achten: Wer sich für gesunde Ernährung interessiert, liest diese Aussagen sehr oft. Dabei ist helles Gemüse viel besser als sein Ruf! Die Vitamine und Mineralstoffe sollen sogar helfen, gefährliche Erkrankungen wie einen Schlaganfall zu vermeiden. Was also hat es mit hellem Obst oder Gemüse auf sich?

Helles Gemüse kann Schlaganfallrisiko reduzieren

Folgt man einer rund fünf Jahre alten niederländischen Studie, kann helles Gemüse vor Schlaganfällen schützen. Über 20.000 Teilnehmer wurden von den Forschern an der Universität Wageningen untersucht. Über zehn Jahre lang wurde geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen dem Genuss von hellem Obst und Gemüse und der Zahl von Schlaganfällen besteht. Die Farbe des Gemüses zeigt, in welcher Menge beispielsweise Carotinoide oder Flavonoide enthalten sind. Daraus lässt sich eine direkte Auswirkung auf die Gesundheit ableiten.

Bei Gemüse mit grüner, gelber oder roter Farbe zeigte sich keine positive Auswirkung auf die Zahl der Schlaganfälle. Anders verhielt es sich bei Gemüse mit weißem Fleisch im Fruchtanteil. Diese Probanden bekamen seltener einen Schlaganfall. Deshalb gingen die Studienleiter davon aus, dass rotes, grünes oder gelbes Gemüse zwar gesund ist, dass aber helles Gemüse noch etwas mehr zur optimalen Ernährung beiträgt. Natürlich muss die Ernährung insgesamt ausgewogen sein, doch die Ergebnisse der Untersuchung waren durchaus interessant genug, um zukünftig weiter analysiert zu werden. Welches Gemüse ist nun aber so hell, dass es besonders förderlich für die Gesundheit ist?

Kartoffel sind besonders vielfältig

Auf dem ersten Platz unter den gesunden und gefragten Gemüsen mit hellem Fruchtfleisch steht die Kartoffel. Jeder Deutsche verzehrt pro Jahr rund 57 Kilogramm Kartoffeln in unterschiedlichster Form. Im internationalen Vergleich gibt es etwa 5.000 verschiedene Kartoffelsorten. Allein aus Deutschland stammen etwa 180 Sorten. Solche Zahlen machen deutlich, wie beliebt die Erdfrucht in Deutschland ist. Sie ist vielfältig zuzubereiten, denn Kartoffeln gibt es zum Beispiel als Salzkartoffeln, Bratkartoffeln oder Pfannkuchen. Auch der Kartoffelauflauf ist beliebt. Nicht jedes Rezept ist zwingend kalorienarm, doch das helle Gemüse ist ohne fettige oder schwere Soße schon ein Genuss für sich und noch dazu nahrhaft bei wenig Kalorien. Natürlich kann man Kartoffeln auch als Salat genießen, doch bei jedem Rezept wird klar, dass die Art der Zubereitung den Kaloriengehalt maßgeblich beeinflusst.

Möhren sind gut für Darm, Haut und Zähne

Gleich hinter der Kartoffel kommt ein weiteres helles Gemüse. Möhren sind das ganze Jahr über verfügbar, es gibt sie auf der ganzen Welt, und sie werden allein in Deutschland von jedem Bundesbürger mit acht Kilogramm pro Jahr häufig gegessen. Die leuchtende Farbe entsteht durch den hohen Gehalt an Carotin. Außerdem sind die Vitamine des B-Komplexes in hohem Maße enthalten. Bei Erwachsenen wirkt sich der regelmäßige Verzehr positiv auf den Darm, auf die Haut und auf die Zähne aus. Auch für die Augen und für die Knochen ist das Vitamin A des leuchtenden Gemüses wichtig. Möhren sind durch ihren hohen Gehalt an Wasser sehr kalorienarm. Vor allem bei Kindern ist das Gemüse mit der bunten Farbe beliebt. Man kann es gekocht oder roh verzehren, es eignet sich gut für die Verarbeitung als Beilage, als Salat oder als Saft. Wer eine besonders schonende Zubereitung wünscht, kocht das Gemüse und serviert es dann.

Gurke - sorgt für genug Flüssigkeit im Köper

Während man den Genuss von Kartoffeln oder Möhren auch den Kleinen bei geeigneter Wahl der Zubereitung schmackhaft machen kann, wird es bei Gurken oder Blumenkohl schon schwieriger. Trotzdem sind die beiden hellen Gemüse äußerst gesund und vor allem für ältere Menschen sehr zu empfehlen. Gurken beispielsweise stehen auf der Liste der Gemüse mit hellem Fleisch ebenfalls recht weit oben. Jeder Deutsche verzehrt im Jahr über sieben Kilogramm.

Gurken haben einen Wassergehalt von 95 Prozent. Deshalb versorgen sie den menschlichen Körper mit besonders viel Flüssigkeit. Vor allem für ältere Menschen ist das wichtig, sie können durch den regelmäßigen Genuss des hellgrünen Gemüses einen Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Durch die vielen Vitamine und Mineralien sind Gurken als Schlankmacher gesund und beliebt. Sie enthalten die Vitamine A, B und C. Auch Vitamin K und der Mineralstoff Bor sind in Gurken enthalten. Die Mineralien Kalium und Magnesium sind gesund bei trockener Haut, und sie helfen dabei, einen Sonnenbrand zu reduzieren. Bei Blasen- und Nierenkrankheiten wirkt sich der Verzehr von Gurkenkörnern positiv aus.

Blumenkohl - für ein starkes Immunsystem

Ab dem beginnenden Frühling bis in den Winter steht auch Blumenkohl mit seinem hellen Fleisch auf dem Tisch. Der helle Kohl ist gekocht oder roh zu genießen. Er gilt als gut verdaulich und enthält viel Vitamin C sowie verschiedene Mineralstoffe. Das ist wichtig für ein starkes Immunsystem. Außerdem wird dadurch der UV-Schutz der Haut verbessert. Blumenkohl kann gekocht serviert werden, will man etwas Abwechslung auf den Tisch bringen, ist er mit Käse zu überbacken, zu panieren oder zu frittieren. So lässt sich das helle Gemüse immer wieder auf eine andere Art zubereiten und genießen.

Lauch - unterstützt die Nierenfunktion

Bei vielen Menschen vielleicht nicht so gekannt ist ein anderes helles Gemüse: Lauch ist das ganze Jahr über im Angebot und noch dazu recht günstig. Lauch ist reich an Vitaminen und enthält vor allem Vitamin C und K, aber auch Mineralstoffe. Kalium, Magnesium, Eisen und Mangan sind in Lauch zu finden, deshalb wird das Gemüse gerne auch als Heilpflanze eingesetzt. Lauch soll sich positiv auf die Tätigkeit der Nieren auswirken, und er soll dabei helfen, Nierensteine zu vermeiden Auch gegen Erkrankungen der Bronchialwege ist Lauch ein gutes Mittel.

Kohl - Wenn Gemüse zum Heilmittel wird

Ein häufig unterschätztes helles Gemüse ist Kohl. Zwar war Kohl schon vor Jahrhunderten so etwas wie ein Heilmittel, denn er enthält viele Vitamine, Calcium und Mineralstoffe. Beeindruckend ist die Liste der Krankheiten, die sich damit vorbeugen lassen. So soll der regelmäßige Genuss von hellem Kohl bei der Vorbeugung vor Krebs helfen. Lungen- und Darmkrankheiten lassen sich ebenfalls vermindern. Der Cholesterinspiegel wird nachhaltig gesenkt, Entzündungen lassen sich verringern, und sogar gegen Unterleibsschmerzen haben Frauen in früheren Jahrhunderten auf Kohl gesetzt. Schon die alten Römer haben vor rund 2000 Jahren gewusst, was in dem hellen Gemüse steckte. Kohl soll bei einem Kater nach dem übermäßigen Genuss von Alkohol helfen, es soll gegen Gicht und Geschwüre wirken, und es soll die Haut und das Blut reinigen. Möglich ist das wohl durch die vielen Vitamine in hellem Kohl.

Weißkohl und Rosenkohl enthalten sehr viel Vitamin C. Auch die Vitamine A, B, K und E sind in Kohl enthalten. Hinzu kommen die Mineralien Magnesium, Eisen und Calcium. Gerade für Vegetarier ist Kohl als Eisenlieferant unbedingt zu empfehlen. Heller Kohl ist gesund für den Darm, und aufgrund der enthaltenen Glukosinolate soll Kohl sogar vorbeugend bei Krebs helfen. Auch Magenprobleme lassen sich dadurch besser in den Griff bekommen. Damit Kohl besser verträglich wird, kann man ihn mit etwas Kümmel genießen. Er ist dann leichter zu verdauen, die Vitamine werden vom Körper besser aufgenommen.

Fazit: Helles Gemüse sollte in der Küche nicht fehlen

Obwohl auf den ersten Blick gar nicht so eindeutig zu erkennen ist, welches Gemüse zu den hellen Sorten gehört, lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen. Kartoffeln, Lauch, Gurken und Kohl sind vielseitig zuzubereiten und schmecken dadurch immer wieder anders. Vor allem sind sie sehr gesund und können bei regelmäßigem Verzehr sogar helfen, Beschwerden zu lindern. Sogar für kleine Kinder sind viele helle Gemüsesorten gut verträglich und selten deshalb öfter auf dem Speiseplan stehen.

Die 10 Gesündesten Gemüsesorten der Welt!