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Heizungsluft im Winter: So vermeiden Sie trockene Schleimhäute

Heizungsluft im Winter: So vermeiden Sie trockene Schleimhäute

In den Wintermonaten ist es draußen kalt und in den Wohnungen kuschelig warm. Je niedriger die Außentemperaturen, desto höher werden die Thermostate der Heizungen gedreht. Die Heizungsluft trocknet die umliegende Luft aus. Oft resultieren daraus gereizte Schleimhäute, die sich durch eine trockene Nase, einen kratzigen Hals oder tränende Augen bemerkbar machen. Die Heizungen runter drehen ist keine Option, wenn es draußen eisig kalt ist. Erfahren Sie hier, was Sie tun können, um das Raumklima zu verbessern, ohne frieren zu müssen.

Von Charlotte Lünstroth

Warum sollten Sie der trockenen Heizungsluft entgegen wirken?

Trockene Heizungsluft greift die Schleimhäute an

Die Flimmerhärchen der Atemwege werden durch Heizungsluft ausgetrocknet. Dadurch bewegen sie sich weniger und ihre Reinigungsleistung wird eingeschränkt. Die lästigen Krankheitserreger, die in der Luft herumschwirren können aufgrund der eingebüßten Reinigungsleistung der Schleimhäute nicht erfolgreich bekämpft werden. Trockene Atemwegsschleimhäute sind also anfälliger für Viren und Keime. Folgen sind eine trockene Nase, ein kratziger Hals und tränende Augen oder eine Erkältung.

Was hilft wirklich gegen trockene Heizungsluft im Winter?

Hygrometer schaffen Gewissheit über die Luftfeuchtigkeit

Die optimale Luftfeuchtigkeit eines Raumes liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Wenn die Luftfeuchtigkeit unter 40 Prozent liegt, können Symptome, wie eine trockene oder blutige Nase, ein kratziger Hals und tränende Augen, auftreten. Grippeviren können in trockenen Räumen leichter und länger überleben als in Räumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Es gibt einige Tipps, die Ihnen helfen das Raumklima in der kalten Jahreszeit zu optimieren, sodass unangenehme Folgen nicht auftreten. Wie hoch die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen ist, kann mithilfe eines Hygrometers gemessen werden. Hygrometer sind im Bau- und Elektromarkt erhältlich.

Hilft häufiges Lüften gegen trockene Heizungsluft?

Regelmäßiges Lüften ist gut, um das Kohlenmonoxid und andere Schadstoffe, wie Krankheitserreger abzutransportieren. Jedoch ist die richtige Methode beim Lüften ausschlaggebend. Wenn das Fenster stundenlang auf „kipp“ gestellt ist, erfüllt dies nicht den Zweck, denn es führt lediglich dazu, dass der Raum auskühlt und wertvolle Energie verloren geht. Um den gewünschten Effekt, den Luftaustausch, zu erreichen, ist es nötig, das Fenster für einige Minuten ganz zu öffnen (Stoßlüften).

Gegen die trockene Luft in den Innenräumen hilft Lüften aber leider nicht immer, denn an sehr kalten und trockenen Wintertagen kann die Luftfeuchtigkeit im Raum dadurch weiter sinken. Der Grund dafür ist, dass kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann als warme Luft.

Zimmerpflanzen als Luftbefeuchter?

Pflanzen in der Wohnung sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch gut für das Raumklima. Durch die Fotosynthese der Pflanzen wird Kohlendioxid unter anderem in Sauerstoff umgewandelt. Außerdem befeuchten Pflanzen die Luft in ihrer Umgebung. Mehr als 90 Prozent des Gießwassers wird an die Luft abgeleitet. Das führt dazu, dass die Luftfeuchtigkeit durch Pflanzen, um circa fünf Prozent gesteigert werden kann. Das hängt zum einen von der Anzahl der Pflanzen und zum anderen vom Gießintervall ab.

Besonders geeignet für die Verbesserung des Raumklimas sind großblättrige Pflanzenarten, wie beispielsweise Schwertfarne (Nephrolepis), Birkenfeigen (Ficus Benjamina) oder die echte Aloe (Aloe Vera).

Wasserschale auf die Heizung stellen oder feuchtes Handtuch drüber hängen

Auch wenn Sie keinen grünen Daumen haben, können Sie die Luftfeuchtigkeit Ihres Zuhauses verbessern. Simple Hausmittel helfen, der trockenen Heizungsluft entgegenzuwirken. Wenn die Luft im Raum durch die Heizung trocken ist, kann eine Schale mit Wasser auf der Heizung für eine Besserung des Raumklimas sorgen. Für eine kurze, aber effektive Besserung der Luftfeuchtigkeit kann auch ein feuchtes Handtuch, das über die Heizung gehängt wird, sorgen. Nachteil hierbei ist allerdings, dass sich die Wärme unter dem Handtuch staut und so die Luft nicht effektiv zirkulieren kann.

Elektrische Luftbefeuchter als Alternative?

Im Gegensatz zu der Wasserschale und dem Handtuch können elektrische Luftbefeuchter das Klima kontinuierlich befeuchten. Luftbefeuchter verdampfen oder verdunsten Wasser und verteilen es so im Raum. Diese Methode ist effektiv, jedoch gibt es einige Dinge dabei zu beachten. Zum einen verbrauchen die Geräte sehr viel Storm, was sich negativ auf Ihren Geldbeutel und die Umwelt auswirkt, und zum anderen können die Geräte eine Brutstätte für Bakterien sein. Auch bei Zimmerspringbrunnen auf Ultraschall-Verneblerbasis ist die Gefahr hoch, dass sie zur „Keimschleuder“ werden. Wenn die Geräte nicht regelmäßig gesäubert werden und das Wasser ausgewechselt wird, können sich Pilze und Bakterien ansiedeln.

Eine Alternative sind Verdampfer, da sie das Wasser zum Sieden bringen und so die meisten Keime abgetötet werden. Verdampfer können als die „hygienischste“ Art der Luftbefeuchtung gelten. Nachteilig ist hier allerdings der sehr hohe Energieverbrauch der Verdampfer.

Ausreichend trinken und so die Schleimhäute von innen befeuchten

Die Schleimhäute können auch von innen heraus, durch Feuchtigkeit, gestärkt werden. Da sie durch die trockene Heizungsluft ohnehin schon gereizt sind und sich so besser Krankheitserreger einnisten, ist es sinnvoll, die Schleimhäute von innen zu befeuchten. Das gelingt durch genügend Flüssigkeit. Am besten trinken Sie am Tag zwei Liter Wasser oder ungesüßteTees. So beugen Sie dem Austrocknen der Schleimhäute vor.

Wenn Nase schon trocken ist: Nase befeuchten

Wenn die Luftfeuchtigkeit des Raumes zu niedrig ist, kann sich das durch eine trockene oder blutige Nase bemerkbar machen. Trockene Nasenschleimhäute können sich auch durch Juckreiz, Brennen, Borken- oder Krustenbildung und häufiges Niesen äußern. Unmittelbare Hilfe verschafft bei trockenen Schleimhäuten das direkte Befeuchten der betroffenen Stellen. Ein Hausmittel, das in fast allen Haushalten in der Küche zu finden ist, ist Olivenöl. Es ist eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Nasensprays. Hochwertiges Olivenöl ist reich an Vitamin E, das das Immunsystem stärkt und Olivenöl-Polyphenole bekämpfen Bakterien und Viren effektiv.

Zu befeuchtenden Nasensprays kann auch gegriffen werden. Allerdings sollten Nasensprays nicht allzu oft, geschweige denn zu lange, verwendet werden. Man läuft hier Gefahr, in eine Abhängigkeit zu geraten. Der übermäßige Gebrauch von Nasenspray kann außerdem zu Ozäna (Stinknase) führen. Oft entsteht Ozäna, wenn Nasensprays zu lang oder zu häufig genutzt werden. Der übermäßige Gebrauch führt zu einem Gewebeschwund der Nasenschleimhaut. So können sich Bakterien leichter ansiedeln. Ein Belag entsteht, der unangenehm riecht, darum der umgangssprachliche Ausdruck „Stinknase“.

Trockene, schuppige und juckende Kopfhaut durch Heizungsluft

Olivenöl scheint in Sachen gesundheitsfördernde Wirkung ein Allroundtalent zu sein. Auch bei trockener, juckender und schuppiger Kopfhaut helfen ein paar Tropfen Olivenöl, die sie einfach Ihrem Scheitel entlang auftragen und kurz einwirken lassen. Nicht nur die Schleimhäute leiden unter der trocknen Heizungsluft, auch schuppige und juckende Kopfhaut kann auf trockene Heizungsluft zurückzuführen sein. Das ist häufig der Fall, wenn gereizte Kopfhaut ausschließlich im Winter auftritt. Hautkrankheiten, wie Neurodermitis, verschlimmern sich oft während des Winters, wenn es draußen kalt und drinnen warm ist. Auch bei diesen Beschwerden der Haut können Maßnahmen zur Luftbefeuchtung Linderung verschaffen.

Vorsicht: Schimmelgefahr

Beim Duschen oder Baden sowie beim Kochen wird reichlich Feuchtigkeit produziert. Wenn die Fenster beschlagen, ist die Luftfeuchtigkeit im Raum bereits zu hoch. Die Luftfeuchtigkeit von dem einen in das andere Zimmer ziehen zu lassen, etwa die Küchen- oder Badezimmertür nach dem Kochen bzw. Duschen offen lassen, ist keine gute Idee. Denn diese feuchte Luft kann sich an kalte Stellen niederschlagen und so zu Schimmel führen.

Die besonders hohe Luftfeuchtigkeit, die durchs Kochen, Duschen oder Wäsche aufhängen in der Wohnung verursacht wird, sollte nach draußen befördert werden. Bei einer Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent vermehren sich Pilzsporen besonders gut, sodass Schimmel droht. Hausstaubmilben fühlen sich übrigens in feuchtwarmer Umgebung auch sehr wohl. Um wirklich sicher zu gehen, ist es sinnvoll, sich ein Hygrometer zuzulegen. Wenn dies eine zu trockene Raumluft anzeigt, sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

So können Sie heizungsbedingter trockenen Schleimhäuten vorbeugen:

  • Zimmerpflanzen, die die Luftfeuchtigkeit steigern,
  • Wasserschale auf die Heizung stellen,
  • Verdampfer,
  • ausreichend trinken (etwa 1,5 bis 2 Liter täglich)
  • Nase befeuchten

Wenn Sie ein Paar dieser Tipps während der Heizungszeit berücksichtigen, machen Sie es Ihren Schleimhäuten schwer auszutrocknen.