ca. 1651 Worte - Lesezeit ca. 6 Minuten und 0 Sekunden

Grünes Glück für Ihre Gesundheit: Was steckt hinter Chlorophyll?

Grünes Glück für Ihre Gesundheit: Was steckt hinter Chlorophyll?

Im Prinzip wissen wir: grün ist gesund! Wir sollten uns ausgewogen und gesund ernähren, dazu gehört natürlich auch Obst und Gemüse. Besonders grüne Pflanzen stecken voller Nährstoffen, deshalb lautet das Motto der gesundheitsbewussten Generation „go green!“ - umso grüner desto besser! Die Farbe Grün steht für Frische, Vitalität und Power. Ein grüner Smoothie mit Grünkohl, Spinat oder Avocado hat eine hohe Nährstoffdichte und steckt voller Vitamine, Mineralstoffe und sättigenden Ballaststoffe – zugegeben, dieser Smoothie trifft nicht jeden Geschmack. Doch der Farbstoff Chlorophyll liegt gerade total im Trend!

Was steckt hinter dem Trend Chlorophyll und dem angeblichen Wundermittel? Wie wirkt das grüne Glück auf Ihre Gesundheit? Erfahren Sie in diesem Artikel alles rund um den grünen Pflanzenfarbstoff!

Was ist Chlorophyll?

Den Begriff „Chlorophyll“ haben Sie vielleicht zuletzt im Bio-Unterricht in der Schule im Zusammenhang mit der Photosynthese gehört, richtig? Da liegen Sie auch nicht falsch, denn Chlorophyll ist der grüne Farbstoff in Pflanzen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Biologie-Stunde und wissen, dass Pflanzen ohne diesen natürlichen Farbstoff nicht grün wären und keine Photosynthese betreiben könnten. Ohne diesen Farbstoff könnten Pflanzen nicht wachsen und gedeihen, sie würden nicht überleben. Ohne Blattgrün, wie Chlorophyll auch genannt wird, kann keine Photosynthese stattfinden.

Bei diesem Prozess werden Kohlendioxid, Wasser und Lichtenergie mithilfe des Blattgrüns von einer Pflanze in Sauerstoff und Glukose umgewandelt. Der Sauerstoff wird als „Abfallprodukt“ abgegeben und der Zucker dient der Pflanze als Nahrung. Das Chlorophyll sorgt für die Verteilung in den Zellen und ähnelt damit unserem Blutfarbstoff Hämoglobin.

Chlorophyll versorgt uns nicht nur mit Atemluft, sondern bringt auch andere positive Eigenschaften mit sich, wenn wir es als Nahrung aufnehmen.

Welche Aufgaben hat Chlorophyll im Körper?

Unter anderem ist Chlorophyll für eine gesunde Blutbildung verantwortlich, denn der grüne Farbstoff unterscheidet sich kaum vom menschlichen Hämoglobin, dem essenziellen roten Blutfarbstoff. Deshalb profitiert unser Blut in jedem Fall vom grünen Chlorophyll. Das Blattgrün unterstützt den Sauerstofftransport im menschlichen Körper und fördert dadurch die Neubildung von Blutzellen.

Zusätzlich hilft Chlorophyll dabei, dass der menschliche Organismus wichtige Spurenelemente effektiver für sich nutzen kann. Die Aufnahme von Eisen und Magnesium wird durch den grünen Pflanzenfarbstoff gesteigert. Konsumieren Sie häufig chlorophyllreiche Lebensmittel, können Sie einen Magnesiummangel vorbeugen.

Welche Lebensmittel enthalten viel Chlorophyll?

Viele Pflanzenstoffe sind gesund, so auch das Blattgrün. Nicht umsonst empfehlen Ernährungsexperten den regelmäßigen Verzehr von grünem Obst und Gemüse. Den höchsten Chlorophyllgehalt hat übrigens Grünkohl mit 230 mg pro 100 g. Als Wintergemüse perfekt für einen gesunden Speiseplan in der kalten Jahreszeit! Neben Grünkohl enthalten Petersilie mit 212 mg pro 100 g und Spinat mit 115 mg/100 g sowie Brokkoli mit 32 mg/100 g sehr viel Chlorophyll. Als weiteres grünes Superfood gelten Wildpflanzen und Kräuter, grüne Sprossen, Erbsen und Kiwis.

Essen Sie also regelmäßig Brokkoli oder Spinat oder anderes Grünzeug, versorgen Sie Ihren Organismus mit wertvollen Ballaststoffen, Antioxidantien und den Vitaminen A, C und K. Es gilt übrigens, desto dunkelgrüner das Lebensmittel, umso mehr Chlorophyll ist enthalten. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht grüner Lebensmittel.

Chlorophyll in mg pro 100 g Lebensmittel im rohen Zustand

  • Brennnessel (350mg)
  • Grünkohl (210 mg)
  • Brokkolisprossen (145 mg)
  • Spinat (70-100 mg)
  • Brokkoli (31 mg)
  • Grüne Bohnen (16 mg)
  • Rosenkohl (10 mg)
  • Eisbergsalat (2mg)

Geht Chlorophyll beim Kochen verloren?

Natürliches Chlorophyll ist nicht hitzebeständig, weshalb gekochte grüne Lebensmittel keine so gute Chlorophyllquelle sind. Gekochter Spinat enthält also viel weniger grünen Farbstoff als frischer und roher Spinat etwa in einem Smoothie.

Neben dem natürlichen Chlorophyll können Sie auch hochwertige Chlorophyll-Präparate zu sich nehmen etwa in Form von Gerstengraspulver, Chlorella (Mikroalge) und Spirulina (Mikro- u. Blaualge).

Chlorophyll das Wundermittel auf Social-Media

Von Beauty- und Food-Experten wird Chlorophyll als das Nonplusultra angepriesen: Es soll verjüngen, Entzündungen heilen, das Immunsystem stärken, Haut und Haar verschönern, den Kater mildern, beim Abnehmen helfen und vieles mehr. Als sogenanntes Wundermittel wird das „Chlorophyllwater“ aktuell total gehyped – der ultimative Beauty-Drink aus Wasser und wenigen Tropfen Chlorophyll.

Klingt doch einfach fantastisch und großartig. Kein Wunder, dass Chlorophyll so beliebt ist. Aber was genau steckt hinter diesem Trend? Was kann Chlorophyll wirklich?

Wirkung von Chlorophyll: Positiver Einfluss auf Körper und Gesundheit

Die positive Wirkung von Chlorophyll ist nicht erst seit gestern bekannt und keine neue Erkenntnis. Schon länger wissen wir, dass „grün“ dem Körper guttut, weshalb auf unserem Speiseplan regelmäßig Salate und grünes Gemüse stehen sollten. Grüne Lebensmittel zählen mittlerweile zum sogenannten Superfood und gewinnen aufgrund ihrer Farbe und Wirkung immer mehr an Beliebtheit.

Menschen benötigen Chlorophyll nicht unbedingt zum Nährstofftransport, dennoch sollten grüne Lebensmittel wie Spinat oder Erbsen regelmäßig verzehr werden. Das Blattgrün kann bei Eisen- und Magnesiummangel helfen und bekämpft sogenannte freie Radikale, zusätzlich enthält es eine hohe Konzentration an Vitaminen und Mineralstoffen, die Nährstoffdichte ist sehr hoch.

Gesunde Blutbildung durch Pflanzenfarbstoff Chlorophyll

Blut ist zwar rot, profitiert aufgrund seiner ähnlichen Molekularstruktur des Chlorophylls jedoch vom regelmäßigen Verzehr grüner Lebensmittel. Die chemische Struktur der beiden Farbstoffe ähnelt sich stark, einziger Unterschied ist der Kern: Während sich im Zentrum vom Chlorophyll ein Magnesium-Molekül befindet, sitzt dort beim Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, ein Eisen-Molekül.

Dennoch unterstützt Chlorophyll eine gesunde Blutbildung und hilft beim Sauerstofftransport in den Adern, dadurch wird das Blut gereinigt und neue Blutzellen werden gebildet.

Studien zeigen, dass Chlorophyll bei einer Blutarmut den Hämoglobinspiegel und auch den Ferritinspiegel (Eisenspeicher) steigen lässt. Bereits im Jahr 1936 zeigt eine Studie, dass der grüne Pflanzenfarbstoff bei Blutarmut aushelfen kann.

Anti-Aging mit Chlorophyll: Grüner Pflanzenstoff macht junge reine Haut

Studien zeigen, dass Blattgrün tatsächlich eine antioxidative Wirkung hat und dadurch Entzündungen auf der Haut lindert und etwa Pickel eindämmen kann. Außerdem soll Chlorophyll die Poren verkleinern und die Haut dadurch ebenmäßiger wirken lassen.

Der grüne Pflanzenfarbstoff ähnelt in seiner Molekularstruktur dem roten Blutfarbstoff unserer Körpers und enthält viele Antioxidanten und reichlich Magnesium. Diese einzigartige Kombination kann verjüngend wirken und wie ein natürliches Anti-Aging-Mittel, denn Chlorophyll reinigt das Blut und regt das Wachstum neuer Blutzellen an. Zusätzlich fördert Blattgrün eine bessere Hautelastizität, was zu weniger Falten führen kann.

Nicht nur oral eingenommen kann Chlorophyll wirken, sondern auch in Form von Gesichtsmasken als äußerliche Anwendung. Neben der positiven Wirkung auf die Haut, soll der grüne Pflanzenstoff noch weitere positive Eigenschaften mit sich bringen.

Chlorophyll entgiftet und stärkt Immunabwehrkräfte

Durch den sehr hohen Gehalt an Antioxidantien in grünem Obst und Gemüse, kann der Verzehr von Grünkohl & Co das Immunsystem stärken. Die Antioxidantien bekämpfen sogenannte freie Radikale, die für Erkrankungen, Infektionen und Entzündungen verantwortlich sein können.

Umweltbelastungen und Schadstoffe in Nahrung, Umwelt und Alltagsgegenständen führen dazu, dass sich in unserem Körper gefährliche freie Radikale, wie zum Beispiel Schwermetalle, breit machen. Diese Schadstoffe können verschiedene Nebenwirkungen mit sich bringen und ernsthafte Erkrankungen auslösen, einige stehen im Verdacht, im schlimmsten Fall krebserregend zu sein und Alzheimer zu begünstigen.

Pflanzenfarbstoff Chlorophyll als Krebsprävention

Blattgrün hat eine antioxidative Wirkung und kann Schadstoffe im Körper bekämpfen. Zudem bindet es wohl krebserregende Stoffe, weshalb Chlorophyll eine krebshemmende Wirkung nachgesagt wird.

Studien zeigen, dass Pflanzenstoffe nachweislich Entzündungsreaktionen im Körper senken und Radikale abfangen, weshalb Chlorophyll einer von mehreren wichtigen sekundären Pflanzenstoffen ist, die auch bei der Krebsprävention eine Rolle spielen. Insbesondere bei der Prävention von Darmkrebs soll eine Anreicherung von Gemüse schützen.

Chlorophyll zur besseren Wundheilung

Schon in den 1940er und 1950er Jahren beschäftigten sich Wissenschaftler mit der wundheilungsfördernden Eigenschaft des Pflanzenfarbstoffes Chlorophyll. Studien zeigen, dass der Farbstoff bei einigen Wunden eine Infektion verhindern kann und dadurch die Wundheilung beschleunigt.

Chlorophyll als Supplement in Tropfen oder Tabletten

Die Wirksamkeit von Chlorophyll-Präparaten ist noch nicht verlässlich durch Studien belegt. Flüssiges Chlorophyll hat laut Dermatologen durchaus eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung auf die Haut, allerdings nur bei äußerer Anwendung.

Mediziner raten von Chlorophyll als Tablette oder Pulver ab, eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel grünen Lebensmittel würde ausreichen. Es gibt keinen Nachweis, dass die dargestellten positiven Effekte allein durch ein Chlorophyll-Präparat entstehen.

Dennoch können Sie auch zu Präparaten wie Chlorophyll-Tropfen greifen. Hierbei ist es wichtig, dass die Tropfen keine weiteren Zutaten, außer Wasser und natürliches Chlorophyll, enthalten. Natürliches Chlorophyll ist zum Beispiel Alfalfa. Das sogenannte „Chlorophyll-Wasser“ besteht aus Wasser mit einigen Tropfen flüssigem Chlorophyll als Supplement.

Diese gesundheitsfördernden Wirkungen sind bei der Einnahme von Chlorophyll-Tropfen durchaus zu erwarten:

  • Antioxidative Wirkung: Entzündungshemmend und porenverfeinernd für die Haut, leichter Anti-Aging-Effekt.
  • Fängt freie Radikale im Körper ab und ist dadurch entgiftend und entzündungshemmend.
  • Chlorophyll-Tropfen unterstützen die Aufnahme von Eisen.
  • Unter Umständen begünstigt Chlorophyll-Wasser die Gewichtsreduktion.
  • Unterstützt die Produktion von Hämoglobin.

Wie nehmen Sie Chlorophyll am besten zu sich?

Am besten ernähren Sie sich regelmäßig von Salaten, tiefgrünem Gemüse wie Spinat, Kresse und Kräutern. Ein grüner Smoothie kann ebenfalls eine Mahlzeit ersetzen oder eine Ergänzung zu Ihrer eingenommenen Mahlzeit sein. Es gibt viele verschiedene Rezepte für grüne Smoothies, vielleicht trifft einer davon Ihren Geschmack.

Greifen Sie auf saisonales Gemüse wie Grünkohl zurück oder entsaften Sie grünes Gemüse. Ist das alles nicht wirklich nach Ihrem Geschmack?

Natürlich ist der beste Weg, wenn Sie den Pflanzenfarbstoff in Form von Gemüse zu sich nehmen, doch schmeckt Ihnen nun gar nichts, können Sie auch auf Präparate zurückgreifen. Es gibt Pulverpräparate mit Weizen- oder Gerstengras, die bei guter Qualität und hochwertigen Inhalten eine sehr gute Möglichkeit sind, um Chlorophyll aufzunehmen. Das Pulver können Sie in Wasser oder Saft verrühren und trinken oder in Dressing und Suppen mischen.

Gibt es Nebenwirkung beim Verzehr von Chlorophyll?

Da es sich um einen natürlichen Stoff handelt, den die Menschheit seit Anbeginn zu sich nimmt, kommt es in der Regel zu keinen Nebenwirkungen. Natürlich kann es da zu individuellen Abweichungen kommen.

Insbesondere Menschen, die eher weniger grünes Blattgemüse zu sich nehmen, können bei einer Ernährungsumstellung zu Beginn mit Verdauungsbeschweren, wie Durchfall oder Übelkeit, zu kämpfen haben. Weiterhin kann es zu verfärbten Stuhl kommen, da es sich schließlich bei Chlorophyll um einen starken Farbstoff handelt.

Wichtig ist, dass Sie sich ausgewogen und nicht einseitig ernähren. Bringen Sie Abwechslung auf Ihren Speiseplan und gestalten Sie Ihre Mahlzeiten bunt. Am allerbesten ist, wenn Sie Chlorophyll in Form von grünem Blattgemüse und Kräutern zu sich nehmen, die Palette reicht da von Grünkohl über Brokkoli bis hin zu Salaten.

Von Anastasia Johlen