Grüner Star: Wie kann man ihm vorbeugen oder aufhalten?

Grüner Star: Wie kann man ihm vorbeugen oder aufhalten?

Grüner Star. Vor dieser Augenkrankheit haben viele Menschen Angst. Von den Medizinern wird der „Grüne Star“ als „Glaukom“ bezeichnet. Es zerstört den Sehnerv eines Auges und die wichtigen Sehzellen der Netzhaut und vermindert den Abfluss von sog. Kammerwassers der vorderen Augenkammer, von dem mehr produziert wird als abfließen kann. Dadurch steigt dann der Druck des Augapfels und verhindert auf diese Weise den normalen Blutfluss zu den Blutgefäßen im Auge. Wird die Diagnose gestellt, heißt es sofort zu handeln, wobei sich bereits Defekte der Strukturen nicht wieder herstellen lassen.

1 Schnelle Behandlung ist zwingend notwendig

Den Grünen Star darf man nicht auf die lange Bank schieben. Er muss sofort behandelt werden. Der Erfolg einer Behandlung setzt eine möglichst frühe Erkennung der Krankheit voraus. Durch die Behandlung versucht der Arzt, den gestörten Blutdruck möglichst dauerhaft abzusenken und zwar unter den sog. kritischen Wert. Damit will er die Blutversorgung zu den Netzhautzellen und in den Sehnerv normalisieren.

Der Perfusionsdruck, so wird der kritische Innendruck des Auges genannt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Nach ihm wird der mittlere Druck der Blutgefäße bestimmt, der im Normalfalle unterhalb des Perfusionsdrucks, auch Zieldruck genannt, liegen sollte. Damit werden die Widerstände des Blutflusses konstant gehalten. Der Zieldruck muss vor dem Beginn der eigentlichen Behandlung genau definiert werden. Das geschieht durch eine entsprechende Kontrolle des Innendrucks des Auges. Hinzu kommen noch die Werte des allgemeinen Blutdrucks eines Patienten, die um die Feststellung der Durchblutung von Netzhaut und dem sog. Sehnervenkopf ergänzt wird. Die genannten Kontrollmechanismen müssen regelmäßig erfolgen, um den augenblicklichen Zustand des Glaukoms festzustellen. Aus dem Krankheitsverlauf wird der Arzt erkennen, ob er den Grünen Star mit Medikamenten behandelt oder ob eine Operation am Auge sinnvoller erscheint.

2 Nicht jede Art Glaukom kann medikamentös behandelt werden

Die Gabe von Medikamenten zur Behandlung wird bei einem „Offenwinkelglaukom“, das als häufigstes Krankheitsbild vorwiegend bei älteren Patienten diagnostiziert wird, vom Arzt verschrieben. Diese Verabreichungen soll die Plaques-Ablagerungen im Kammerwinkel des Auges auflösen bzw. sie verhindern. Der Arzt kann sich bei der Medikamentenvergabe an zwei unterschiedlichen Ansatzpunkten orientieren. Entweder entscheidet er sich für die Drosselung, oder eine Abflusserhöhung des Kammerwassers. Außerdem legt er die Medikamente in Tablettenform, als Tropfen oder Augentropfen sowie als Injektionslösungen fest.

3 Nur bedingt einsetzbar: Betablocker

In vielen Fällen kann der Grüne Star mit Betablocker zur Reduktion des Kammerwassers behandelt werden. In anderen Fällen, etwa bei Asthma bronchiale, Herzschwächen oder Herzrhythmusstörungen muss die Behandlung mit Betablocker jedoch entfallen. Dann kann der Arzt auf andere Medikamente zurückgreifen, beispielsweise:

Carboanhydrasehemmer. Das Medikament wird in akuten Fällen von Glaukom-Anfällen über eine Spritze in die Vene verabreicht und reduziert die Produktion des Kammerwassers relativ schnell.

Prostaglandine. Mit diesem Medikament wird der Augeninnendruck gesenkt, dass Kammerwasser kann schneller abfließen. Die Iris kann sich jedoch farblich verändern und dunkler werden.

Symphatomimetika. Verringert die Produktion des Kammerwassers und wirkt allgemein dem Glaukom entgegen.

Parasympathomimetika. Es dient der Verengung der Pupille, erweitert so den Kammerwinkel, dass Kammerwasser kann besser abfließen. Für ältere Menschen besteht allerdings die Nebenwirkung, dass sich ihr Sehvermögen abschwächt.

Der Arzt kann zur Behandlung des Grünen Stars auch mehrere der erwähnten Medikamente verabreichen, um die Wirkung nochmals zu verbessern. In diesem Falle wird er die Kombination der Medikamente sowie die Dosierung der Präparate individuell auf den Krankenstand des Auges abstimmen. Der Patient sollte die Behandlung dringend einhalten.

4 Wenn nur eine Operation des Auges weiterhilft

Führen verabreichte Medikamente nicht zum gewünschten Erfolg einer Absenkung des Augeninnendrucks, wird der Arzt zu Operation raten. In wenigen Fällen kann aber auch die Kombination von Medikamenten plus einer Operation helfen. Für den Eingriff gibt es verschiedene Verfahren:

Laser-Trabekuloplastik. Die Laserstrahlen treffen auf das siebartige Geflecht des Kammerwinkels und verbessert den Abfluss des Kammerwassers. Diese Methode senkt den Augendruck um rund acht Millimeter Quecksilbersäule (mmHg), wobei der Eingriff bei einer lokalen Betäubung durchgeführt wird. Allerdings hält die Laserwirkung nicht lange, das Laser-Verfahren muss also wiederholt werden.

Iridektomie/Laser-Iridotomie. Die Vorgehensweise hilft bei der Erweiterung des Kammerwinkels im Falle der Diagnose eines sog. „Engwinkelglaukom“. Mit einem OP-Messer oder einem Laserstrahl erhält die Iris ein kleines Loch, aus dem das Augenwasser direkt abfließen soll. Für diesen Eingriff ist eine lokale Augenbetäubung notwendig.

Trabekelektomie/Trabekulotomie. Bei diesem Eingriff legt der Operateur ein künstliches Drainagesystem und hilft dem Kammerwasser beim Abfluss in die Bindehaut, deren Gefäße es dann ableiten können. Die Behandlung unter örtlicher Betäubung wird ambulant durchgeführt und ist nach rund 30 Minuten beendet.

Schlemm`schen Kanal-Eröffnung. Die Operation wird bei einem angeborenen Grünen Star angewandt. Mittels einer Sonde wird der Ausgangspunkt, der sog. Schlemm`sche Kanal gesucht. Von dort wird sodann eine Öffnung zur vorderen Augenkammer gelegt, die es dem Augenwasser wieder ermöglicht, abzufließen.

5 Vorsorgemaßnahmen gegen den Grünen Star

Am Grünen Star erkranken um die zwei Prozent der Menschen ab einem Lebensalter von rund 45 Jahren. Im schlimmsten Falle droht bei dieser Augenerkrankung die Erblindung. Gefragt nach vorbeugenden Maßnahmen gegen den Grünen Star, gibt es für die Schulmediziner nur das Mittel der Früherkennung.

Andere Studien aber empfehlen zur Vorbeugung viel nitratreiches Blattgemüse, beispielsweise Spinat, Mangold oder Rucola. Eine Einnahme von rund 240 Gramm Gemüse-Nitrat täglich, soll das Erkrankungsrisiko angeblich um bis zu 50 Prozent senken. Hilfreich wären dazu auch Grünkohl, Brokkoli, Kresse, Bleichsellerie, Radieschen, Rettich und/oder Rote Beete. Alternativ sollen das Glaukom häufig Menschen treffen, bei denen ein Vitamin-D-Mangel vorliegt.

Grüner Star (Glaukom) - Tipps zur Vorsorge