ca. 1895 Worte - Lesezeit ca. 6 Minuten und 53 Sekunden

Gelassenheit lernen: 10 Tipps für mehr innere Ruhe und Gelassenheit

Gelassenheit lernen: 10 Tipps für mehr innere Ruhe und Gelassenheit

Sind Sie häufig gestresst, schnell gereizt oder launisch? Das ist ganz normal, denn wie soll es in unserer hektischen, lauten und schnelllebigen Zeit möglich sein, innere Ruhe zu bewahren, wenn permanent Reize von Außen auf uns einwirken? Ausgeglichenheit und Gelassenheit scheinen heutzutage die Königsdisziplin zu sein und der einzig wahre Weg zu mehr Zufriedenheit mit sich selbst und der Welt. Dazu braucht es allerdings ein tieferes Verständnis für die innere Balance sowie neue Denk- und Lebensweisen. Mit unseren Tipps findest du die Ursachen für deine Unruhe und Unausgeglichenheit und stellst dein inneres Gleichgewicht wieder her.

Ausgeglichenheit verstehen: Was genau ist innere Ruhe?

Es gibt viele Definitionen für dieses entspannte und wohlige Gefühl des inneren Friedens. Dieses hat nichts mit spirituellen oder religiösen Praktiken zu tun, sondern vielmehr einem subjektiv wahrgenommenen mentalen Zustand.

Wenn endlich die fordernde und urteilende Stimme im Kopf verstummt und das Wirrwarr sich aufzulösen scheint, sodass Raum zum Atmen entsteht. Dann ist es möglich, die eigenen Gedanken aus einer Distanz wahrzunehmen, die sich plötzlich ganz selbstverständlich anfühlt.

Innere Ausgeglichenheit und Ruhe gibt uns die Stille, die wir brauchen, um in einer Welt voller Geräusche, Forderungen und Unruhen durchzuatmen und uns nicht mit weltlichen Stress zu identifizieren. So können wir mit klaren Augen sehen, was unsere Bedürfnisse sind und uns von Angst und Alltagsstress lösen. Doch was genau sind die Ursachen für diese weitverbreitete Unzufriedenheit und innere Unruhe?

Woher kommen innere Unruhe und Unausgeglichenheit?

Stress, Schlafprobleme, Druck, Nervosität und Anspannung sind sehr verbreitete Symptome, unter denen die meisten Menschen immer wieder leiden. Sogar Angststörungen, Panikattacken oder Depressionen sind längst nicht mehr nur ein normales Stimmungstief, sondern werden inzwischen als Krankheit anerkannt, – wenn auch noch lange nicht so ernst genommen wie körperliche Leiden.

Dabei hat unsere Seele doch mehr Aufmerksamkeit verdient oder nicht?

Damit Sie Ihr seelisches Gleichgewicht wieder herstellen können, sollten Sie verstehen, woher diese innere Unruhe und Unzufriedenheit kommt. Zunächst einmal haben die folgenden Faktoren der modernen Welt einen großen Einfluss auf unsere mentale Gesundheit und unseren inneren Frieden:

  • Fehlende Strukturen
    Früher wurde jeder gebraucht und hatte seinen festen Platz im Leben. Es gab klare Strukturen innerhalb der Familie und der Fokus lag auf vielen Pflichten, oft körperlicher Arbeit und wenig individuellen Möglichkeiten.
  • Orientierungslosigkeit
    Es gibt heute zu viele Möglichkeiten, die es insbesondere jungen Menschen schwer machen, ihren Weg zu finden. Die fast grenzenlosen Optionen, etwa im Beruf oder Liebesleben, bereiten vielen Stress und fördern allgemeine Unsicherheiten.
  • Hektik und Überbevölkerung
    Die Welt, in der wir leben, ist viel schnelllebiger und lauter geworden, was Stress und innere Unruhe fördert. Zudem hat sich die Erdbevölkerung in den letzten 50 Jahren verdoppelt. Ist es nicht logisch, bei der Menge an Menschen, die hektisch umherirrt, unruhig zu werden und einen starken Leistungsdruck zu verspüren?
  • Gesundheitsrisiken
    Durch den technologischen Fortschritt hat sich auch die Arbeitswelt gewandelt. Früher lag der Fokus auf körperlicher Arbeit im Freien, wohingegen heute meist im Büro am Computer gearbeitet wird. Das wenige Sonnenlicht, mangelnder Sauerstoff und unzureichende Bewegung beeinträchtigen die Gesundheit von Körper und Geist.
  • Digitale Reize
    Wir sind heute einer Welt ausgesetzt, die von Medien bestimmt wird. Dabei vergessen wir oft, welche Kluft zwischen den Inhalten aus Fernsehen, Radio und Zeitung und der eigentlichen Wirklichkeit liegt. Mit dieser Informationsflut gilt es sehr achtsam umzugehen, damit innere Anspannung, Angst und Sorgen weniger Chancen haben.
  • Schlechte Ernährung
    Früher wurde das Essen direkt vom Acker oder Stall in die eigene Küche gebracht und enthielt dementsprechend viele Nährstoffe. Heute machen Pestizide und lange Reisen die Lebensmittel nährstoffarm und industrieller Zucker viele Produkte ungesund. Diese und andere Faktoren begünstigen nachweislich Unzufriedenheit und negative Gefühle.

Wir müssen also mehr denn je dafür sorgen, sowohl psychisch als auch physisch gesund zu leben und unseren Körper und Geist in Einklang zu bringen, um unsere innere Ausgeglichenheit wieder herzustellen. Im Folgenden finden Sie unsere zehn besten Tipps für mehr innere Ruhe und Gelassenheit in allen Lebenslagen.

Ausgeglichenheit: Mit diesen 10 praktischen Tipps zu mehr Gelassenheit

Einfach gesagt, geht es bei einem ausgeglichenen und gelassen Zustand darum, glücklich zu sein, denn das wollen wir schließlich alle. In der Praxis lässt sich innere Ausgeglichenheit durch einige Übungen und Verhaltensänderungen finden.
Hier sind unsere Top 10 der praktischen Tipps für mehr innere Ruhe:

Tipp 1: Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen!

Gesunde uns ausgewogenen Ernährung ist natürlich nicht die Lösung für alles. Jedoch schafft sie die nötige Basis für unseren Körper, um sich gesund zu fühlen. Nur wenn der Körper glücklich ist, kann es auch der Geist sein.
Die Verbindung zwischen psychischer und physischer Gesundheit ist ein entscheidender Faktor in Bezug auf innere Ruhe. Dabei ist es nicht wichtig, ausschließlich Obst und Gemüse zu essen, sondern vielmehr auch in der Nahrung auf Ausgeglichenheit zu achten. Ballaststoffe und Vitamine sind eine gute Grundlage, allerdings sollten Sie sich auch hin und wieder etwas Süßes gönnen.

Tipp 2: Machen Sie Entspannungsübungen!

Meditation, Atemübungen, Achtsamkeitstraining – all das soll die gewünschte Veränderung bringen. Derartige Übungen zur Entspannung sind jedoch lediglich ein Teil des Prozesses und helfen dabei, das eigene Körpergefühl zu stärken.
Sie müssen keinesfalls die Yoga-Übungen machen, die von Fitness-Gurus empfohlen werden oder stundenlang wie ein Mönch meditieren, allerdings können bereits kurze Augenblicke der Stille, in denen Sie ganz für sich sind, dabei helfen, ein besseres Gefühl für den Wert jedes einzelnen Augenblicks zu bekommen.

Tipp 3: Bewegen Sie sich ausreichend an der frischen Luft!

Ein weiterer Aspekt auf dem Weg zu einem gesunden Körper und damit auch zu einem glücklichen Geist ist Bewegung an der frischen Luft. Diese stärkt nicht nur Ihr Immunsystem, sondern wirkt auch wahre Wunder an schlechten Tagen.
Die wunderschöne Natur, die uns umgibt, ist das beste Heilmittel bei allen psychischen Leiden und kann bei einem Gefühl der Haltlosigkeit dabei helfen, den Boden unter den eigenen Füßen wieder zu spüren. Zudem werden durch Bewegung Glückshormone im Körper ausgeschüttet.

Tipp 4: Vermeiden Sie Stress und Anspannung!

Jeder Mensch hat sein individuelles Stresslevel. Sie sollten sich nicht mit anderen vergleichen, sondern auf Ihre persönlichen Grenzen achten. Lernen Sie sich selbst und Ihre Stressauslöser besser kennen, um in Zukunft derartige Situationen zu vermeiden.
Falls Sie doch einmal in eine Situation kommen, die für Sie besondere Anspannung und Stress bedeutet, versuchen Sie, Ihre eigene Stärke zu sehen und gleichzeitig die negativen Gefühle zuzulassen – nur dann können Sie diese auch einfacher loslassen.

Tipp 5: Gehen Sie häufiger offline!

Ein wichtiger Aspekt, der unser Leben zu einem großen Teil bestimmt, sind die Medien. Die ständige Erreichbarkeit sowie die riesige Informationsflut begünstigen nachweislich Stress und fördern psychische Erkrankungen.
Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um Abstand von digitalen Geräten zu bekommen und für eine gewisse Zeit einfach unerreichbar zu sein. Durch solche Übungen behalten Sie den Blick für sich und Ihre Bedürfnisse.

Tipp 6: Sagen Sie auch mal Nein!

Sowohl im Job als auch in der Freizeit haben wir Menschen um uns herum, die Hilfe brauchen und Forderungen stellen. Ganz gleich, ob der Kollege auf der Arbeit, die Familie oder Freunde, alle haben gewisse Ansprüche an Sie.
Es ist sehr wichtig zu akzeptieren, dass Sie nicht jedem gerecht werden können, sondern lediglich die Dinge für andere tun sollten, die in keiner Weise Ihre eigene Kraft übersteigen. Schlagen Sie auch mal eine Einladung oder Bitte aus und nehmen sich stattdessen einfach ganz bewusst Zeit für sich allein.

Tipp 7: Verbringen Sie Zeit mit Ihren Liebsten!

Einsamkeit ist einer der häufigsten Ursachen für Unzufriedenheit. In einem gewissen Maße ist Alleinsein gesund, allerdings sollten Sie auch ein soziales Umfeld haben, welches Sie unterstützt und in dem Sie sich sicher und geborgen fühlen.
Falls Ihr Familien- oder Freundeskreis sehr klein ist und Sie sich nach mehr Kontakt sehnen, versuchen Sie beispielsweise Freiwilligenarbeit oder einen Musik- oder Sportkurs. Liebe und Verbundenheit sind ein wichtiger Bestandteil zum Erreichen von innerer Ausgeglichenheit.

Tipp 8: Schlafen Sie ausreichend!

Sicher kennen Sie das Gefühl, wenn Sie zu wenig geschlafen haben: Sie sind schnell reizbar und genervt. Schlaf ist sowohl für Ihre psychische als auch Ihre physische Gesundheit und somit für ein inneres Gleichgewicht entscheidend.
Versuchen Sie, Ihren persönlichen Rhythmus zu finden und sich entsprechend Ihrer körperlichen Bedürfnisse ausreichend Ruhephasen zu nehmen.

Tipp 9: Verabschieden Sie sich vom Perfektionismus!

Perfektionismus kann mit einer Sucht verglichen werden. Betroffene streben stets nach den perfekten Ergebnissen und trainieren das Gehirn so darauf, sich keine Pause zu gönnen.  
Innere Ruhe kann sich nur dann einstellen, wenn Sie sowohl Ihre Stärken als auch Ihre Schwächen annehmen und akzeptieren. Sie sollten sich wohl damit fühlen, wer Sie in diesem Moment sind und geduldig damit sein, wer Sie eines Tages werden möchten.

Tipp 10: Akzeptieren Sie andere und übernehmen Sie Verantwortung!

Um wirklich in sich zu ruhen, bedarf es einer starken Selbstsicherheit und einem Verständnis für die eigenen Bedürfnisse sowie für die Begrenzungen anderer. Das heißt, dass es wichtig ist, andere so zu akzeptieren, wie sie sind und sich von ihnen abzugrenzen. Nur dann können Sie die Verantwortung für Ihr eigenes Glück übernehmen.
Neben diesen zehn praktischen Verhaltensübungen sollten Sie allerdings auch Ihre Denkweisen überprüfen. Nur wenn Sie neben diesen Tipps auch die unten stehenden Punkte im Alltag beherzigen, werden Sie langfristig echte innere Ruhe erlangen.

Glücklichsein: Je weniger Sie wollen, desto reicher sind Sie

Innere Ruhe und Gelassenheit sind keine Gefühlszustände, die von heute auf morgen eintreten können. Vielmehr ist es ein lebenslanger Prozess, innere Balance gänzlich herzustellen. Einer der wichtigsten Aspekte auf diesem Weg ist das Verständnis für Dankbarkeit über alles was ist.

Je weniger Sie wollen, desto reicher sind Sie – hinter diesen Worten steckt die ganze Wahrheit des inneren Glücks, denn nur wenn Sie mit sich selbst im reinen sind, sich mit all Ihren „Macken“ annehmen können und auch die Menschen um sich herum so akzeptieren, wie sie sind, ist es möglich, erfüllt zu leben – mehr braucht es nicht.  
 
Diese Denkmuster sollten Sie auf dem Weg zur inneren Balance vermeiden:

  1. Mir ist wichtig, was andere von mir denken.
    Mit diesem Satz machen Sie sich abhängig von der Anerkennung anderer. Stattdessen sollten Sie sich so annehmen, wie Sie sind und Ihr Selbstwertgefühl stärken.
  2. Ich muss in allen Dingen perfekt sein.
    Ungesunder Perfektionismus führt dazu, dass Sie nie zufrieden mit sich sein können, denn die absolute Perfektion lässt sich unmöglich erreichen.
  3. Ich bin für die Gefühle und das Glück anderer verantwortlich.
    Dieses Denkmuster führt zwangsläufig zu emotionaler Abhängigkeit, denn jeder Mensch ist sowohl für sein Verhalten als auch für seine Gefühle, Gedanken und sein Glück selbst verantwortlich.
  4. Meine Probleme aus der Vergangenheit sind schuld.
    Die Kindheit wird oft als Ursache für die heutigen Probleme gesehen, – das stimmt auch. Allerdings ist es wichtig, dass Sie hier und jetzt für sich sorgen und die Vergangenheit nicht Ihr Glück regieren lassen.
  5.  „Ich muss etwas im Leben erreichen.
    Den einzigen Druck, den wir wirklich haben, ist der, den wir uns selbst machen. Lösen Sie sich von Konkurrenzgefühlen und versuchen Sie das Leben mehr als Geschenk und weniger als Kampf zu sehen.
  6. Die anderen sind besser, schöner oder glücklicher als ich.
    Sich mit anderen zu vergleichen ist Gift für das Selbstwertgefühl. Konzentrieren Sie sich nur auf Ihr eigenes Leben und Glück, denn das ist das Einzige, was wirklich von Bedeutung ist.

Wie sie sehen, gibt es viele unterschiedliche Faktoren, die Unruhe und Anspannung auslösen und verhindern, dass Körper und Geist im Gleichgewicht sind. Mit unseren Tipps zu neuen Denk- und Verhaltensweisen kommen Sie der inneren Ausgeglichenheit ein ganzes Stück näher und können eines Tages gewiss ganz im Frieden mit sich und der Welt leben.