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Ernährung bei Krebs: Den Körper unterstützen

Ernährung bei Krebs: Den Körper unterstützen

Krebserkrankungen sind heute leider häufig. Die Gründe hierfür sind vielfältig und nicht immer ist es klar, wo genau die Ursachen liegen. Fakt ist, eine Krebsdiagnose ist erst einmal ein gewaltiger Schock für jeden der Betroffenen. Es herrscht viel Angst und Unwissenheit in dieser Hinsicht. Da tauchen Bilder vorm inneren Auge auf, die wir lieber bei Seite schieben wollen; egal, ob wir selbst betroffen sind oder jemand der uns nahesteht. Wichtig zu wissen ist in erster Linie womit man es zu tun hat, was Krebs ist und was man tun kann. Wer die Zusammenhänge im Körper versteht, kann wesentlich besser agieren.

Von Natascha Neufuß

Was ist Krebs?

Die Bezeichnung Krebs, ist ein Sammelbegriff für eine Fülle an verschiedenen Erkrankungen, in deren Rahmen es zu unkontrollierter Vermehrung entarteter Zellen kommt. Die entarteten Zellen sind zum Teil sehr schnell damit, sich zu teilen und sich zu vermehren; dabei machen diese Zellen, anders als gesunde Zellen, keinen Unterschied zwischen Geweben und Organen; sie wachsen einfach weiter. Jede Krebserkrankung ist verschieden; und kann sich von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich auswirken. Vieles ist beim Thema Krebs unklar, so weiß man beispielsweise heute noch nicht genau, was dazu führt, dass die Zellen in die Entartung gehen. Wir haben noch viel zu lernen!

Krebs und äußere Faktoren

Es scheint einen kausalen Zusammenhang zu geben, zwischen der Zunahme von Umweltgiften, einer immer weniger natürlichen Diät und vielen Faktoren, die nachweislich der Gesundheit schaden. Diese äußeren Einflüsse sind wahrscheinlich bei einen großen Teil der Erkrankungen mitverantwortlich. Bereits in den 80er Jahren ergab eine Untersuchung, dass diese Einflüsse, wie eine ungesunde und unnatürliche Ernährungsweise und das Rauchen maßgeblich das Krebsrisiko erhöhen. Die Ernährung kann uns schützen oder für die Entstehung von Krankheiten sorgen, es liegt immer bei uns.

Anhand der Studie aus den 80ern, lässt sich bereits erkennen dass der Einfluss der Ernährung nicht zu unterschätzen ist: Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass rund 68% der Krebserkrankungen auf einer ungesunden und unnatürlichen Ernährungsweise begründet werden kann. Auch das Rauchen spielt in dieser Hinsicht eine Rolle, da es die ungünstigen Aspekte des Ernährungsdefizits noch potenzierte. Die beste Prävention ist und bleibt daher ein gesunder Lebenswandel und eine reichhaltige, frische Ernährungsweise. Aber auch in der Krebs-Therapie ist eine gesunde Lebensweise, die eine ausreichende Zufuhr von allem was lebensnotwendig ist einschließt.

Ernährung bei Krebserkrankungen: Möglichst frisch und unverarbeitet!

Wie oben erwähnt ist die beste Möglichkeit sich vor Krebs zu schützen ein gesunder Lebenswandel und eine ausgewogene und gut durchdachte Ernährung. Möglichst frisch sollte sie sein, viel Obst und Gemüse beinhalten und möglichst reich an Nährstoffen sein. Möglichst naturbelassen und möglichst unverarbeitet, sodass der Körper entlastet wird. Jeder kennt sicherlich noch die Ernährungspyramide aus der Schule, sie zeigt an was wir in welcher Menge zu uns nehmen sollten, um gesund zu bleiben.

Grundsätzlich habe ich dagegen nichts einzuwenden, doch würde ich die Plätze etwas anders bestücken: Milch und Milchprodukte, sowie Fleisch, Eier und Co. Und vor allem Zucker, sollte man mit Bedacht zu sich nehmen, wirklich sparsam. Weiter unten im Text, erfahren Sie mehr zum Thema. Eine gute Nährstoffversorgung ist besonders im Krebsfall überaus wichtig, besonders dann, wenn konventionell mit Strahlen- oder Chemotherapie behandelt wird. Hier braucht der Organismus dringend Nährstoffe um mit den nicht-selektierenden Auswirkungen der Therapien zurechtzukommen. Mikronährstoffe sind in dieser Hinsicht sehr relevant.

Mikronährstoffe bei Krebs und in der Prävention

Wie eingangs erwähnt sind externe Faktoren maßgeblich an der Entstehung von Krebs beteiligt. Einen besonderen Stellenwert in der Prävention, kommt neben einem gesunden Lebensstil, einer ausreichenden Versorgung mit Mikronährstoffen zu. Mikronährstoffe sind Vitamine, Spurenelemente, Mineralien sowie sekundäre Pflanzenstoffe, die unser Organismus benötigt um seinen Stoffwechsel im Gang zu halten.

Besonders effektiv zeigt sich in diesem Zusammenhang Vitamin C: Dieses Antioxidans hilft dem Organismus dabei freie Radikale zu stoppen und so oxidativen Stress zu verhindern. Freie Radikale führen im Körper zu Entzündungsreaktionen und schwächen unsere Abwehr. Vitamin C und andere Antioxidantien, wie sie in sekundären Pflanzenstoffen zu finden sind, sorgen dafür das freie Radikale neutralisiert werden und so keinen Schaden mehr anrichten können.

Sekundäre Pflanzenstoffe konnten bereits in vielen Studien zeigen, was sie können. Besonders herausstechen tun in diesem Falle die Carotinoide, es zeigte sich nicht nur einmal, dass diese Art der sekundären Pflanzenstoffe, einen wirksamen Schutz gegen Krebs und Entgleisungen des Organismus darstellen. Eine weitere Studie ergab, dass Vitamin C, Zink und Selen in Kombination mit sekundären Pflanzenstoffen aus Brokkoli und Zitrusfrüchten sehr nützlich dabei sind, krebsauslösende Stoffe aus dem Körper auszuscheiden. Ferner zeigte sich in diesem Zusammenhang auch, dass ein ausgewogener Pegel dieser Mikronährstoffe im Körper dafür sorgt, dass die Krebszellen eher inaktiv werden. In manchen Fällen kam es sogar zu einer Aktivierung der Selbstzerstörung der entarteten Zellen.

Selen

Selen gehört in die Gruppe der Spurenelemente und ist ein antioxidatives Enzym. Es hat verschiedene positive Wirkungen im Kampf gegen Krebs. Sie richten sich direkt gegen die Krebszellen, aber es werden unter dem Einfluss von Selen auch tumorhemmende Stoffe gebildet.

Man hat in der Vergangenheit auch immer wieder festgestellt, dass bei bestimmten Tumorerkrankungen ein niedriger Selenspiegel auftrat. Selen ist immer an Eiweiß gebunden und kommt besonders oft in Nüssen, insbesondere der Paranuss, Seefisch, Eiern und Hülsenfrüchten vor.

Vitamin A

Vitamin A und Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A, sind in der Lage Sauerstoffradikale abzufangen und haben damit eine hohe antioxidative Wirkung. Sie kommen besonders in grünem Obst und Gemüse vor, aber auch in Möhren. Vitamin A ist allerdings ein fettlösliches Vitamin: Das heißt, es entfaltet seine antioxidative Wirkung erst, wenn man es mit Fett zusammen zu sich nimmt.

Vitamin E

Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin, das heißt, es entfaltet seine antioxidative Wirkung erst, wenn man es mit Fett zusammen zu sich nimmt. Es ist durch Elektronenabgabe in der Lage freie Radikale unschädlich zu machen und damit die Zellwände zu schützen. Es ist durch Elektronenabgabe in der Lage freie Radikale unschädlich zu machen und damit die Zellwände zu schützen. Bis 200 mg Vitamin E täglich werden gut vertragen. Jedoch wird man nicht schaffen, diese Menge mit der Nahrung aufzunehmen. Die allgemeine Empfehlung liegt bei ca. 15 mg. Diese sind in 100 g Sojabohnen, 50 g Haselnüssen, 50 g Mandeln, 30 g Leinsamen und drei EL Sonnenblumenöl enthalten. Vitamin E ist nicht so empfindlich wie Vitamin C und bleibt auch beim Kochen erhalten.

Folsäure

Folsäure, ist ein Vitamin, das für die Zellteilung zuständig ist. Folsäure ist enthalten in Blattgemüse wie Salat, Grünkohl, Spinat und Fenchel. In tierischen Produkten ist es so gut wie nicht vorhanden. Da Folsäure auch empfindlich auf Hitze und Licht reagiert, ist es meist in Rohkost enthalten. 

Vitamin D

Ein weiterer deutlicher Zusammenhang besteht mit dem weit verbreiteten Vitamin-D-Mangel. Dieser Zusammenhang wird für Brustkrebs, Prostatakrebs, Dickdarmkrebs, Eierstockkrebs, schwarzem Hautkrebs und Blasenkrebs vermutet. Laut einem Bericht der Ärztezeitung, hat im Winter jede dritte Frau in Deutschland einen schweren Vitamin-D-Mangel. Wenn Frauen nach der Menopause, beispielsweise zur Vorbeugung von Knochenbrüchen Calcium und Vitamin D einnehmen, sinkt deren Erkrankungsrisiko für Brustkrebs stark ab. Daneben wurde nachgewiesen, dass ein Vitamin-D-Mangel das Risiko erhöht, an einer gefährlichen, fortgeschrittenen Form von Krebs (z.B. Brustkrebs und Prostatakrebs) mit Metastasen zu erkranken. Besonders wichtig ist für jeden der Vitamin D zu sich nimmt auch Vitamin K2: Während Vitamin D mittlerweile eine gewisse Bekanntheit erreicht hat, ist Vitamin K2 den meisten kein Begriff.

Fakt ist, Vitamin D kann nicht verwertet werden, wenn kein Vitamin K2 im Körper vorhanden ist. Vitamin D fungiert als Steuerelement in der Calciumsynthese und spielt eine tragende Rolle bei der Synthese wichtiger Proteine und Hormonvorstufen. Vitamin D sorgt also dafür dass der Körper vermehrt Proteine bildet. Diese Calcium-Proteine sind der Baustein für feste Knochen und starke Zähne. Wenn Vitamin K2 vorhanden ist, so übernimmt es die wichtige Aufgabe, die Proteine dort hin zu bringen wo sie benötigt werden. Ist kein K2 im Körper vorhanden, so heften sich die neuentstandenen Proteine als nutzlose und vielleicht sogar gefährliche Schlacke an Organe und Gewebe. Dies sollte vermieden werden, daher nehmen Sie K2 immer zusammen mit D3 ein! Mehr zum Thema K2 und D3

Lebensweise bei Krebs

Eine natürliche und ausgewogene Lebensweise ist in jeder Hinsicht wichtig. Besondere Relevanz erhält sie allerdings für die meisten erst dann, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Sprich, wenn die Krankheit bereits da ist. Unser Körper ist ein Wunderwerk und trägt ungeahnte Regenerationskräfte in sich; unterstützen wir ihn, so wird sich dieses schon schnell in einer Verbesserung der Symptome kommen. Wichtig ist, das wir wieder lernen auf unseren Körper zu hören und seinen Ansprüchen auch Folge leisten. Das heißt in erster Linie, dass man seine körperlichen Bedürfnisse achtet: Ausreichend Ruhe, Entspannung und Wohlbefinden sind wichtige Eckpfeiler für eine Regeneration des Körpers, ebenso wichtig wie eine ausgewogene und natürliche Ernährung die bestenfalls ohne verarbeitete Lebensmittel auskommt und zumindest in großen Teilen pflanzenbasiert ist.

Tierische Lebensmittel belasten den Organismus und erfordern eine Menge Kraft vom Körper um verstoffwechselt zu werden. Pflanzenkost ist wesentlich besser verdaulich und bringt wesentlich mehr Nährstoffe mit. Manche Lebensmittel sollte man besser meiden, vor allem solche die Industriezucker beinhalten. Zucker gilt als Futter für Krebszellen und sorgt massiv für oxidativen Stress im Organismus. Es gibt viele Zuckeralternativen die wirklich lecker sind und solche Nebenwirkungen nicht aufweisen, der Klassiker ist der Honig. Auch Ahornsirup oder Kokosblütenzucker sind tolle und gesündere Allternativen.

Leben während der Krebs-Therapie

Wenn Sie sich einer konventionellen Krebs-Therapie unterziehen so ist es sehr, sehr wichtig währenddessen ausreichend zu trinken, um so die freien Radikalen und die Giftstoffe, die während der Prozedur anfallen, auszuleiten. Stilles Mineralwasser ist hierfür bestens geeignet. Ferner ist es sehr wichtig sich so basisch wie möglich zu ernähren, was es damit auf sich hat, lesen Sie hier.

Achten Sie auf Ihre Mineralstoffaufnahme! Entgegen der Meinung das Nährstoffe im Rahmen einer konventionellen Krebs-Therapie schaden, empfehlen zahlreiche Wissenschaftler eine zusätzliche Aufnahme von Mikronährstoffen. Die, die wir Ihnen oben aufgezählt haben, sind die absoluten Basics, es gibt viele Stoffe aus der Natur, die unserem Körper wirklich gut tun. Machen Sie sich schlau!

Achten Sie darauf, in Bewegung zu bleiben! Unser Lymphsystem hat keinen eigenen Antrieb, es ist darauf angewiesen das wir uns bewegen damit die Lymphe in Bewegung bleibt. Ferner tut es dem gesamten System gut, wenn man sich bewegt, am besten sogar an der frischen Luft. Ein gemächlicher Spaziergang, wäre in diesem Zusammenhang sehr zu empfehlen.

Achten Sie darauf, Risikofaktoren zu meiden: Das heißt kein Alkohol, kein Nikotin und so wenige Umweltgifte wie nur möglich. Wie oben erwähnt, eigenen sich auch nicht alle Lebensmittel um in dieser Phase gut zurechtzukommen. Wie eingangs erwähnt schaden tierische oftmals mehr als das sie nutzen, da sie wenig Nutzen bringen und die Verdauung belasten. Einen besonderen Stellenwert nimmt Milch dabei ein.

Milch bei Krebserkrankungen?

Milch kann Entzündungsreaktionen verstärken und bringt kaum Ernährungsphysiologische Vorteile mit. Die Mär vom Calciumwunder-Milch, können Sie getrost vergessen, immer mehr Ernährungsexperten, sehen Milch als etwas das nicht für den erwachsenen Menschen bestimmt ist. Wir hier in Deutschland, verbrauchen wesentlich mehr Milch als die meisten unserer Nachbarn. Milchprodukte decken rund ein ¼ unseres täglichen Nahrungsbedarfes ab und gelten allgemein als gesund, uns wird gesagt, dass wir damit unseren Calciumbedarf optimal decken können. Was die wenigsten jedoch wissen, ist die Tatsache, das der Körper das Calcium nur in Verbindung mit Magnesium aufnehmen kann. Magnesium ist in Milch aber kaum enthalten.

Dadurch passiert folgendes: Das Calcium kann vom Körper nicht aufgenommen werden und setzt sich an den Gefäßwänden fest. Dies führt zu arteriosklerotischen Ablagerungen in den Gefäßen, zu sogenannten Plaques. Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen nimmt massiv zu. Hinzu kommt noch, dass unsere konventionelle Milch heute kein wirklich natürliches Lebensmittel mehr ist, wie es unsere Vorfahren kannten. Durch die intensive Massentierhaltung und die Praxis der Homogenisierung, in deren Rahmen die Milch wärmebehandelt und dadurch in ihrer molekularen Struktur verändert wird.

Ernährungswissenschaftler sehen dies seit jeher kritisch, da niemand zu sagen vermag, welche Auswirkungen die Veränderung der Molekülstruktur auf das menschliche System, insbesondere den Darm, hat. Ferner ist unlängst bekannt, dass Kühe in industrieller Haltung prophylaktisch eine Vielzahl an Antibiotika verabreicht bekommen um Krankheitsausbrüche in den Großställen zu vermeiden. Auch Wachstumshormone kommen zum Einsatz. All diese Stoffe, die die Tiere zu sich nehmen, gelangen über die Milch auch zu uns. Im Bezug auf eine Krebserkrankung wäre dies absolut nicht wünschenswert! Konventionell hergestellte Milch sollte man also tunlichst meiden!

Alternative Bio-Milch?

Nicht jeder möchte aus Gesundheitsgründen komplett auf Milchprodukte verzichten und die gute Nachricht ist, das dies auch nicht komplett der Fall sein muss. Bereits der, der einen bedachten und bewussten Konsum hat, profitiert dadurch, und wer sich nicht einschränken möchte, kann immer noch zu Bio-Produkten greifen. Bio-Kühe bekommen wesentlich mehr Grünfutter und keine Antibiotika oder ähnliches. Das heißt, die Schadstoffe sind geringer und die Milch enthält in der Regel noch Omega-3-Fettsäuren. Der Zusammenhang mit dem Magnesium bleibt aber bestehen und sollte bedacht werden. Ebenfalls eine Alternative stellen Produkte aus Bio-Schafs- oder Ziegenmilch dar. Diese Tiere werden in der Regel nicht mit Kraftfutter gefüttert sondern weiden noch auf Wiesen, was ihre Milch wesentlich weniger belastet.

Chemotherapie kann Laktose-Intoleranz verstärken

Rund 15% der Menschen vertragen keine Milch und sind demnach Laktose-Intolerant. Diesen Menschen fehlt ein Enzym das den Milchzucker umwandelt und in verdauliche Bestandteile zerlegt. Ohne dieses Enzym gelangen die Kohlenhydrate unverdaut in den Dickdarm und werden hier von den Darmbakterien vergoren. Dies führt zu Völlegefühl, Schmerzen und Verdauungsstörungen. Ferner geht dieser Prozess auch mit einer erhöhten Infektanfälligkeit einher. Untersuchungen zeigen, dass die Chemotherapie dieses noch verstärken kann, weshalb Menschen in dieser Situation sehr vorsichtig mit Milchprodukten sein sollten.

Die richtige Ernährung bei Krebs | Visite | NDR