E-Nummern: Gefahr durch Zusatz- und Farbstoffe in Lebensmitteln

E-Nummern: Gefahr durch Zusatz- und Farbstoffe in Lebensmitteln

Lebensmittelzusatzstoffe stehen in der Kritik, werden dennoch täglich von vielen Verbrauchern ohne Bedenken zu sich genommen. Dabei können diese Zusatzstoffe Allergien und Krankheiten auslösen und bei Kindern sollen einige Zusätze sogar zur Hyperaktivität und Konzentrationsschwäche führen. Diese Lebensmittelzusatzstoffe werden auch als E-Nummern bezeichnet und einige davon sind laut Experten tatsächlich gefährlich und dennoch in Nahrungsmitteln enthalten. Alles für die schöne Optik des perfektionistischen Verbrauchers, längere Haltbarkeit oder eine vermeintlich bessere Konsistenz. Industrielle Lebensmittelproduktion vor Gesundheit. Aber was genau sind E-Nummern und welche E-Nummern sollen gesundheitliche Risiken auslösen? Gibt es Zusatzstoffe, welche Sie in Zukunft besser vermeiden sollten? Erhalten Sie hier wichtige Fakten über die E-Nummern in Deutschland.

Von Anastasia Johlen

Was genau ist unter E-Nummern zu verstehen?

Die E-Nummer enthalten in Europa zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe, dabei steht das „E“ für Europa. Bis 1993 waren in Deutschland „nur“ 265 E-Nummern zugelassen, inzwischen sind es über 300 Zusatzstoffe, die in Lebensmitteln und Produkten verwendet werden dürfen. Die verschiedenen Stoffe haben unterschiedliche Funktionen, die entweder für eine schönere Optik, Geschmack oder Haltbarkeit sorgen.

Verschiedene Kategorien der Zusatzstoffe:

Antioxidationsmittel: Schützen Lebensmittel vor dem Verderb durch Reaktion mit Sauerstoff, führt zur längeren Haltbarkeit.

Emulgatoren: Verbinden Stoffe, die nicht miteinander mischbar sind, zum Beispiel Öl und Wasser.

Künstliche Farbstoffe: Chemische Verbindungen, die für kräftige und starke Farben in Lebensmitteln und in Süßigkeiten sorgen. Die Farbveränderungen während der Verarbeitung sollen ausgeglichen und Kundenerwartungen befriedigt werden.

Verdickungsmittel: Stoffe die Wasser binden können und dadurch die Viskosität des Produkts erhöhen. Dadurch entsteht eine bessere Konsistenz, beispielsweise bei Pudding oder Eis.

Geschmacksverstärker: Sorgen, wie der Name schon verrät, für eine Verstärkung des Geschmacks. Bestimmte Stoffe intensivieren die Geschmacksrichtungen. Als echte Geschmacksverstärker werden im eigentlichen Sinne nur Einzelstoffe mit E-Nummer E6xxx bezeichnet, aber es gibt auch Mischprodukte, die Geschmäcker verstärken, wie Hefeextrakt und Aromen.

Konservierungsstoffe: Sorgen für eine längere Haltbarkeit, indem Sie Mikroorganismen (Schimmelpilze und Bakterien) hemmen. Diese Art der Zusatzstoffe konservieren Lebensmittel und Produkte.

Zuckeraustauschstoffe: Ersetzen den üblichen Haushaltszucker und werden Insulinunabhängig verstoffwechselt. Daher werden Zuckeraustauschstoffe gerne in der Diabetikerernährung verwendet.

Zusatzstoffe erkennen: Verbraucher können sich informieren

Jeder der Zusatzstoffe muss vor seiner Zulassung durch die European Food Safety Authority (EFSA) geprüft werden, dennoch gibt es Stoffe, die in Deutschland zugelassen sind, in anderen Ländern hingegen nicht. Auch wenn es so scheint, als wenn die E-Nummern nur gute Eigenschaften haben, viele dieser Zusatzstoffe stehen im Verdacht Allergien auszulösen und Krankheiten wie Alzheimer, Asthma, Neurodermitis und sogar Krebs zu begünstigen.

Einige Hersteller von Lebensmitteln und Produkten gehen den E-Nummern aus dem Weg, so finden Sie als Verbraucher auf der Zutatenliste oft gar keine E-Nummern mehr. Citronensäure klingt vermeintlich harmloser als E330. Grund für dieses Vorgehen ist der bewusstere Lebensmittelumgang und eine bewusste Ernährung, welche unter den Verbrauchern stetig zunimmt. So kann behauptet werden, dass Hersteller die Unkenntnis der Konsumenten ausnutzt und die Zusatzstoffe als vermeintlich harmlose Inhalte delegieren. Dabei ist das ganze kein Verbrechen, denn Unkenntnis schützt nicht und die Hersteller rechtfertigen Zusatzstoffe mit den wachsenden Anforderungen der Verbraucher.

Deshalb lassen Sie sich nicht blenden, auch wenn Sie auf einem Produkt keine E-Nummer finden, bedeutet das nicht, dass das Produkt frei von Zusatzstoffen ist.

Dennoch sind nicht alle E-Nummern schlecht oder gesundheitliche Risikofaktoren: Etwa 40 Nummern sind sogar für Bio-Lebensmittel zugelassen. Trotzdem müssen Restaurants, Eisdielen, Metzger und Imbisse auf Nachfrage Informationen zu den Zusatzstoffen geben. Und auch die Zutatenliste auf Lebensmitteln und Produkte muss den jeweiligen Zusatzstoff enthalten, ob als E-Nummer oder mit dem Namen des Stoffes. Damit Sie in Zukunft wissen, welches Zusatzstoffe hinter den E-Nummern stecken, erhalten Sie hier einige Zusätze, die gesundheitliche Risiken mit sich bringen können.

Gefährliche E-Stoffe: Künstliche Farbstoffe schaden besonders Kindern

Es gibt einige Zusatzstoffe, die in Deutschland trotz gesundheitlicher Risiken für die Konsumenten zugelassen sind. Vor allem künstliche Farbstoffe sollen riskant für Erwachsene und besonders für Kinder sein. So sollen sich einige künstliche Farbstoffe auf die Hyperaktivität und das Verhalten von Kinder auswirken. Man findet Sie in Süßigkeiten, Backwaren, aber auch in Fisch- und Fleischprodukten.

Diese E-Nummern sind bedenklich für Kinder:

    • E102 (Tartrazin)
    • E110 (Gelborange)
    • E122 (Azorubin)
    • E124 (Cochenillerot)
    • E129 (Allurarot)
    • E104 (Chinolingelb)

Mit einer bewussten Ernährung können Sie sich und Ihr Kind vor den gefährlichen Zusatzstoffen schützen. Kaufen Sie Süßigkeiten im Bioladen oder Reformhaus, auch die Aufschrift „ohne künstliche Farbstoffe“ ist wichtig. So können Sie sicher sein, dass das gewünschte Produkte keine künstlichen Farbstoffe beinhaltet. Mittlerweile verzichten einige Hersteller bewusst auf die Farbstoffe in Ihrer Produktion. Gehen Sie bewusst einkaufen und suchen Sie nach Alternativen.

Bedeutung & Wirkung der E-Nummern: Welche Zusatzstoffe sind risikobehaftet?

Zu den risikohaften Zusatzstoffen zählen die bereits erwähnten künstlichen Farbstoffe, einige davon sind in anderen Ländern sogar verboten. Erfahren Sie hier in welchen Produkten der Zusatzstoff vorkommt und welche gesundheitliche Auswirkungen mit dieser E-Nummer in Verbindung gebracht werden.

Risikobehaftete Farbstoffe:

E102 (Tartrazin)

Dieser künstliche Farbstoff ist in Norwegen verboten, in Deutschland jedoch erlaubt. E-102 wird mit Hautausschlägen, Atemschwierigkeiten oder auch einem beeinträchtigten Sehvermögen in Verbindung gebracht. Die E-Nummer kommt in Senf, Puddingpulver, Schmelzkäse sowie Getränken und Süßigkeiten vor.

Es handelt sich bei Tartrazin um einen künstlichen gelben Farbstoff, der ein hohes Allergiepotential hat. Besonders für Menschen, die auf Aspirin oder Benzoesäure empfindlich reagieren und unter Asthma oder Neurodermitis leiden, ist der Verzehr bedenklich. Die Verbraucherzentralen raten von einem Verzehr in größeren Mengen ab.

E110 (Gelborange S)

Dieser Farbstoff E 110 färbt etwa Käse, Weingummi und Lachsersatz gelborange. Es wird vermutet das der Farbstoff Gelborange S Asthma und Neurodermitis auslöst. Ebenfalls kann durch diesen Zusatzstoff die Aufmerksamkeit und Aktivität von Kindern beeinträchtigt werden. In Tierversuchen führte der Zusatzstoff E110 zu Nierentumoren.

E122 (Azorubin)

Bei E122 handelt es sich um roten Farbstoff, der in Fertigprodukten und Fertigsuppen vorkommt, aber auch in Süßigkeiten und Getränken verwendet wird. Dieser Farbstoff kann besonders bei Menschen mit einer Empfindlichkeit gegenüber Aspirin und Benzoesäure für Reaktionen sorgen. Die Verbraucherzentralen raten von einer großen Verzehrmenge ab.

E 124A (Cochenillerot A)

Dieser Farbstoff ist vermutlich schon vielen Konsumenten unbewusst begegnet: Der Farbstoff E124A färbt den Lachsersatz so schön rot. Auch in Fruchtgelee, Süßwaren und Chorizo-Wurst ist dieser Farbstoff zu finden. Dieser Zusatzstoff gilt ebenfalls als Allergie auslösend und soll die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinflussen. Es wird ebenfalls von einem Verzehr in größeren Mengen abgeraten.

E 129 (Allurarot)

Paradoxerweise ist über diesen roten Farbstoff recht wenig bekannt, es wurden kaum Untersuchungen veröffentlich. Trotzdem ist dieser E129 in Deutschland zugelassen, in Dänemark, Belgien, Schweden, Frankreich und der Schweiz ist die E-Nummer E129 verboten.

Aufgrund der geringen wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind die Auswirkungen dieses Zusatzstoffes noch nicht bekannt, jedoch wird Menschen mit Aspirin- oder Benzoesäureallgerie, Asthma oder Neurodermitis geraten, diesen Farbstoff zu meiden.

E 104 (Chinolingelb)

Diese E-Nummer ist nur noch für spezielle Lebensmittel in geringen Mengen zugelassen. Brausepulver, Kaugummi, Räucherfisch, Götterspeise und Obstweine: Diese Lebensmittel und Produkte enthalten den gelben Farbstoff E104 in geringen Mengen. Chinolingelb steht unter Verdacht Krebs auszulösen, in Japan, Norwegen und den USA ist dieser Zusatzstoff verboten. Ebenfalls kann dieser Stoff die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen.

Weiterhin gibt es auch andere Zusatzstoffe, die Risiken mit sich bringen. Jedoch sind es auffällig viele künstliche Farbstoffe, welche zugelassen sind, obwohl gesundheitliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden können und andere Ländern diese E-Nummer verbieten.

Weitere risikobehaftete Zusatzstoffe:

E173 (Aluminium)

Der bekannte Zusatzstoff Aluminium: Bisher ist überwiegend die Verwendung in Deodorants und anderen Pflegeprodukten bekannt. E173 steht im Verdacht Alzheimer, Brustkrebs und Demenz auszulösen, weshalb der Trend in Richtung „Deodorant ohne Aluminium“ geht.

Doch auch in der Lebensmittelindustrie wird der Zusatzstoff Aluminium verwendet: Als silbergrauer Farbstoff ist E173 als Überzug von Zuckerwaren und Dekorationen von Kuchen sowie Gebäck zugelassen. Besonders Menschen mit Nierenerkrankungen sollten diese E-Nummer meiden.

E284 (Borsäure)

In der Vergangenheit hat diese E-Nummer bereits zu Vergiftungen geführt, dennoch ist E284 als Konservierungsmittel für Kaviar zugelassen. Dieses Konservierungsmittel kann vom menschlichen Organismus nicht abgebaut werden und lagert sich im Körper an. Bei häufigem Verzehr verursacht Borsäure Durchfälle und innere Organschäden, jedoch besteht dafür im Alltag eine geringe Wahrscheinlichkeit.

E425 (Konjak)

Diese E-Nummer wird aus der Teufelszunge gewonnen: Hierfür wird die Wurzel einer asiatischen Pflanze zu Mehl verarbeitet. Das Resultat ist E425; welches in Glasnudeln und fernöstlichen Spezialitäten verwendet wird. Dieser Zusatzstoff kann nicht vom Körper aufgenommen werden, zunächst scheint das nicht weiter schlimm zu sein. Doch E425 vergrößert den Darminhalt und stört die Aufnahme wichtiger Nährstoffe. Deshalb ist E425 immerhin in der EU in Gelee-Süßwaren verboten, denn im schlimmsten Fall kann sich dieses Verdickungsmittel im Rachenraum festsetzen und bei Kindern zur Atemnot und Erstickungsanfällen führen.

Vielleicht sind Sie jetzt verwundert, wie solche Zusatzstoffe in Lebensmitteln und Nahrungsmitteln vorkommen können. Das Problem ist, dass die Zusatzstoffe irgendwann von einer Kommission für unbedenklich erklärt wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren die bedenklichen Nebenwirkungen und gesundheitlichen Risiken noch nicht bekannt. Nach einer erteilten Zulassung wird diese oft nicht widerrufen.

Versuchen Sie in Zukunft die Produkte im Supermarkt, Restaurant und Co vor dem Kauf oder Verzehrt genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei Unsicherheit dürfen Sie sich bei Verkäufern oder Ansprechpartner über die Inhalte inklusive Zusatzstoffe informieren. Eine schriftliche Aufzählung der E-Nummern oder Namen der Zusätze ist seit Ende 2014 Pflicht.