10 km
Ärzte
Zahnärzte in den größten Städten
Zahnärzte in Bundesländern

Zahnärzte in Deutschland

Zahnärzte in Deutschland

Zahnarztbesuch: Kontrolle, Vorsorge und Behandlung

Mehr als 75 % der deutschen Bevölkerung hat Angst vor einem Zahnarztbesuch, weshalb der Gang zum Zahnarzt oft aufgeschoben wird. Für einige Menschen kann eine Behandlung und Vorsorge zur reinsten Qual werden, sodass diese den Zahnarztbesuch komplett vermeiden. Sicherlich lösen Unsicherheit und Unwissen über Untersuchungs- und Behandlungsmethoden einige Angstzustände aus, aber auch schlechte Erfahrungen und Erlebnisse können einen dauerhaften Furcht vorm Zahnarzt prägen. Hier erfahren Sie, wie eine Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt in der Regel aussieht und welche (alternativen) Behandlungs- und Untersuchungsmethoden es für Kiefer- und Mundraum gibt.

Was passiert bei der Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt?

Für viele ist die Kontrolle beim Zahnarzt eine unschöne Angelegenheit, aber eine regelmäßige Untersuchung durch den Zahnarzt fördert die Zahngesundheit und ist dementsprechend wichtig. Von Zahnärzten wird eine halbjährige Kontrolle Ihrer Zähne empfohlen, denn so können Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Denn unsere Zähne arbeiten täglich auf Hochtouren und müssen standhaft gegen zucker- und säurehaltige Nahrungsmittel bleiben, so sind sie ständig auf die richtige Pflege und den Schutz vor Karies und anderen Mund- und Zahnkrankheiten angewiesen.

Bei der Vorsorgeuntersuchung schaut sich Ihr Zahnarzt die Zähne ganz genau an, im Allgemeinen brauchen Sie bei der Kontrolle den Einsatz von Spritzen und Bohrer nicht zu befürchten. Der Zahnarzt prüft die Gesundheit von Zähnen, Zahnfleisch und der Mundschleimhaut. Mit einem Mundspiegel schaut sich der Fachmann die Zähne und die Mundhöhle an, damit Erkrankungen sofort erkannt werden. Im nächsten Schritt wird von jedem Zahn die Härte des Zahnschmelzes und der Pflegezustand überprüft. Einige Stellen können Zahnstein haben, hierbei handelt es sich um nicht mehr weichen Zahnbelag (Plaque), der mit einem leichten kratzenden Geräusch durch das entsprechende Instrument verschwindet. Für die Zahnsteinentfernung kommt in der Regel ein Ultraschallgerät zum Einsatz, das durch eine schwingende Metallspitze mit leichtem Druck den Zahnstein entfernt. Mit Wasser wird die Reinigungswirkung optimiert. Einige Patienten beschrieben die Zahnsteinentfernung als sehr unangenehm und als ein komisches Gefühl, aber nicht als schmerzhaft. Abschließend werden vorhandene Füllungen auf den richtigen Sitz und Schäden kontrolliert und in einigen Fällen ein Röntgenbild Ihres Kiefers gemacht.

Werden kleinere Probleme entdeckt, informiert Sie Ihr Zahnarzt unverzüglich darüber und Sie besprechen das weitere Vorgehen. Auch wenn viele Patienten Angst vor der Vorsorgeuntersuchung haben, diese ist vollkommen unbegründet, denn prinzipiell ist der Ablauf harmlos und schmerzfrei. Das wichtigste ist, dass Sie Ihren Zahnarzt informieren, falls Sie sich unwohl und gestresst fühlen. Ebenfalls sollten Sie ihm mitteilen, wenn Sie vor bestimmten Behandlungsmethoden oder Untersuchungsinstrumenten Angst haben.

Nach dem Zähnen wird das Zahnfleisch auf Entzündungen untersucht, dafür wird die Tiefe der Zahnfleischtaschen ermittelt. Ist Ihr Zahnfleisch gerötet und blutet es oft beim Zähneputzen, ist eine Entzündung häufig der Grund. Das Messen der Zahnfleischtiefe kann bei der Untersuchung leicht pieksen und eine kleine Blutung lässt sich, je nach Entzündungsstadion, nicht vermeiden. Jedoch ist dieses Verfahren auszuhalten und bei einer Entzündung unabwendbar. Die Vorsorgeuntersuchung endet mit einem Abschlussgespräch in dem Ihr Zahnarzt Sie über die Befunde informiert. Manchmal sind folge Termine oder eine professionelle Zahnreinigung nötig, damit ein strahlendes und gesundes Lächeln bleibt oder entsteht.

Angst vorm Zahnarzt: Woher kommt die Zahnarztphobie?

Da der Besuch zum Zahnarzt ein Muss ist, um ein gesundes Lächeln zu erhalten, können Vorsorgeuntersuchungen von Ihnen nicht ignoriert werden. Auch wenn Sie Angst vorm Zahnarzt haben, dürfen Sie sich nicht davor verstecken. Stattdessen sollten Sie den Grund für Ihre Furcht herausfinden und mit Ihrem Zahnarzt eine Lösung finden. Aber woher kann die panische Angst vorm Zahnarzt kommen?

Viele Menschen gehen mit einem flauen Gefühl zum Zahnarzt, aber die Mehrzahl der Bevölkerung hat sogar eine Zahnarztphobie. Die Angst vor der Behandlung beim Zahnarzt ist so groß, dass Termine nicht wahrgenommen werden oder Behandlungen fast unmöglich sind. Die Gründe für diese Angstzustände können unterschiedliche Ursachen haben. Ein Grund könnte zum Beispiel die Patienten-Arzt-Begegnung sein, denn beim Zahnarzt befinden wir uns auf einem Liegestuhl, in einer ungeschützten Position mit offenem Mund. Diese Situation während der Untersuchung und Behandlung wird von vielen Patienten als Kontrollverlust empfunden. So fühlen sich die Patienten ausgeliefert und können die Behandlung und das Vorgehen im eigenen Mund nicht nachvollziehen. Deshalb spielt es eine große Rolle, wie sich der Zahnarzt während der Untersuchung und Behandlung verhält. Er sollte jeden Schritt erklären und mit dem Patienten ein Gespräch aufbauen, dadurch fühlt sich der Patient in die Untersuchung und Behandlung eingebracht und informiert.

Ein weiterer Grund könnte die Untersuchungs- und Behandlungsregion unseres Körpers sein, denn die Mundhöhle und der Kiefer sind sehr schmerzempfindliche Körperregionen. Unerwartete Schmerzen werden also oft stark wahrgenommen. Ebenfalls kann die Angst in schlechten Erfahrungen und Erlebnissen begründet sein. Egal ob diese Erfahrungen in der Kindheit gesammelt wurden oder beim letzten Zahnarzttermin, die Panik vor dem Gang zum Zahnarzt besteht und ist tief im Unterbewusstsein der Patienten verankert. Als Angstpatient können Sie mit ganz unterschiedlichen Symptomen reagieren, so können Sie lediglich nervös sein und stark schwitzen, andere wiederum sind vor Angst am zittern und empfinden Schmerzen in der Brust.

Auslöser für die Zahnarztphobie:

  • traumatische Erlebnisse während einer Zahnbehandlung

  • Unsicherheit, ob während der Behandlung Schmerzen auftreten. Erwartungsangst entsteht, da viele Patienten von Schmerzen ausgehen

  • Erzählungen aus dem sozialen Umfeld

  • Verlust der Selbstkontrolle und das Gefühl ausgeliefert zu sein

  • biologische und individuelle Anfälligkeit im Umgang mit AngstfürchtenEigenschaften und Verhaltensweisen des Zahnarztes und der Mitarbeiter

Alternative und schmerzarme Behandlungsmethoden

Nicht nur eine allgemeine Angst vor dem Zahnarztbesuch besteht unter der deutschen Bevölkerung, auch die Furcht vor bestimmten Instrumenten und Behandlungen. So haben 49% Angst vor dem Bohrer und 47% vor dem Wurzelheber oder dem Ziehen eines Zahnes. Aber müssen diese Methoden Standard in den Zahnarztpraxen sein? Gibt es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten?

Einige Zahnärzte haben sich auf Angstpatienten spezialisiert und nutzen schonende Behandlungsmethoden, so können die Patienten mit bestimmten Mitteln beruhigt werden. Eine örtliche Betäubung kann die Angst vor Schmerzen nehmen, eine Lachgassedierung befreit die Patienten zusätzlich vor Angstzuständen. Zu weiteren schonenden Behandlungsmethoden, die für weniger Stress und Schmerzen sorgen, zählen Ultraschall- und Lasermethoden oder Hypnose.

Lachgas beruhigt und nimmt die Panik

Das Gemisch aus Lachgas und Sauerstoff wird den Patienten über eine Nasenmaske verabreicht. Nach einigen Atemzügen fühlen Sie sich als Patient locker und entspannt, trotzdem bleiben Sie ansprechbar und bei vollem Bewusstsein. Das Angst- und Schmerzempfinden wird deutlich reduziert und ein Gefühl von Leichtigkeit oder Schwere breitet sich im Körper aus. Durch diesen Gefühlszustand vermindert sich auch das Zeitempfinden des Patienten, sodass die Behandlung als kürzer und stressfreier empfunden wird.

In der Regel ist der Einsatz von Lachgas ungefährlich, solange es mit Sauerstoff vermischt wird. Denn die Inhalation von reinem Lachgas ist gefährlich, da die Sauerstoffkonzentration in der Lunge und im Blut stark sinken kann. Im Gegensatz zu vielen Narkosemitteln wird das Lachgas im Körper nicht verstoffwechselt und nur über die Lunge abgeatmet sowie über die Haut abgegeben. Dadurch können auch Patienten mit bedingter Leber- oder Nierenfunktion mit Lachgas beruhigt werden. Zusätzlich hat die Sedierung mit Lachgas den Vorteil, dass der Patient ansprechbar bleibt und der Zahnarzt sich nach seinem Wohlbefinden erkundigen kann.

Vollnarkose: Besonders bei aufwendigen Behandlungen

Bei langen Behandlungseingriffen, die zusätzlich komplexer sind, bietet sich für Angstpatienten die Vollnarkose an. Nicht nur bei Angstpatienten kann die Vollnarkose angebracht sein, auch bei chirurgischen Eingriffen im Mund- und Kieferbereich.

Der Patient ist während der Zahnbehandlung komplett schmerz- und angstfrei, denn unter Narkose schläft dieser, bekommt also nichts von der Behandlung und dem Vorgehen des Zahnarztes mit. Durch die Vollnarkose können Behandlung von mehreren Stunden durchgeführt werden, das hat den Vorteil, dass Angstpatienten für mehrere Behandlungen nur einen Termin benötigen. Generell gilt die Vollnarkose als risikoarm, da diese mittlerweile eine Routinemaßnahme in der Medizin ist. Wird die Vollnarkose gut vorbereitet, kann in der Regel nichts schief gehen. Trotzdem sollten Sie sich überlegen, ob eine Narkose sinnvoll ist und die Behandlung diesen Schritt begründet. Denn eine Vollnarkose sollte immer die Ausnahme bleiben, ein gesundheitliches Risiko besteht immer, da es für Ihre Organe ein anstrengender Prozess ist.

Hypnose reduziert die Angst vor einer Zahnarztbehandlung

In einigen Zahnarztpraxen sorgt Hypnose für die innere Ruhe und Entspannung bei Patienten. Ein speziell dafür ausgebildeter Zahnarzt leitet den Patienten in die innere Ruhe und Zufriedenheit ein. Der Patient soll sich auf ein besonders positives Erlebnis konzentrieren, so entsteht ein Zustand der Ausgeglichenheit. Dadurch sinkt die Atmung und der Puls, zusätzlich werden Angstgefühle und Schmerzwahrnehmung geringer. Jedoch ist für den erfolgreichen Effekt eine entsprechende Vertrauensbasis zwischen Zahnarzt und Patienten wichtig.

Laser & Ultraschall satt Bohrer und Handarbeit

49 % der Patienten haben Panik, wenn der Bohrer zum Einsatz kommt: das laute und komische Geräusch und das kalte unangenehme Ziehen in den Zähnen. Schmerzen sind eigentlich nicht der Fall, aber diese werden oft erwartet. Die ganze Situation bedeutet für einige Patienten Stress pur. Es geht aber auch anders: Der Laser hat in vielen Praxen den Bohrer verdrängt. Nicht nur bei Karies kommt ein neues Instrument zum Einsatz, auch bei der Behandlung von Ablagerungen in den Zahnfleischtaschen: Sanft und schmerzlos werden die Ablagerungen mit einem Ultraschall abgetragen. Die modernen Zahnärzte entsprechen oft nicht mehr denen aus der Kindheit.

Auch wenn Ihnen schon bei dem Gedanken an den Zahnarztbesuch flau im Magen wird oder Sie sogar den Gang zum Zahnarzt komplett vermeiden: Informieren Sie sich über alternative und schonende Behandlungsmethoden. Es gibt immer eine Lösung, damit sich der Patient wohl fühlt und die Gesundheit bleibt. Kontaktieren Sie Ihren aktuellen Zahnarzt oder finden Sie einen Fachmann, der sich auf Angstpatienten spezialisiert hat. Vergewissern Sie sich über die Kosten der alternativen Behandlungen und erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse über eventuelle Kostenbeteiligung. So bleibt Ihr Mund gesund.