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Urologen in Deutschland

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Der Urologe als vermeintlicher Männerarzt: Was Sie beim Urologen erwartet

Ein Mythos besteht rund um diesen Facharzt: Der Urologe gilt vermutlich in der Gesellschaft als klassischer Männerarzt. Quasi das Gegenstück zum Gynäkologen, dem Frauenarzt. Aber nicht nur Männer sind Patienten beim Urologen, sondern auch Frauen mit Beschwerden im Bereich des Harntraktes. Durch Vorurteile und Schamgefühl zögern viele Patienten den Arztbesuch bei Urologen hinaus, besonders das männliche Geschlecht ziert sich vor einer urologischen Untersuchung.

Wann ist der Gang zum Urologen sinnvoll?

Nicht nur für Männer ist der Urologe ein wichtiger medizinische Ansprechpartner, sondern auch für Frauen. Der Urologe ist für alle Beschwerden im Bereich des Harntraktes, also Blase, Harnröhre und Harnleiter, der richtige Facharzt. Hierbei können die Probleme ganz unterschiedlich aussehen: Typischerweise führt die Blasenentzündung bei Frauen zum Urologen, denn auch wenn Sie die Meinung vertreten, dass der Urologe ein Männerarzt sei; bei manchen Erkrankungen liegt der weibliche Patientenanteil über dem des männlichen Geschlechts.

Die Beschwerden reichen beispielsweise von Inkontinenz, Nierensteinen, Blasenentzündungen, Blut im Urin oder Störungen beim Wasserlassen bis hin zu Erektionsstörungen und Vorsorgeuntersuchungen. Lassen Sie sich bei Zweifeln von Ihrem Hausart beraten, ob ein Gang zum Urologen sinnvoll ist. In jedem Fall sollten Sie bei Schmerzen im Harnbereich und zur Krebsvorsorge einen Urologen aufsuchen.

Untersuchungsmethoden: Die eigentliche urologische Untersuchung

Nach dem Anamnesegespräch erfolgt die körperliche Untersuchung, die je nach Beschwerden unterschiedlich aussehen kann. In den meisten Fällen können mehrere Untersuchungen bei einem Arzttermin in der urologischen Praxis stattfinden, abhängig von den Beschwerden und Schmerzen. Routinemäßig gehört oft eine Urinprobe zum Bestandteil einer Untersuchung, vermutlich geben Sie diese vor betreten des Behandlungszimmer bei den Arzthelferinnen ab. Zusätzlich kann auch eine neurologische Untersuchung beim Urologen erfolgen, denn Blasenfunktionsstörungen oder Erektionsstörungen können auch durch Schädigungen von Nerven ausgelöst werden. Somit sollte der Urologe gezielt nach neurologischen Ausfällen im Becken- und Genitalbereich suchen.

Der Urin: Hinweise auf Bakterien und Erkrankung von Niere und Harnwege

Mit einem einfachen Urintest lassen sich zuverlässig mehrere Substanzen, z.B. Zucker, Eiweiß und Entzündungszellen, im Urin nachweisen und bestimmten. Hierbei ist es wichtig, den Urin richtig zu gewinnen, weshalb der sogenannte Mittelstrahlurin am Morgen am besten geeignet ist. Dieser Urin sollte jedoch nicht länger als zwei Stunden vor dem Test gewonnen werden. Bei einigen Beschwerden reicht die Untersuchung des Harns durch einen einfachen Urintest nicht aus, so kann es sein, dass Sie den Urin eines gesamten Tages (24-Stunden-Urin) sammeln müssen. Ebenfalls kann Urin für die Diagnose von Erkrankungen der Niere und der Harnwege hilfreich sein.

Das Blut: Nachweis von Entzündungen und prüfen der Nierenfunktion

Das Blut gibt dem Urologen Hinweise auf Entzündungen und hilft den Hormonstatus zu beurteilen, sowie auffällige Veränderungen von Tumormarkern festzustellen. Diese Tumormarker sind spezielle Blutwerte, die bei einem erhöhten Wert mit weiterführenden Untersuchung abgeklärt werden sollten (z.B. Ultraschall der Prostata).

Die Niere: Tasten & Ultraschalluntersuchung

Da gesunde Nieren in der Regel nicht tastbar sind, nutzt der Urologe das bildgebende Verfahren des Ultraschallgeräts. Somit kann er sich einen Einblick ins Innere der Patienten verschaffen und die Nieren betrachten. Für die Untersuchung liegt der Patient auf einer Liege und muss sehr tief einatmen, sodass der Urologe die Nieren unter den Rippenbögen ertasten und schallen kann. Zusätzlich beklopf der Arzt den Bereich links und rechts der oberen Lendenwirbelsäule, dort befindet sich das Nierenlager. Empfindet der Patient dabei Schmerzen, so kann dieses ein Hinweis auf eine Entzündung im Bereich der Nieren oder eine Harnstauung sein.

Die Harnblase: Tasten

Die Füllung der Harnblase kann auch ohne Ultraschall festgestellt werden. Dazu muss der Urologe die Harnblase durch den Unterbauch ertasten. Bei Frauen kann die Größe und Fülle der Harnblase auch durch eine vaginale Tastuntersuchung ergänzt werden.

Untersuchung bei Männern: Krebsvorsorge & Gesundheits-Check

Für die Mehrheit der Frauen ist der Gang zum Gynäkologen vermutlich selbstverständlich und nach einigen Terminen genauso normal, wie andere Arztbesuche. Jedoch ist unter Männern das Thema Urologe überwiegend tabu: Ein peinliches Thema, was die meisten Männer umgehen möchten. Obwohl der Urologe bei Fragen rund um die männlichen Geschlechtsorgane der richtige Ansprechpartner ist, wird er eher gemieden, als besucht. Der Arzttermin beim Urologen wird nicht selten hinaus gezögert, obwohl die Untersuchungen der Geschlechtsorgane wichtig sind und lange nicht so schlimm wie vermutet oder Gerüchte annehmen lassen. Genau wie die weiblichen Geschlechtsorgane sollten auch die Männer ihre Geschlechtsteile regelmäßig untersuchen lassen. Besonders bei akuten Beschwerden sollten Sie nicht aus Scham auf die Beurteilung und Diagnose eines medizinischen Experten verzichten.

Die Tastuntersuchung: Penis, Hoden und Prostata

Nach dem ersten Gespräch folgt die körperliche Untersuchung. Der Urologe tastet Bauch, Leisten, Penis und Hoden ab, sodass Auffälligkeiten entdeckt und abgeklärt werden können. Darauf folgt die rektale Tastuntersuchung; sicherlich ist der berühmt-berüchtigte „Finger im Enddarm“ bei der Krebsvorsorgeuntersuchung nicht ganz unschuldig an dem Zaudern vor einer urologischen Untersuchung bei Männern. Jedoch ist diese Untersuchung wichtig und notwendig, um Entzündungen oder einen bösartigen Tumor der Prostata auszuschließen. Nur so kann der Fachmann vorsichtig die Prostata abtasten und eine auffällige Vergrößerungen, Beschaffenheit und Form feststellen.

Auch wenn Ihnen diese Untersuchung peinlich und unangenehm sein sollte, schmerzhaft ist sie in der Regel nicht und nach wenigen Minuten überstanden. Zudem handelt es sich um eine wichtige Vorsorgeuntersuchung, denn die Rate von bösartigen Hodentumoren sei im Alter von 18 bis 35 am höchsten, weshalb eine Vorsorgeuntersuchung mit 40 in einigen Fällen zu spät ist. Prostatakrebs ist eine ernst zunehmende Erkrankung, die unter Männern die häufigste Krebserkrankung ist: Pro Jahr werden bundesweit etwa 63 400 Neuerkrankungen diagnostiziert (Robert Koch-Institut).

Für diese Krebsfrüherkennungsuntersuchung, sollten Männer unbedingt die Scheu vor dem Urologen sowie die Angst vor der Tastuntersuchung von Prostata, Penis und Hoden überwinden. Genau wie Frauen sollten auch Männer Ihre Geschlechtsorgane, also Penis und Hoden, regelmäßig untersuchen lassen. Nach der körperlichen Untersuchung teilt Ihnen der Urologe die Befunde mit und bei Auffälligkeiten werden weitere Untersuchungen veranlasst. So zum Beispiel eine Blut- oder Gewebeabnahme oder ein Urintest. Aber nicht nur für die Prävention ist der Urologe Ansprechpartner der Männer, sondern auch bei Schmerzen im Harnbereich, Erektionsstörungen und Beschwerden im Intimbereich.

Haben Sie keine Scheu sich von einem Urologen untersuchen zu lassen, es handelt sich um eine Routineuntersuchung, bei der Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden im Vordergrund steht.