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Psychotherapie: Psychiater oder Psychologe? Wenn Ihre Seele Hilfe braucht

Wenn Sie von seelischen Problemen geplagt werden und sich hilflos fühlen, wie in einem tiefen schwarzen Loch, kann Ihnen vermutlich eine Psychotherapie weiterhelfen. Und das ist kein Grund sich zu schämen: Sich ein Problem oder sogar eine psychische Störung einzugestehen ist der erste Schritt in Richtung Heilung. Und damit sind Sie nicht alleine, denn schätzungsweise jede zweite Frau und jeder dritte Mann leidet einmal im Leben unter einer kranken Seele. Aber wie genau wird Ihre Seele behandelt? Wer ist für Sie der richtige Ansprechpartner und was kommt auf Sie zu?

Was ist eine Psychotherapie?

Die wortwörtliche Übersetzung von Psychotherapie bedeutet „Behandlung der Seele“, aber sie ist auch, als „Behandlung mit seelischen Mitteln“ zu verstehen. Was genau sich hinter dieser Behandlungsform versteckt, ist vermutlich der Allgemeinheit bekannt, es werden psychologische Methoden angewandt, psychotherapeutische Gespräche, Entspannungsverfahren und kognitive Methoden, aber wie sieht die Therapie genau aus?

Ziel der Psychotherapie ist es, Störungen des Denkens, Handelns und Erlebens zu erkennen, zu analysieren und zu therapieren. Psychische Störungen, wie Depressionen, Ängste, Essstörungen oder Zwänge werden untere anderem durch diese seelische Therapieform behandelt. Ebenfalls kann eine Psychotherapie auch als ergänzende Behandlung genutzt werden, so zum Beispiel bei Tumor- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn psychische Erkrankungen können auch durch die Diagnose einer körperlichen Krankheit, wie Krebs, begünstigt oder ausgelöst werden.

Die Psychotherapie ist eine gezielte Behandlung von psychischen Störungen und Krankheiten, wobei das bestimmte Problem des Patienten/ Klienten in einem vorgesehenen Zeitraum behoben werden soll, sodass der Betroffene die seelischen Probleme verarbeitet und überwindet oder den Umgang mit diesen erlernt.

Wann ist für Sie eine Psychotherapie ratsam?

Es handelt sich bei psychischen Störungen oder Krankheiten genauso um eine Krankheit, wie wenn Sie körperlich erkranken. Deshalb sollten Sie sich gleichermaßen um ärztliche oder psychologische Betreuung bemühen und die Signale und Hinweise ernst nehmen. Haben Sie keine Scheu sich bei Ihrem Hausarzt oder anderen Vertrauenspersonen nach einem entsprechenden Ansprechpartner zu erkundigen.

Eine psychische Krankheit wird diagnostiziert, wenn Sie z.B. in eine tiefe Trauer, Unlust und Unzufriedenheit verfallen, somit steht der Leidensdruck des Patienten an erster Stelle. Einige psychische Krankheiten verändern Ihre persönliche Wahrnehmung, weshalb nicht nur Ihr Leidensdruck ein wichtiges Kriterium ist, sondern auch die Gefährdung andere, etwa bei einer wahnhaften Schizophrenie oder speziellen Verhaltensstörungen.

Fast noch wichtiger als zu erkennen, dass Sie unter seelischen Beschwerden leiden, ist es, dass Sie eine gewisse Bereitschaft gegenüber der Psychotherapie zeigen. Sie müssen gegenüber der Behandlungsmethoden offen sein und motiviert sein, sich mit Ihren Problemen auseinanderzusetzen und diese zu bearbeiten. Vermutlich fällt der Mehrheit dieser Schritt besonders schwer, weshalb ein Wechselbad der Gefühle und das Schwanken von Hoch- und Tiefphasen nicht seltene Begleiterscheinungen der Psychotherapie sind. Besonders traumatische Erfahrungen, die oft verdrängt werden, müssen aufgearbeitet werden; dieser Prozess ist für betroffene Patienten ein großer Schritt. Nach einigen Therapiesitzung können bei Ihnen auch Zweifel an Sinn und Zweck sowie Erfolg der Therapie entstehen. Doch diese Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit Ihren seelischen Problemen, dessen Auslöser und Ursache zu finden, sind wesentliche Bestandteile der Psychotherapie. Sprechen Sie bei negativen Gefühlen und Gedanken oder Zweifeln an der Therapie immer mit Ihrem Therapeuten oder einer Vertrauensperson und behalten Sie Ihr Ziel vor Augen.

Es gibt auch ambulante Psychotherapien, für besonders schwerwiegende Erkrankungen, wie sucht-oder suizidgefährdete Patienten. Wesentlich für eine erfolgreiche ambulante Psychotherapie ist, dass eine gewissen körperliche und geistige Stabilität des Patienten vorhanden ist. Deshalb wird eine Suchttherapie zum Beispiel bei alkoholabhängigen Patienten nur durchgeführt, wenn diese, nach einer stationären Entgiftung und Entwöhnung, trockene Alkoholiker sind.

Welche Verfahren gibt es für die Behandlung der Seele?

Je nach psychischer Störung, Krankheit, Diagnose und Umstände können unterschiedliche psychotherapeutische Verfahren genutzt werden. Die Verfahren und Methoden werden an die individuellen Umstände und Voraussetzungen angepasst. Einige Verfahren werden von der Krankenkasse erstattet, für andere müssen Sie selbst zum Portemonnaie greifen. Erkundigen Sie sich bitte vorab bei Ihrer Krankenkasse, welche Möglichkeiten Sie für die finanzielle Unterstützung haben oder welch Bedingungen gegeben sein müssen.

Auflistung der verbreiteten Psychotherapieverfahren

Analytische Psychotherapie 

Hierbei handelt es sich um die älteste Form der Psychotherapie, die auf Sigmund Freud zurück geht und auf einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens basiert.

Ziel der analytischen Psychotherapie ist es, dass der Patient sich bewusst macht, dass er Gefühle und Erinnerungen verdrängt, und das die Entwicklung zum gesunden und selbständigen Dasein blockiert. Die Ursache und Heilung der seelischen Probleme befinden sich im Unterbewusstsein und in der Vergangenheit des Patienten. So muss der Patient für die Verarbeitung dieser Erlebnisse und prägenden Zeit, die Konflikte und Begebenheiten erneut durchleben. Zur Unterstützung wird die Traumdeutung und freie Assoziation genutzt. Diese Therapieform findet oft im Liegen statt, wobei Sie zwei bis drei Sitzungen pro Woche haben.

Verhaltenstherapie

Grundlage für diese Therapie ist die Annahme, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch die Erfahrungen in ihrem Leben erlernen. Diese erlernten Muster entwickeln eine psychische Krankheit, wenn Sie problematisch und unangemessen sind und bei dem Betroffenen und seiner Umgebung Leidensdruck bewirken.

So nehmen beispielsweise Patienten mit einer Essstörung die erlernten Muster problematisch an; für Sie scheinen schlanke Menschen das Ideal zu sein und etwa beliebter als andere Figurtypen. Durch diese Annahme und problematischen Aufnahme der Erfahrung im Leben, entwickelt sich eine Angst vor Gewichtszunahme und das Bestreben, diesem Ideal, vom Schlank sein, zu entsprechen. Es entwickeln sich unangemessene Essgewohnheiten, so zum Beispiel Anorexie oder Bulimie. Gemeinsam mit dem Patienten werden neue Verhaltens- und Erlebensmuster erarbeitet und eingeübt, sodass die negativen Muster durch positive ersetzt werden.

Gesprächspsychotherapie nach Rogers

Bei dieser Therapieform steht nicht nur die Symptomatik oder Entwicklungsgeschichte des Betroffenen im Zentrum, sondern der Mensch als Ganzes in seiner Lebensumwelt. Aus diesem Grund gehört diese Therapieform zu den humanistischen Ansätzen und wird als klientenzentriert bezeichnet. Diese Therapieform nimmt sich die Grundeinstellung und das Grundbild des Menschen zum Nutzen, es verkörpert, dass jeder Mensch nach Selbstverwirklichung strebt und dadurch die Motivation und den Antrieb besitzt, an Problemen zu arbeiten. Diese Einstellung wird in der Therapie durch die Gesprächsführung des Therapeuten unterstützt:

Grundlage der Gesprächspsychotherapie sind drei Aspekte, die der Therapeut beachtet:

  1. Er hat eine emphatische Haltung gegenüber seinem Patienten/Klienten,
  2. Echtheit des Psychotherapeuten
  3. Es existiert eine wertungsfreie Akzeptanz des Patienten und seiner Probleme

Dadurch werden der Gefühlswelt und den Emotionen des Patienten besondere Beachtung geschenkt, sodass der Patient lernt sich selbst zu verstehen und anzunehmen.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Es handelt sich bei dieser Therapie um eine Entwicklung aus der psychoanalytischen Therapie. Der Ansatz dieser Therapieform geht ebenfalls davon aus, dass die aktuellen Probleme und Beschwerden einem innerpsychischen Konflikt zu Grunde liegen. Jedoch wird die Ursache und Lösung dieses zentralen Konflikts nicht im Unterbewusstsein, sondern in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit gesucht.

Durch die Einsicht über bestimmte Zusammenhänge und Ursachen für die seelische Belastung, soll der Patient versuchen Veränderungen in sein Verhalten einzubauen. Hilfestellungen und aktive Unterstützung erhält der Betroffene von seinem Therapeuten.

Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut: Wer darf was?

Fakt ist, dass gefühlt alle drei Bereiche sich mit seelischen Erkrankungen und Störungen beschäftigen. Aber dennoch handelt es sich um drei unterschiedliche Berufsfelder, die durch verschiedene Berufswege erlangt werden. Oft werden Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten verwechselt und über einen Kamm geschoren. Damit Sie wissen, an wen Sie sich wenden müssen, bei seelischen Erkrankungen und Störungen oder mit körperlichen und sozialen Problemen, folgt eine kurze Begriffserklärung und Zuordnung.

Psychotherapeut

Diese Person übt Psychotherapie aus, dennoch kann es sich um zwei Berufsfelder handeln. Einmal kann es ein psychologischer Psychotherapeut (Studium der Psychologie + Zusatzausbildung) oder ein ärztlicher Psychotherapeut (Studium der Medizin+ Facharztausbildung+ Medikamentenverschreibung) sein. Beide dürfen Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandeln oder ein Pädagoge, welcher für die Therapie von Kinder und Jugendlichen entsprechend ausgebildet ist (Kinder- und Jugenlichenpsychotherapeut). So haben alle drei eine psychotherapeutische Zusatzausbildung zu Ihrem eigentlichen Beruf absolviert bzw. den entsprechenden Facharzttitel.

Psychiater

Hierbei handelt es sich um den Facharzt für seelische Erkrankungen oder Störungen. Die Behandlung erfolgt aus medizinischer und körperlicher Sicht. Er besitzt spezielle Erkenntnisse über Funktionsweisen und Erkrankungen des menschlichen Körper und dessen Behandlung mit Medikamenten. Zusätzlich weiß ein Psychiater alles über die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten des Geistes und der Seele. Nur der Psychiater darf diese Krankheiten mit Medikamenten behandeln, den sogenannten Psychopharmaka.

Psychologe

Ein Psychologe hat kein Medizin-Studium absolviert und darf dementsprechend auch keine Medikamente verschreiben. Er hat einen Abschluss in Psychologie und kann somit das menschliche Erleben (Gedanken, Gefühle, Ängste) beschreiben, erklären, vorhersagen und ändern. Durch das Studium besitzt der Psychologe wissenschaftliche Erkenntnisse und umfangreiches Wissen über die menschliche Gefühlswelt, das Verhalten und über die Beeinflussung des menschlichen Verhaltens. Ein Psychologe kann nicht nur als Therapeut mit einer Zusatzausbildung tätig sein, sondern auch als Berater bei der Polizei, um sich zum Beispiel in das Verhalten von Straftätern hineinzuversetzen und die nächsten Schritte und Vorgehensweisen anhand von Mustern zu erahnen und zu erkennen.