10 km
Ärzte
Orthopäden in den größten Städten
Orthopäden in Bundesländern

Orthopäden in Deutschland

Orthopäden in Deutschland

Orthopäde: Facharzt für den menschlichen Stütz- und Bewegungsappart

Der Rücken schmerzt, der Nacken ist verdreht oder das Knie ist in der Bewegung eingeschränkt: Bei diesen Beschwerden kann ein Orthopäde Abhilfe schaffen und auch weitere Einschränkungen und Beschwerden des Bewegungs- und Stützapparats werden beim Orthopäden untersucht und behandelt. Aber was genau erwartet Sie bei einem orthopädischen Behandlungstermin? Und was verrät Ihr Gang dem Fachmann über Ihre Schmerzen und Beschwerden?

Was genau ist die Orthopädie?

In diesem medizinischen Fachbereich befassen sich die Ärzte mit der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Der Stützapparat wird auch als passiver Bewegungsapparat bezeichnet, dazu zählen alle beweglichen Teile, wie beispielsweise Gelenke, Bänder und Bandscheiben. Der aktive Bewegungsapparat umfasst die die beweglichen Körperstrukturen, dazu zählen Muskeln, Sehnen und Faszien.

In der Orthopädie werden akute Beschwerden dieser Körperregionen behandelt aber auch Vorsorgeuntersuchungen und Kontrollen finden statt. So werden Gelenke, Muskeln, Sehnen und Nerven auf ihre Gesundheit überprüft.

Routineuntersuchung beim Orthopäden

Oft kommen die Beschwerden in Rücken und Nacken ganz plötzlich: ein starker Wetterumschwung, kalter Wind oder etwas Schweres wurde falsch gehoben. Die Ursachen für Probleme während Bewegungen oder Stillstand können ganz unterschiedlich sein. Dennoch sind sie häufig sehr schmerzhaft und mit Schmerzmittel nur vorübergehend ertragbar. Für die Behandlung von ausgerenkten Rippen und Co. müssen die gekonnten Griffe vom Fachmann her.

Ein guter Orthopäde erkennt Ihre Probleme und Beschwerden bereits, ohne mit Ihnen ein Wort gesprochen zu haben. Denn ein Profi erkennt bereits an Ihrem Gang und Ihrer Haltung, an welcher Stelle Sie Schmerzen haben. Der Grund dafür sind typische Schonhaltungen, die bei bestimmten Beschwerden von Patienten eingenommen werden.

Bevor der Orthopäde zur Behandlung schreitet, benötigt er medizinisch relevante Informationen über Sie, dazu zählen unter anderem der allgemeine Gesundheitszustand, das Alter, Beschwerden, Aktivität in Bezug auf Bewegung und weitere Aspekte. Anhand dieser Informationen und einer manuellen Untersuchung kann der Orthopäde eine vollständige Anamnese von Ihnen erstellen. Dafür beachtet er bei der manuellen Untersuchung folgende Aspekte:

Die manuelle Untersuchung durch einen Orthopäden

Haut und Unterhautgewebe: Temperatur und Konsistenzunterschiede werden beachtet, so zum Beispiel Narben, Pannikulose (Zellulitis) oder Geschwüre.

Gelenke: Lokalisation von Druckschmerz, Schmerzen bei bestimmten Bewegungen, Differenzierung von Formabnormalitäten (Kapselschwellung, Erguss, Lagebeziehung einer Schwellung zum Gelenk), Gelenkreiben, Schnappphänomene

Muskeln: Schmerzauslösung durch Anspannung, Druckschmerz, Kraftminderung, Hypertrophie (genetisch bedingte Unterentwicklung) und Atrophie (Minderung der Funktion z.B. durch Nahrungsmangel und Abmagerung)

Sehnen und Sehnenansätze: Formveränderungen (wie z.B. Verdickungen im Sehnenverlauf oder über dem Knochenansatz), Schmerzempfindungen bei Druck und/oder Bewegung, Reibe- und Schnappphänomen

Gefäße: Pulskontrollen, Druckschmerz

Nerven: Schmerz durch typische Druckpunkte

Prinzipieller Ablauf einer Untersuchung

Zunächst müssen Sie sich bis auf die Unterwäsche entkleiden, denn so kann der Orthopäde Ihre Bewegungen und Haltung besser erkennen und nachvollziehen. Während Sie durch das Untersuchungszimmer gehen, kann der Fachmann einige Informationen über Sie sammeln. So zeigt sich durch den Gang durchs Zimmer, unter anderem eine Fehlstellung des Beckens oder der Wirbelsäule, falsches abrollen der Füße oder Einschränkungen während bestimmter Bewegungen. Im Zusammenhang auf Ihre Aussagen über die auftretenden Beschwerden und Schmerzen wird der Orthopäde Sie untersuchen. Die Untersuchung kann im Stehen stattfinden, aber auch auf einer orthopädischen Liege.

Untersuchung der Gelenke:

Der Orthopäde wird Ihre Gliedmaßen bewegen, so hebt er Ihre Beine nacheinander an oder Ihre Arme, es handelt sich um sogenannten Bewegungstests. Mit diesem Test stellt der Arzt fest, welche Bewegungen schmerzen und wie beweglich die Wirbelsäule ist. Diese Erfassung des Bewegungsapparats ist besonders bei Schmerzzuständen und Lähmungen wichtig. Hierbei werden vom Arzt oder einer Fachkraft die Befunde dokumentiert. Hierfür wird in der Orthopädie die Neutral-Null-Methode genutzt, ein standardisierter Bewertungs- und Dokumentationsindex für die Beweglichkeit von Gelenken. Ausgedrückt wird diese Methode in einer Arzt Zahlencode, der das Bewegungsmaß eines Gelenks in Winkelgraden und bestimmten Achsen darstellt. Als 0-Stellung wird die Mittel- bzw. Ausgansposition der jeweiligen Bewegungsrichtung bezeichnet. Für jedes Gelenk gibt es bestimmte Referenzwerte, welche so mit Ihren Werten verglichen werden.

Untersuchung der Nerven:

Zu der Untersuchung zählt die Prüfung der Sensibilität, des Reflexverhaltens, der Motorik entsprechender Muskeln und die versorgenden Funktion der Nerven. Dieses Vorgehen ist wichtig um eine vollständige Gesundheit zu garantieren, denn Schädigungen der Wirbelsäule können sich auf eine Nervenwurzel oder die ganze Vernetzung von Nerven auswirken.

Hilfreich ist auch der Lasegue-Test; für diesen liegen Sie auf dem Rücken und der Orthopäde hebt Ihr Bein um etwa 60 Grad an. Reagieren Sie mit Schmerzen auf diese Bewegung, welche durch die Dehnung des Ischiasnervs hervorgerufen wird, ist die Ursache für Ihre Beschwerden oft ein Bandscheibenvorfall oder Ischialgie.

Ebenfalls gehört der Reflextest zur Standarduntersuchung in der Orthopädie, so werden Ihre Nerven überprüft, denn auch diese können Grund für Ihre Schmerzen sein. Mit Hilfe eines kleinen Hämmerchens überprüft der Fachmann die wichtigsten Reflexe: Sie sitzen am Rand der Liege und der Orthopäde haut vorsichtig mit dem Hammer unter die Kniescheiben und im besten Fall wippt dann Ihr Unterschenkel nach vorne, ist das nicht der Fall kann es sich um eine Nervenschädigung handelt. Das Hauen mit dem Hämmerchen löst in der Regel keinen Schmerz aus.

Wie behandelt und therapiert ein Orthopäde?

Die Behandlungsform hängt von Ihren Schmerzen und Befund ab, so spielt es eine wesentliche Rolle, ob es sich um chronische, akute oder krankhafte Beschwerden handelt. Auch Ihr Gesundheitszustand und der allgemeine Ist-Zustand spielen eine Rolle.

Im Allgemeinen sind folgende Therapieformen in der Orthopädie möglich:

  • stabilisierende Hilfsmittel in der Orthopädie: Sitzhilfen, wie zum Beispiel Rückenstützkissen oder -bandagen, Stützhilfen etwa für Fußgelenke, wie Verbände oder Bandagen

  • Anleitung zur Bewegungsübungen: Dehnen, Morgensport,

  • physikalische Therapie: Behandlung oder Verschreibung von Wärmepackungen, Infrarot- und UV-Licht, Wasseranwendungen, Massagen, Krankengymnastik

  • Injektions- und Infusionstherapie: Injektionen mit schmerzlindernden Mitteln evtl. bei chronischen Beschwerden, Infusionen mit abschwellenden oder schmerzlindernden Mitteln.

  • spezielle Schmerztherapie bei chronisch schmerzkranken Patienten

  • Medikamente: Schmerzmittel oder muskelentspannende Medikamente können Linderung verschaffen. Aber Vorsicht: Sie sollten nur kurzfristig eingenommen werden.

  • operative Maßnahmen (Notlösung, wenn alle konservativen Methoden versagen)

Eine weitere Behandlungsmethode ist die Chiropraktik. Das Wissen und Vorgehen des Einrenken muss der Facharzt durch eine Extra-Ausbildung lernen und sich vorsichtig an die Behandlung tasten. Denn das Einrenken von Halswirbelsäulen und anderen Knochen kann bei falschem Vorgehen für den Patienten fatal enden. Ein zertifizierter Chiropraktiker muss erkennen, wann das einrenken im Nackenbereich nötig ist und welche Patientengruppe ausgeschlossen ist. So kann z.B. bei einer Hochschwangeren das Einrenken bestimmter Körperregionen die Wehen fördern und auch einige Grunderkrankungen können wohl durch Einrenken verstärkt werden. Am besten erkundigen Sie sich vorher genau über Erfahrung und Ausbildung, bevor Sie diesen Behandlungsschritt wagen.

Im Allgemeinen steht Ihnen der Orthopäde als Fachmann in fragen rund um Bewegung zur Seite- sei es ein akutes Anliegen oder zur Vorsorge. Bei diesem Facharzt sind Sie gut aufgehoben, wenn es sich um Gelenke, Knochen, Sehnen und Nerven dreht.