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Neurologen & Nervenheilkunde in Deutschland

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Neurologische Untersuchung: So prüft ein Neurologe Ihre Nerven

In der Regel weder schmerzhaft noch mit Risiken verbunden: Das charakterisiert eine neurologische Untersuchung. Diese Untersuchung beim Neurologen ist ein entscheidender Bestandteil der Diagnostik von neurologischen Erkrankungen und nicht nur das, so können neben Krankheiten auch Funktionsstörungen des Nervensystems entdeckt werden. Für diese Verdachtsdiagnose prüft der Neurologe im allgemeinen einige Körperregionen und Funktionen, abhängig von den jeweiligen Beschwerden und der Vorgeschichte des Patienten.

Neurologen: Erkennen von Nervenkrankheiten

Im Allgemeinen befassen sich Neurologen mit körperlichen Störungen des Nervensystems, zu unterscheiden ist dabei zwischen dem Zentralnervensystem (ZNS), also Gehirn und Rückenmark, und dem peripheren Nervensystem, wozu die äußeren Nerven in den Gliedmaßen und dem Rumpf sowie die Nervenwurzeln und Hirnnerven zählen. Beide Nervensysteme können von Krankheiten betroffen sein. Da das Nervensystem für die Weiterleitung von Signalen im gesamten Körper verantwortlich ist, müssen bei einer neurologischen Untersuchung alle Körperteile und deren Bewegungsabläufe untersucht und überprüft werden. Es handelt sich deshalb um eine zeitaufwendige aber schmerzfreie Untersuchung.

In einigen Fällen ist der Neurologe auch Psychiater, weshalb körperliche und seelische Erkrankungen behandelt werden können, oft besteht sogar ein Zusammenhang zwischen psychischen und neurologischen Beschwerden. Überschneidungen mit Themen und Vorgehen aus der Psychiatrie sind somit keine Seltenheit.

Wann sollten Sie eine neurologische Untersuchung durchführen lassen?

Besteht bei Ihnen der Verdacht auf eine Erkrankung des Nervensystems, sollten Sie in jedem Fall einen Neurologen aufsuchen. Hierbei kann der Verdacht von Ihnen selbst, Ihrem Hausarzt oder anderen Fachärzten geäußert werden, in jedem Fall sollten Sie der Sache nachgehen. Gründe für eine neurologische Untersuchung können Epilepsien, Bandscheibenvorfälle, chronisch-entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z.B. Multiple Sklerose), Stoffwechselstörungen der peripheren Nerven, z.B. durch Diabetis, oder Schwindel sein. Auch nach einem Schlaganfall oder Hirntumor sollte das Nervensystem vom Fachmann überprüft und untersucht werden.

Wozu ist die klinisch- neurologische Untersuchung da?

Die klinische Untersuchung des Patienten besteht aus einer sehr genauen Befragung durch den Arzt und die körperliche Untersuchung. Bei der Befragung sollten Sie jedes Detail an Ihren Neurologen weitergeben, denn jeder Hinweis kann zur richtigen Diagnose beitragen.

Die Ergebnisse zeigen, in welchem Ausmaß die Ausfälle und Funktionseinschränkungen bestehen und wo diese im Nervensystem einzuordnen sind. Durch die klinisch-neurologische Untersuchung kann der Neurologe feststellen, welche Teile des Nervensystems betroffen sind, also ob eine Störung im Gehirn, Rückenmark oder peripheren Nervensystem besteht.

Wie läuft die neurologische Untersuchung ab?

Nach dem ausführlichen Anamnesegespräch folgt die Untersuchung durch den Neurologen. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Blutdruck und Puls gemessen sowie die Sensibilität des ganzen Körpers geprüft. Dabei werden unter anderem das Schmerzempfinden sowie Berührungs- und Temperaturempfinden berücksichtigt. Ebenfalls wird die Motorik und die Muskelkraft betrachtet, welche in Muskelstärken unterteilt wird. Im allgemeinen können durch diese Untersuchungen Lähmungen und/oder Spastiken festgestellt werden.

Kurz gesagt: der Neurologe überprüft ohne größere technische Hilfsmittel den Zustand und die Funktion von Nerven, Gehirn und Muskel. Untersucht werden für die Diagnostik, Ihre Bewusstseinslage, Sinnesempfindungen und Ihre Motorik.

Die neurologische Untersuchung umfasst folgende Schritte:

  • der Neurologe führ ein ärztliches Gespräch mit dem Patienten über Beschwerden und Krankheitsgeschichte (Anamnese)

  • der Arzt überprüft den Stand, Gang und das Gleichgewicht

  • er erstellt einen psychischen Befund über die Bewusstseinslage des Patienten

  • Der Puls wird ertastet und der Blutdruck gemessen

  • Kraft, Sensibilität, Reflexe und Koordination des Körpers werden untersucht

Besonders der Gleichgewichtstest sollte Bestandteil der Untersuchung sein, da Schwindel und Gleichgewichtsstörungen oft zu neurologischen Symptomen zählen.

Die Untersuchungsbereiche: Vorgehen während der neurologischen Begutachtung

Untersuchung der Hirnnerven

Bei Hirnerkrankungen oder Verletzungen kann die Funktion der 12 Hirnnerven gestört sein, da jeder Hirnnerv eine ganz bestimmte Aufgabe hat, können die Nerven einzeln auf Ihre Funktion getestet werden. Mit entsprechenden Tests & Verfahren werden die Hirnnerven durch den Neurologen überprüft, sodass Abweichungen und Auffälligkeiten erkennbar werden. Zu dem speziellen Vorgehen gehört beispielsweise das Reiben der Finger des Neurologen in der Nähe Ihrer Ohren, um das Gehör zu testen, oder der Geruchstest für die Bestätigung der vollen Funktion Ihres Riechnervs.

Insgesamt achtet Ihr Arzt auf die Fähigkeit zu riechen, schmecken und zu hören und auf die Augenbewegungen, Gesichtsmimik sowie das Schlucken und Sprechen.

Prüfen der Reflexe

Reflexe sind unwillkürliche Reaktionen des Nervensystems auf einen Reiz, weshalb die Muskeleigenreflexe oder Muskeldehnungsreflexe von dem Neurologen mit Hilfe eines kleinen Hammers ausgelöst werden. Der Reiz (Reflexhammer) sollte diese Reflexe auslösen, falls keine Störung vorliegt. Unter anderem kann der Patellarsehnenreflex, unterhalb der Kniescheibe, und der Achillessehnenreflex mit diesem Test ausgelöst werden. Hierbei beachtet der Neurologe beispielsweise Seitenunterschiede..

Aber auch die Fremdreflexe müssen geprüft werden, bei diesen Reflexen reagiert nicht das reizwahrnehmende Organ, sondern ein anderes. So sollte sich bei männlichen Patienten der Hoden heben, wenn ein bestimmter Reiz im Oberschenkel durch streichen ausgelöst wird. Abschließend ist es sinnvoll, dass Ihr Neurologe die Primitivreflexe testet, diese sind bei einem gesunden Patienten in der Regel nicht auslösbar und eigentlich Reflexe von Neugeborenen und Kleinkindern. Der Babinski-Reflex wird ausgelöst, indem Ihr Neurologe den Fußaußenrad des kleinen Zehs kräftig bestreicht. Spreizen sich die Zehen und die große Zehe hebt sich nach oben, ist eine Nervenschädigung nicht auszuschließen. Weitere Tests können den Verdacht bestätigen oder widerlegen.

Untersuchung der Motorik

Der Neurologe begutachtet den gesamten Bewegungsapparat, das heißt die Wirbelsäule, Gelenke und Gliedmaßen sowie die Muskulatur. Durch dieses Vorgehen können eingeschränkte Muskelkraft oder sogar eine Muskellähmung erkannt werden. Dafür prüft der Fachmann die Beweglichkeiten der Gliedmaßen, indem sich der Patient nicht aktiv an den Bewegungen beteiligt und passiv agiert. Sie lassen die Bewegungen im Prinzip durch den Neurologe durchführen und bleiben locker.

Durch Halteversuche (Arm- und Beinhalteversuch), oft mit geschlossenen Augen, kann der Neurologe aussagekräftige Hinweise auf noch nicht ausgeprägte Lähmungen bekommen, die zum Beispiel nach einem Schlaganfall vorkommen können. Zusätzlich können weitere motorische Bewegungen Aufschluss auf mögliche neurologische Veränderungen oder Krankheiten geben, so kann der Neurologe durch die Feinmotorik erkennen, ob eine zentrale Lähmung im Gehirn besteht. Können Sie nicht mehr die Knöpfe schließen oder richtig schreiben ist vermutlich eine Lähmung im Hirn vorhanden.

Prüfung der Koordination

Auch das Zusammenspiel mehrerer Muskeln spielt bei der Untersuchung eine tragende Rolle, denn so kann Ihr Neurologe die Koordination überprüfen. Hierfür müssen Sie als Patient einige Bewegungen durchführen, so zum Beispiel den Finger-Nasen-Versuch: Sie müssen im großen Bogen den Zeigefinger zur Nase führen. Zusätzlich beobachtet Sie der Neurologe im Stehen und Gehen, oft haben Sie dabei auch geschlossene Augen. Ein weiterer Aspekt der Koordination ist das Schreiben und die Sprechfunktion.

Sensibilitätsprüfung

Bei dieser Untersuchung erfährt der Facharzt etwas über Ihr Schmerz- und Temperaturempfinden sowie über Druck- und Berührungswahrnehmung. Die Haut wird auf Störungen der Oberflächensensibilität untersucht, indem der Arzt leichte Berührungsreize mit der Fingerkuppe oder einem Wattebausch setzt. Fühlen Sie die Berührung kaum, also ist Ihre Berührungsempfindung vermindert, bezeichnet das die Neurologie als Hypästhesie. Empfinden Sie gar keine Berührung wird dies als Anästhesie bezeichnet und kann mit dem Begriff Gefühlstaubheit gleichgestellt werden. Ebenfalls wird Ihr Temperaturempfinden getestet, indem Sie zwei mit Wasser gefüllt Gläser in die Hand nehmen und bestimmen, welches das warme und welches das kalte Wasser ist. Zur Prüfung Ihres Schmerzempfindens berührt der Neurologe Sie vorsichtig mit einem spitzen Gegenstand und Sie müssen angeben, wann Sie diesen Gegenstand als spitz empfinden.

Das Vibrationsempfinden und die Tiefensensibilität werden ebenfalls neurologisch untersucht, indem eine angeschlagene Stimmgabel auf Knochenvorsprünge, z.B. Knöchel und Dornfortsätze, gesetzt wird.

Untersuchung der vegetativen Funktionen

Das vegetative Nervensystem ist ein Teil des peripheren Nervensystems und an unbewussten Körperfunktionen beteiligt. Auf diese Körperfunktionen hat der Mensch keinen Einfluss, wie zum Beispiel auf Schwitzen, Puls, Atmung und Verdauung. So kontrolliert der Facharzt, ob Sie etwa auf Kälte mit einer Gänsehaut reagieren oder nach einem Kratzreiz die Haut gerötet ist.

Feststellung des psychischen Befundes

Bei einigen neurologischen Erkrankung kann auch der psychische Zustand des Patienten eingeschränkt sein, dies kann sich durch eine verringerte Merkfähigkeit oder verminderte Konzentration äußeren. Ebenfalls kann eine abnormale Bewusstseinslage, beispielsweise Schläfrigkeit, ein Hinweis für neurologische Probleme sein. Diese Auffälligkeiten können durch Gedächtnistests beurteilt werden.

Wie Sie sehen kann eine neurologische Untersuchung vielseitig sein und auch einige Zeit in Anspruch nehmen, falls es notwendig ist alle Untersuchungen durchzuführen. Das steht in Abhängigkeit mit Ihren Beschwerden und eventuellen Vorerkrankungen. Erkundigen Sie sich bitte vor der körperlichen Untersuchung, welche Methode und Untersuchungsform auf Sie zu kommen wird.