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Hautärzte in Deutschland

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Hautarzt: Wie sieht eine Hautuntersuchung aus?

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und sollte bei Veränderungen und Schmerzen dieselbe Aufmerksamkeit bekommen, wie andere Körperregionen und Organe. Hautveränderungen können zwar harmlos sein, aber auch auf Erkrankungen hinweisen. So kann ein Ausschlag durch Krankheiten, Infektionen oder Allergien ausgelöst werden und Verfärbungen und Veränderungen auf gut- und bösartige Tumore hinweisen. Ebenfalls sind seelische Zustände verantwortlich für das Hautbild: die Haut als Spiegel der Seele. Um so wichtiger ist der Gang zum Hautarzt, nicht nur bei akuten Hautveränderungen z.B. durch einen Sonnenbrand, sondern auch zur Vorsorge von Hautkrebs. Was genau bei dieser Untersuchung beim Hautarzt passiert, erfahren Sie hier:

Wie sieht eine allgemeine Hautuntersuchung aus?

Gesundheit und Funktionsstörungen stehen beim Hautarztbesuch an erster Stelle, dafür muss jede Körperregion ganz genau untersucht werden. Zunächst erkundigt sich Ihr Dermatologe nach aktuellen Beschwerden und bestimmten Gründen für den Termin. Er wird Sie fragen, seit wann Sie die Beschwerden haben und ob diese plötzlich da waren oder stetig mehr wurden. Besteht der verdacht auf eine ansteckende Krankheit, wie Herpes, erkundigt sich Ihr Hautarzt womöglich nach der Ansteckung und Übertragung auf andere Personen, evtl. den Partner oder Kinder. Bei bestimmten Krankheitsbildern oder Reaktionen werden Allergien in Betracht gezogen, aber auch Ursachen wie Schadstoffe am Arbeitsplatz, Genussmittel, Sexualverhalten, Medikamente oder chronische Erkrankungen, wie Diabetes, werden in Betracht gezogen.

Anschließend erfolgt die Untersuchung der betroffenen Hautpartie, hierbei sollten Sie darauf achten, dass Ihr Dermatologe Sie ganz genau betrachtet und nicht nur rüber guckt. Dabei sollten von dem Facharzt folgende Aspekte beachtet werden:

Art der Hautveränderung: Es wird zwischen Flecken, Knötchen und Bläschen unterschieden. Zusätzlich können durch Hautveränderungen auch Schuppen, Krusten, Geschwüre oder Narben entstehen

Farbe: auffällig sind rote, gelbliche und blaue Verfärbungen

Hautbeschaffenheit: Verdickung der Haut, tastbare harte Knötchen

Abgrenzung zur gesunden Haut: Sind die Veränderungen gleichmäßig oder unregelmäßig? Treffen diese Veränderungen an bestimmten Regionen auf? Sind sie unscharf oder scharf?

Begleitende Beschwerden: Juckt, brennt oder schmerzt die betroffene Stelle?

Größe, Verteilung, Ort und Form: Wie sieht der Ausschlag aus? Große kleine Flecken, sind zusätzlich Schuppen oder Bläschen zu sehen? Ist die Verteilung flächig, strich- oder kreisförmig? Sind die Veränderung symmetrisch, beidseitig oder einseitig?

Neben dem bloßen Auge nutzt der Hautarzt auch seine Hände und tastet die Haut nach der Beschaffenheit ab. So kann festgestellt werden wie dick die Hautveränderungen sind und ob der Patient Schmerzen hat.

Screening: Früherkennungsuntersuchung von Hautkrebs

Bei diesem Hautkrebs-Screening muss Ihr Hautarzt besonders aufmerksam sein und jeden Körperbereich betrachten. Diese Vorsorgeuntersuchung sollten sie ernst nehmen und nicht unterschätzen: Alleine in Deutschland erkranken pro Jahr ca. 234.000 Menschen an Hautkrebs. Falls der Krebs rechtzeitig erkannt wird, ist er in fast allen Fällen heilbar. Aber nicht nur Krebs soll frühzeitig erkannt werden, auch Vorstufen sollen bereits durch das Screening identifiziert werden, sodass der Betroffene erst gar nicht an Krebs erkrankt. Das Hautkrebs-Screening richtet sich nicht nur an Menschen, die selbst Auffälligkeiten festgestellt haben, sondern es soll als Prävention verstanden werden.

Um Ihnen einen ausreichenden und sicheren Befund mitteilen zu können, muss der Hautarzt Sie von Scheitel bis Fußsohle untersuchen. Seien Sie darauf vorbereitet, dass Sie sich komplett ausziehen müssen und Ihr Dermatologe jeden Körperbereich genau betrachtet. Bei dieser Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung wird nicht nur der Intimbereich untersucht, auch der Mundschleimhaut und Kopfhaut, sowie den Nägel und Hautfalten werden besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Früherkennungsuntersuchung kann ab 20 Jahren alle zwei Jahre durchgeführt werden und wird prinzipiell von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Informieren Sie sich bitte bei Ihrer Krankenkasse, in wie Fern Sie finanzielle Unterstützung bei dem Hautkrebs-Screening erwarten können.

Nach welchen Hautveränderungen sucht der Arzt?

Ziel dieser Vorsorgeuntersuchung ist es den schwarzen Hautkrebs (maligne Melanom) und den hellen Hautkrebs (Basalzell- und Plattenepithelkarzinom) frühzeitig zu entdecken. Bei dem schwarzen Hautkrebs handelt es sich um einen aggressiven Tumor, der früh Metastasen bildet und für die meisten Todesfälle durch Hautkrebs sorgt. Bei frühzeitiger Entdeckung der Krebsarten gibt es generell eine 100 % Heilungschance. Aus diesen Gründen sollten Sie Veränderungen der Haut in jedem Fall von einem Spezialisten untersuchen lassen.

Vorbereitung für die Hautuntersuchung:

Entfernen Sie vor der Untersuchung Nagellack von Fingern- und Zehnnägeln, damit der Hautarzt auch diese Stellen untersuchen kann. Legen Sie Körperschmuck (Piercings/Ohrringe) ab und entfernen Sie Make-up, denn vor allem der helle Hautkrebs wird durch Make-up gut verdeckt und dadurch kaum entdeckt. Da die Kopfhaut auch untersucht wird, sollten Sie auch auf aufwendige Frisuren und unnötige Pflegeprodukte, wie Haargel, verzichten.

Ablauf des Hautkrebs-Screenings:

Für die Untersuchung der ganzen Haut legen Sie Ihre Kleidung komplett ab, das heißt auch die Unterhose. Falls Sie eine Brille tragen, können Sie auch diese schon abnehmen, damit der Blick in die Augen besser gelingt. Ihr Dermatologe beginnt mit der Kopfhaut, hierbei genügt nicht ein kurzer Blick auf den Haaransatz im Stirnbereich, es sollte die komplette Kopfhaut untersucht werden. Dafür nutzt der Dermatologe einen Holzspatel, denn so können alle Haare in kleine Partien abgescheitelt werden. Im nächsten Schritt wird das Gesicht genau betrachtet, dazu gehören Augen, Ohren, Lippen und auch die Mundschleimhäute. Danach folgt der Hals, Oberkörper, Arme und Hände bis der Hautarzt an den Fußsohlen angekommen ist. Beachten Sie, dass jeder Hautbereich untersucht wird, vor allem Stellen,welche Sie nicht einsehen können. So werden auch die Brüste, After- und Darmregion sowie Genitalien nach Auffälligkeiten untersucht.

Welche Untersuchungsmethoden nutzt ein Hautarzt?

Für die allgemeine körperliche Untersuchung benötigt der Dermatologe keine Instrumente, das Wichtigste sind seine geschulten Augen. Wenn der Hautarzt einen Verdacht hat kann auch das Abtasten bestimmter Hautstellen hilfreich sein. In einigen Situation können aber auch Hilfsmittel nützlich oder notwendig sein:

  • Lupenuntersuchung mit Auflichtmikroskop (Dermatoskop: Diese spezielle Lupe kommt zum Einsatz, wenn kleinste Veränderungen untersucht werden sollen, wie zum Beispiel Muttermale

  • Blutuntersuchung: Mit dieser Untersuchung können Entzündungen, Allergien oder Stoffwechselveränderungen festgestellt werden

  • Ultraschalluntersuchung: Mit dieser Methode lässt sich die Dicke und Tiefe einer Hautveränderung genau feststellen.

  • Hautbiopsie: Der Hautarzt entnimmt eine kleine Hautprobe, die anschließend im Labor untersucht wird. Dafür wird der Patient lokal betäubt. So kann festgestellt werden, ob es sich bei einer bestimmten Hautveränderung um einen guten- oder bösartigen Tumor handelt. Ebenfalls können so bestimmte Infektionskrankheiten, Autoimmunerkrankungen oder Allergieformen festgestellt werden

  • Quecksilber- Hochdrucklampe: Mit diesem Instrument werden UV-Licht und violettes Licht ausgestrahlt, sodass zum Beispiel einige Pilzerkrankungen erkannt werden

Bei Ihrem Hautarzt steht die Haut im Vordergrund, seien es akute Beschwerden oder Vorsorgeuntersuchungen. Ob Ihr Dermatologe ein Hautkrebs-Screening durchführt, erfragen Sie bitte am besten direkt in der Praxis. Denn nicht jeder Hautarzt hat die Qualifikation für diese Untersuchungsform. Haben Sie keine Angst vor der Untersuchung, denn große Geräte oder vorherige Einnahme von Substanzen ist für das Screening nicht notwendig. Bemerken Sie Auffälligkeiten oder befürchten eine Erkrankung Ihrer Haut, wenden Sie sich bitte unverzüglich an einen Dermatologen.