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Gastroenterologen in Deutschland

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Der Gastroenterologe: Was Sie bei diesem Facharzt erwartet

Das medizinische Fachgebiet Gastroenterologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und befasst sich mit der Diagnostik, der Therapie und der Vorsorge (Prävention) von Erkrankungen des gesamten Magen-Darm-Traktes und der Leber. Es handelt sich um die medizinische Lehre von Magen und Darm, spezialisiert auf alle Krankheiten des Verdauungstrakts. Bei dem Verdauungstrakt handelt es sich um komplexe Organe, welche bei Verdacht auf eine Erkrankung und Beschwerden vom Gastroenterologen mit entsprechenden Methoden und Instrumenten untersucht werden. Zu den Organen des Verdauungssystem gehört die Speiseröhre, die Galle, Bauchspeicheldrüse, Leber sowie Magen & Darm.

Was macht ein Gastroenterologe?

Der Gastroenterologe beschäftigt sich ausschließlich mit den inneren Organen, neben Laboruntersuchungen und der körperlichen Untersuchung gehören deshalb innere Untersuchungen mit entsprechenden Instrumenten zur Routine. Das Hauptwerkzeug ist das Endoskop, es handelt sich um ein starres oder flexibles schlauchartiges Instrument, mit elektrischer Lichtquelle und Spiegeln, welches häufig mit einer Kamera versehen ist. Es existiert in unterschiedlichen Formen und wird unter anderem für die Magen- und Darmspiegelung eingesetzt. Entsprechend bestimmter Methoden wird dieses Instrument an die menschlichen Organe angepasst, so gibt es z.B. die Kapselendoskopie des Dünndarms sowie die Gastroskopie der Speiseröhre und des Magens. Das jeweilige Endoskop wird je nach Beschwerden oral, nasal oder anal von dem Gastroenterologe eingeführt. Bei der Magenspiegelungen kann beispielsweise ein Endoskop durch die Speiseröhre (oral)oder durch die Nase in den Magen eingeführt werden.

Zu den Aufgaben eines Gastroenterologens gehören auch Präventivmaßnahmen, also Untersuchungen, die der Früherkennung von Krankheiten dienen. Dazu gehört auch die Darmspiegelung, diese ist besonders wichtig, um verschiedene Darmerkrankungen oder gar Darmkrebs zu erkennen. Ab dem 50. Lebensjahr empfiehlt sich eine regelmäßige Darmspiegelung, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen, bei jüngeren Menschen werden sie nur bei familiärer Vorbelastung durchgeführt. Auch wenn Sie keine Beschwerden mit Magen- und Darm haben, kann Ihnen dieser Facharzt bei Fragen über Ernährung mit Rat & Tat zur Seite stehen, vor allem wenn Sie an einer Unverträglichkeit leiden und auf bestimmte Lebensmittel verzichten müssen.

Wie läuft ein Besuch beim Gastroenterologen ab?

Wie schnell Sie einen Termin bei diesem Facharzt bekommen, hängt von Ihren Beschwerden und Schmerzen ab. Für den Arztbesuch benötigen Sie eine Überweisung von Ihrem Hausarzt , sodass der Gastroenterologe die wichtigsten medizinischen Informationen, wie Befund, Auftrag und Verdachtsdiagnose, Ihres allgemein Mediziners bekommt.

Vermutlich wissen Sie schon, was Sie bei einem Gastroenterologe erwartet und haben allgemeine Infos von Ihrem Hausarzt erhalten. Da die Gastroenterologie sich ausschließlich mit inneren Organen befasst, werden viele Untersuchungen und Behandlungen endoskopisch durchgeführt. Den genauen Ablauf erklärt Ihnen der durchführende Facharzt in einem Vorgespräch, in dem Sie ihn über Ihre Beschwerden und dessen Dauer berichten. Auf dieser Grundlage erstellt der Gastroenterologe eine Anamnese, ordnet die Beschwerden zeitlich ein und stellt diese in einen Zusammenhang mit Ernährung oder Tageszeit.

Anschließend werden Sie körperlich untersucht, wobei das besondere Augenmerk auf die Verdauungsorgane fällt; so wird der Bauchraum und Unterleib abgetastet, aber auch rektale Untersuchungen können dazu gehören. Wenn Ihnen diese Untersuchung unangenehm sein sollte oder Sie Schmerzen verspüren, sprechen Sie Ihren Arzt an.

Bevor der Gastroenterologe sich Ihre Magen- und Darmorgane von innen anschaut und bildgebende Verfahren anwendet, kann dieser über eine Blutabnahme weiteres über Ihren gesundheitlichen Zustand erfahren. Eine Stuhlprobe könnte ebenfalls auf Hinweise von Entzündungen und Infektionen untersucht werden. Besondere Aufmerksamkeit kann Ihr Blutspiegel der Gallensäure erhalten und der Stuhl kann auf verstecktes Blut untersucht (Guajak-Test) werden.

Gibt es auffällige oder fragwürdige Ergebnisse nach den Laboruntersuchungen, dann folgt immer das bildgebende Verfahren, damit der Gastroenterologe den Grund Ihrer Beschwerden und Schmerzen herausfinden kann. Wenn Sie wissen, welche Behandlungsmethode durchgeführt wird, sollten Sie die Hinweise des Gastroenterologens beachten. Oft bekommen Sie für die endoskopische Untersuchung einen weiteren Termin und müssen auf Essen verzichten. Sie müssen mit Sicherheit eine Darmreinigung durchführen, indem Sie auf bestimmte Lebensmittel verzichten und die Portionen verkleinern bis Sie diese weglassen. In einigen Fällen ist ein Einlauf ebenfalls oder zusätzlich notwendig, sodass Magen und Darm bei der Untersuchung vollständig entleert sind.

Untersuchungsmethoden: Bildgebende Verfahren mit Instrumenten

1. Ultraschall

Nicht nur die endoskopische Untersuchung zählt zu den bildgebenden Methoden, auch ein Ultraschall kann erste Hinweise auf Erkrankungen oder krankhaften Veränderungen im Inneren geben. Dadurch können die Bauchorgane, also Leber, Milz, Gallenblase, Niere, Darm , Lymphknoten, größere Bauchgefäße und die Bauchspeicheldrüse, in Größe, Struktur und Lage beurteilt werden. So können auch vermeintlich kleine Erkrankungen erkannt werden, denn selbst kleine Gallensteine werden oft alleine durch die Ultraschalluntersuchung sichtbar.

2. Die Darmspiegelung (Koloskopie): Durchführung & Risiken

Bei Verdacht auf Erkrankungen oder Problemen im Darm kann mit dem flexiblen Endoskop der Dickdarm untersucht werden. Es handelt sich bei dem Endoskop um einen beweglichen Kunststoffschlauch, der mehrere Kanäle für unterschiedliche Mikrogeräte enthält. So kann eine Videokamera die Aufnahmen auf einen Bildschirm übertragen und Instrumente können gesteuert werden. Mit Hilfe dieser Instrumente können neben der Darmspiegelung auch kleinere chirurgische Eingriffe durchgeführt werden, dazu zählt zum Beispiel die Abtragung von Polypen. Ebenfalls gehört die Koloskopie zum festen Bestandteil der Krebsvorsorge, denn es ist das wichtigste Instrument um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen.

Mit der Darmspiegelung wird der gesamte Dickdarm, vom After bis zum Blindarm, und eventuell auch das abschließende Stück des Dünndarms, erfasst. Dafür muss das Endoskop dem Patienten durch den After eingeführt werden. Mit diesem Untersuchungsverfahren können neben Darmkrebs auch Entzündungen der Darmschleimhaut, Ausstülpungen, Polypen und Durchblutungsstörungen diagnostiziert werden. Die Durchführung einer Darmspiegelung ist ambulant in einer Gastroenterologie-Praxis oder im Krankenhaus und dauert etwa 20 Minuten. Natürlich können Sie, je nach Beschwerden und Umstand auch stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, in der Regel ist es aber keine Notwendigkeit.

Einige Tage vor der Darmspiegelung ist eine entsprechende Ernährungsumstellung notwendig, auch der Verzicht auf Nahrung ist möglich. Der Darm muss während der Untersuchung leer sein. Ihr Gastroenterologe wird Ihnen zeitnah entsprechende Hinweise und Informationen zu dem Ess- und Trinkverhalten mitteilen (Darmreinigung).

Mögliche Symptome, die eine Darmspiegelung begründen

  • sichtbares Blut im Stuhl

  • auffälliger Test auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl

  • chronischer Durchfall

  • chronische Verstopfungen

  • chronische Bauchschmerzen mit und ohne Blähungen

  • unklarer Eisenmangel

  • unklare Anämie (Blutarmut)

  • unklarer Gewichtsverlust

Mögliche Risiken einer Darmspiegelung

Allgemein handelt es sich um eine sorgfältig und gut vorbereitete Untersuchungsmethode, die als sicheres Verfahren gilt. Dennoch kann es in Einzelfällen zu Komplikationen kommen, so kann z.B. die Darmwand verletzt werden, sodass es zu Blutungen kommt oder allergische Reaktionen auf das Beruhigungsmittel entstehen. Nach der Koloskopie sind Blähungen und leichte krampfartige Bauchschmerzen möglich, jedoch sollten diese nicht länger als einige Stunden anhalten. Abhilfe kann eine Bauchmassage mit warmen Kümmelöl und Bewegung schaffen.

3. Die Enddarmspiegelung (Rektoskopie, Proktoskopie)

Diese Untersuchungsmethode wird gewählt, um innere Hämorrhoiden zu identifizieren, therapieren und kontrollieren, es handelt sich also um örtlich begrenzte Entzündungen im Enddarmbereich, dazu zählen unter anderem auch Polypen oder Entzündungen des Analkanals und der Wand des Mastdarms (Proktitis).

Bei der Proktoskopie wird der Analkanal und der Enddarm bis ca. 20 cm tief gespiegelt, bei der Rektoskopie wird der Analkanal 10 cm tiefer gespiegelt, also 30 cm. Für diese kurze Untersuchung ist ein Beruhigungsmittel nicht notwendig, denn in der Regel ist das Vorgehen nicht schmerzhaft. Eine vorherige Darmreinigung mit einer Ernährungsumstellung ist für dieses Verfahren nicht notwendig, jedoch sollte für die Behandlung von Hämorrhoiden dem Patienten ein Einlauf verabreicht werden.

Mögliche Risiken einer Enddarmspiegelung:

Es handelt sich bei der Proktoskopie um ein sehr risikoarmes Verfahren, jedoch kann es auch hier zu Blutungen kommen. Da es aber sehr selten ist, dass es zu Blutungen kommt, deutet diese eher auf einen Tumor oder einen entzündlichen Prozess hin, da vermutlich eine Schwächung der Wandstruktur vorliegt.

4. Die Magenspiegelung (Gastroskopie)

Diese Untersuchung ist eine übliche Methode, um Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens und Zwölffingerdarms abzuklären. Aber mit der Gastroskopie werden nicht nur Krankheiten erkannt, sondern Krankheiten & Verletzungen können auch behandelt werden. Gut- und bösartige Gewebsveränderungen können entfernt und Blutungen im oberen Verdauungstrakt gestoppt werden.

Um Krankheiten festzustellen werden die Schleimhäute der jeweiligen Organe mit dem Endoskop betrachtet. Für die Durchführung dieser Untersuchung ist keine Narkose notwendig, jedoch erhält der Patient ein Betäubungsspray für den Rachen und kann bei Bedarf auch ein Beruhigungsmittel bekommen. Das Gastroskop wird nasal oder oral eingeführt, und ist für den Patienten dementsprechend unangenehm. Mit der Magenspiegelung kann der Gastroenterologe die Symptome wie Sodbrennen, Völlegefühl und Oberbauchschmerzen richtig diagnostizieren. Die Vorbereitung auf eine Magenspiegelung ist wesentlich einfacher, als die bei einer Darmspiegelung, denn eine Darmreinigung ist aufwendiger. Für eine Magenspiegelung sollten Sie jedoch mindestens seit acht Stunden nüchtern sein, das heißt Sie dürfen nicht essen, trinken und rauchen.

Mögliche Symptome, die eine Magenspiegelung begründen

  • bleibende und wiederkehrende Schmerzen im Oberbauch

  • chronisches Sodbrennen

  • chronischer Durchfall

  • Appetitlosigkeit und Erbrechen von Blut

  • ungewollter Gewichtsverlust

  • Schluckstörungen

Risiken & Nebenwirkungen:

Die Magenspiegelung gilt als weitgehend unbedenklich und größere Komplikationen sind Ausnahmefälle. Allerdings können Patienten mit schwächerem Kreislauf und Blutdruck auf die Medikamente mit Kreislaufproblemen reagieren. Theoretisch könnte es auch zum Atemstillstand kommen, in der Praxis wird dem entgegen gewirkt und es ist eher selten. Durch genaue und gewissenhafte Überwachung kann das Auftreten solcher Atemstillstände mehr oder weniger vollständig verhindert werden. Wie bei den anderen Untersuchungen kann es auch hier passieren, dass die Organe von innen verletzt werden, sodass es zu kleinen Durchstöße in Hohlräume, wie den Magen oder die Lunge, kommen kann. Das Risiko für diese Nebenwirkungen ist äußerst gering und sollte kein Grund sein, eine notwendige Magenspiegelung nicht durchführen zu lassen. Langfristige Beschwerden nach einer Magenspiegelung treten für gewöhnlich auch nicht auf.

5. Weiterer Untersuchungsmethoden in der Gastroenterologie

Der Gastroenterologe kann noch weitere Untersuchungsverfahren anwenden, die je nach Verlauf und Beschwerden angewandt werden:

  • die Kapselendoskopie des Dünndarms (Kapsel wird geschluckt, nimmt Bilder auf und wird einige Tage auf natürliche Weise ausgeschieden)

  • die Endosonografie (Mischung aus Endoskop und Sonographie-Gerät)

  • die ERCP (=Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie, Kombination von Röntgenbildern und Kontrastmittel)

  • die Sigmoidoskopie (häufig bei Verdacht auf Krebserkrankungen im Dickdarm oder Enddarm)

Wenn bei Ihnen der Arztbesuch beim Gastroenterologen ansteht, sollten Sie vorher alle Möglichkeiten ausschöpfen, bevor Sie zu der Endoskopie greifen. Lassen Sie Labor- und Funktionsuntersuchungen durchführe, denn eine Magen- und Darmspiegelung kann in wenigen Fällen auch Nebenwirkungen mit sich bringen. Lassen Sie sich mit diesen Instrumenten nur nach ausführlicher, ärztlichen Beratung untersuchen.