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Frauenärzte in Deutschland

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Der erste Frauenarztbesuch: Untersuchung & Methoden

Für viele Frauen ist der Gang zum Frauenarzt vermutlich nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung schlecht hin. Aber regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Kontrollen sind sehr wichtig, so können ernsthafte Erkrankungen, wie z.B. Krebs, frühzeitig erkannt werden. Besonders für junge Frauen ist der erste Besuch beim Gynäkologen mit Angst verbunden. Hinzu kommt das Schamgefühl, mit einer fremden Person über intime Dinge zu sprechen und sich vor dieser auszuziehen. Die jungen Mädchen sind während der Untersuchung oft verkrampft und sind alles andere als entspannt. Dadurch kann die gynäkologische Untersuchung durch den Frauenarzt erschwert werden, hingegen ist Entspannung für Patientinnen und Arzt vorteilhaft und die Untersuchung ist leichter. Die Angst vorm Gynäkologen ist vollkommen unbegründet. Was genau beim Frauenarzt passiert und wie die Untersuchung aussehen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Ängste vorm Frauenarzt: nachvollziehbar, aber unbegründet

Zunächst ist es wichtig zu sagen, dass die Bedenken und Ängste vor dem ersten Frauenarztbesuch unbegründet sind, denn die Mythen über schmerzhafte Untersuchungen und peinlichen Situationen entsprechen nicht der Wahrheit. Auch wenn einige Untersuchungen unangenehm sein können, die Frauenärzte sind vorsichtig und versuchen jede Untersuchung so vorsichtig, wie möglich durchzuführen.

Ebenfalls brauchen Sie sich vor Ihrem Frauenarzt nicht schämen, denn für ihn gehört die Arbeit mit den weiblichen Geschlechtsorgane zur Routine, hierbei steht der medizinische Aspekt und Ihre Gesundheit im Vordergrund. Ihr Gynäkologe hat sicherlich keine sexuellen Gedanken, wenn er Sie nackt sieht, er sieht täglich viele nackte Frauen und nimmt Sie ausschließlich als Patientinnen wahr. Ist Ihnen eine Untersuchung trotzdem unangenehm können Sie es Ihrem Arzt sagen. Das Unangenehme Gefühl wird mit jedem Besuch beim Gynäkologen weniger, sodass es für Sie nach einiger Zeit, genau so eine Routineuntersuchung ist, wie bei anderen Fachärzten. Nach einer gewissen Zeit besteht ein Vertrauensverhältnis, welches die Untersuchungen erleichtern wird.

Timing: Wann Sie zum Frauenarzt gehen sollten

Es gibt kein festgeschriebenes Alter, welches Ihnen sagt, wann der perfekte Zeitpunkt für den ersten Besuch beim Frauenarzt ist. Bei gesundheitlichen Problemen, schmerzen oder sexueller Aktivität ist eine gynäkologische Beratung und Untersuchung sicherlich angebracht. Einige Gynäkologen bieten für junge Frauen sogar extra Sprechstunden an, so genannte „Mädchen-Sprechstunden“, in denen die Frauenärzte besonders einfühlsam und bedacht handeln. Es wird sich besonders viel Zeit genommen, um die jungen Frauen über die Untersuchung und Risiken aufzuklären, damit ihnen die Angst genommen wird. Wenn Sie nicht wissen, wann es angebracht ist zum Gynäkologen zu gehen, können Sie sich an folgenden Punkten orientieren.

Mädchen/ Frauen sollten einen Gynäkologen aufsuchen,…

  • wenn ein Bedürfnis nach Beratung besteht (auch ohne Untersuchung möglich)

  • wenn es sich über Verhütungsmethoden informieren möchte

  • wenn eine Schwangerschaft vermutet wird

  • wenn bis zum 16. Lebensjahr noch keine Regelblutung eingesetzt hat

  • bei starken Schmerzen im Unterleib

  • wenn Probleme und Schmerzen mit der Periode bestehen

  • bei ungewöhnlichem Ausfluss, verändertem Geruch oder Farbe

  • wenn die Scheide juckt oder brennt

Der erste Frauenarztbesuch: Wie läuft der Termin beim Gynäkologen ab ?

Gespräch und Beratung

Wenn Sie schon beim Frauenarzt waren, wissen Sie sicherlich, dass sich der Frauenarzt erst mit Ihnen in einem Gespräch zusammensetzt. Sind Sie schon mehrmals in der Praxis gewesen, hat Ihre Ärztin eine Akte, mit vergangenen Krankheiten, Vorfällen und Untersuchungen. Auch bei Ihrem ersten Besuch wird sich Ihre Gynäkologin zunächst bei Ihnen über Beschwerden, Wünsche und Krankheiten erkundigen. Am besten überlegen Sie sich vorher, was Sie von dem Frauenarzt wissen möchten und welche Fragen Sie in jedem fall beantwortet haben wollen. Möchten Sie sich zum Beispiel über Verhütung informieren, können Sie in dem Gespräch alles über Möglichkeiten und entsprechende Präparate erfahren. Sie sollte in jedem Fall Ihren Arzt über mögliche Unverträglichkeiten, Medikamente und bestehenden chronischen Krankheiten informieren, so kann eine optimale Behandlung, Beratung und Untersuchung garantiert werden.

Ihr Gynäkologe könnte in dem ausführlichen (Vor-)Gespräch folgende Dinge erfragen:

  • Welche Krankheiten hatten Sie bis jetzt? Haben Sie eine chronische Krankheit?

  • Müssen Sie regelmäßig Medikamente einnehmen? Wenn ja, welche?

  • Welche Krankheiten gibt es in Ihrer Familie (Krebs, Herzerkrankungen…)?

  • Hatten Sie schon Ihre Periode? Wenn ja, wann hatten Sie diese zum ersten Mal?

  • Wann hatten Sie Ihre letzte Periode?

  • Besteht eine Schwangerschaft oder ein Kinderwunsch?

  • Bekommen Sie Ihre Menstruation regelmäßig?

  • Hast Du akute Beschwerden (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr/Periode, Zwischenblutungen etc.)?

In einigen Fällen kann es auch sein, dass Sie zunächst eine Urinprobe abgeben müssen, oder die Arzthelferinnen Ihnen Blutabnehmen und Ihr Gewicht kontrollieren. So können Grunderkrankungen und Infektionen schneller festgestellt werden, z.B. eine Blasenentzündung.

Die Vorsorgeuntersuchung: Der gynäkologische Untersuchung

Viele Frauen und besonderes diejenigen, die noch nie beim Frauenarzt waren, haben Angst vor der Untersuchung der Scheide. Grund ist der berühmt-berüchtigte, gynäkologische Untersuchungsstuhl, der tatsächlich etwas komisch aussieht. Aber auch wenn der Stuhl nicht besonders einladend wirkt, ist es nach der ersten Überwindung halb so wild.

Der Stuhl ist eine Art Liege, auf der man auf dem Rücken liegt und die Beine links und rechts auf Stützen stellt. Mit gespreizten Beinen, nackt vor einer fremden Person, das löst bei vielen Frauen schon vor dem ersten Besuch, große Ängste aus. Aber diese Position und der Untersuchungsstuhl sind notwendig, damit Ihr Arzt Ihre Scheide optimal untersuchen und einsehen kann.

Bevor Sie sich auf den Stuhl setzten, müssen Sie sich unten frei machen, dafür gibt es in dem Untersuchungszimmer eine Kabine mit Vorhang oder eine Trennwand. Für die Untersuchung der Scheide sollten Sie Ihre Hose und Unterwäsche ausziehen, oben rum können Sie angezogen bleiben.

Tipp: Wenn es Ihnen hilft, ziehen Sie einen Rock oder ein längeres Oberteil an, dann fühle Sie sich nicht ganz so nackt. So ist Ihre Intimzone bedeckt und trotzdem kann der Arzt Sie gut untersuchen.

Die Untersuchung dauert in der Regel nicht lange und ist auch nicht schmerzhaft. Setzten Sie sich auf den Stuhl und legen Sie Ihre Waden in die Stützen. Wichtig für die Untersuchung ist, dass Sie sich entspannen, Ihr Frauenarzt wird Ihnen dabei sicherlich helfen, indem er Ihnen erklärt welche Schritte folgen und welche Untersuchung stattfindet. Und auch wenn Sie noch Jungfrau sind, sollten Sie keine Angst vor Schmerzen oder Verletzungen haben, Ihr Frauenarzt wird sich entsprechend vorsichtig verhalten und Ihr Jungfernhäutchen nicht verletzen.

Im Allgemeinen läuft eine Vorsorgeuntersuchung folgendermaßen ab:

  • Ausziehen: Sie ziehen Hose und Unterhose aus und setzten sich auf den gynäkologischen Untersuchungsstuhl und legen Sie die Beine auf die vorgesehenen Stützen. Entspannen Sie sich und lehnen Sie sich zurück.

  • Untersuchung der Scheide: Ihr Gynäkologe sieht sich die Scheide und den Scheideneingang von außen und innen an, dafür spreizt er vorsichtig die Schamlippen auseinander. In einigen Situationen ist ein Ultraschall der Scheide und Gebärmutter notwendig, Gründe können starke Schmerzen oder eine Schwangerschaft sein.

  • Untersuchung mit Spekulum: Manchmal benötigt Ihr Frauenarzt ein Spekulum, ein Instrument vergleichbar mit zwei übereinander liegenden Löffeln, damit ein besserer Einblick in die Scheide gewährt ist. Das Spekulum schiebt die Scheidenwände vorsichtig auseinander, so kann z.B. der Muttermund besser betrachtet werden kann. Keine Panik: Auch wenn das Instrument alles andere als ungefährlich aussieht; bleiben Sie entspannt und ruhig liegen, dann werden Sie keine Schmerzen haben. Es ist etwas unangenehm und kalt, aber es darf und sollte Ihnen nicht weh tun! Ihr Frauenarzt wird Ihnen sicherlich alles vorher erklären und falls das nicht der Fall ist, sollten Sie ihn fragen.

  • Krebs- und Infektionsvorsorge: Häufig wird ein Abstrich am Gebärmutterhals gemacht, dafür nutzt Ihr Frauenarzt ein langes Wattestäbchen und führt dieses in die Scheide. Das ist nicht schmerzhaft, aber ein komisches Gefühl, aber wichtig ist es in jedem fall. Denn mit dem Abstrich können Sie auf Infektionen untersucht werden, zusätzlich dient die Probe der Krebsvorsorge.

  • Tastuntersuchung: Bei der bimanuellen Tastuntersuchung führt der Frauenarzt zwei Finger in die Scheide und schiebt die Gebärmutter in Richtung der linken Hand, die er auf Ihren Bauch legt. So tastet der Frauenarzt Ihre Eierstöcke und Gebärmutter von innen und außen ab. Lage, Größe, Form und Konsistenz der Gebärmutter können dadurch beurteilt werden und auffällige Veränderungen im Bereich der Eileiter und Eierstöcke ertastet werden.

Zu der gynäkologischen Untersuchung gehört auch die Tastuntersuchung der Brüste. So können auffallende Knoten und Veränderung in Ihrem Brustgewebe ausgeschlossen werden. Wichtig ist auch, dass Ihr Frauenarzt die Bereiche der Achselhöhlen und des Schlüsselbeins abtastet und auf Knoten untersucht. Ebenfalls kann Ihr Frauenarzt Sie informieren, wie Sie Ihre Brüste regelmäßig selbst abtasten und untersuchen können, das ersetzt zwar in keinem Fall die Untersuchung durch den Frauenarzt, vermittelt Ihnen aber einen bewussten Umgang mit Ihrem Köper, wodurch Veränderungen schneller auffallen. Ab dem 30. Lebensjahr wird eine jährliche Brustuntersuchung beim Gynäkologen empfohlen. Allgemein Sind die Untersuchungsmethoden beim Frauenarzt nicht riskant und eher „Handarbeit“, Instrumente werden nicht immer benötigt und sind mit keinem Risiko verbunden.

Schweigepflicht: Ärzte dürfen Eltern nur in Sonderfällen informieren

Wie jeder Arzt sind auch Gynäkologen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Das gilt besonders für diesen sensiblen Bereich. Verständlich, dass junge Frauen nicht unbedingt möchte, dass Ihre Eltern vom Arztbesuch erfahren. Und das dürfen Sie auch gar nicht, im allgemeinen ist eine zusätzliche Zustimmung eines Sorgeberechtigten ab dem 14. Lebensjahr nicht zwingen vorgeschrieben. Bei größeren Eingriffen, bei denen mit einer andauernden Gesundheitsschädigung, die länger als 24 Tage dauert, zu rechnen ist oder bei der Verabreichung von Medikamenten ist in der Regel eine Zustimmung des Sorgeberechtigen notwendig. Über eine Routineuntersuchung und Beratung über Verhütung müssen die Eltern nicht informiert werden, aber dafür brauchen Sie sich als junge Frau auch nicht zu schämen. Denn dieser Schritt ist verantwortungsbewusst und zeigt, dass Ihnen Ihre Gesundheit am Herzen liegt. Jedoch kann es sein, dass Ihre Eltern dennoch von dem Frauenarztbesuch erfahren, auf jeden Fall dann, wenn Sie privat versichert sind. Dann kommt die Rechnung zu Ihnen nach Hause. Sollen Ihre Eltern wirklich nicht mitbekommen, dass Sie beim Frauenarzt waren, können Sie sich vorab mit Ihrer privaten Krankenkasse in Kontakt setzen und sicherlich eine Lösung finden.

Wie Sie sehen ist der Frauenarztbesuch gar nicht so schlimm, wie immer vermutet. Auch wenn es ein intimer Fachbereich ist, müssen Sie keine Angst vorm (ersten) Frauenarztbesuch haben. Wichtig ist, dass Sie sich wohl fühlen, ist das nicht der Fall, sollten Sie sich einen anderen Gynäkologen suchen. Im Gegensatz zu anderen Fachärzten, benötigt der Frauenarzt kaum Instrumente zur Untersuchung, weshalb der Gang zum Frauenarzt in der Regel mit keinen Risiken verbunden ist.