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7 Gründe, warum Sie ständig Hunger haben

7 Gründe, warum Sie ständig Hunger haben

Gerade erst gefrühstückt und Sie denken schon ans Mittagessen? Oder am besten zwischendurch noch einen Snack? Überhaupt gehören Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten zu ihrem festen Essensplan. Oder genauer gesagt: Eigentlich hören Sie den ganzen Tag über gar nicht so richtig auf zu essen. Ständig knabbern Sie, sind auf der Suche nach etwas Essbaren und werden schon leicht nervös, wenn Sie ein paar Stunden ohne gesicherte Verpflegung aushalten müssen. Und zwar, weil Sie einfach ständig Hunger haben!

Kommt Ihnen dieses Verhalten bekannt vor? Dann sind Sie nicht alleine. Viele Menschen berichten darüber, dass sie ein permanentes Hungergefühl verspüren und eigentlich den ganzen Tag über essen könnten. Doch woher kommt das – und warum schaffen es wiederum andere Menschen, stundenlang gar nichts zu sich zu nehmen und trotzdem nicht über Hunger zu klagen? Wieso mache ich mich bereits über den dritten Schokoriegel her, während die Kollegin im Büro bisher nur an einem Apfel genagt hat?

Zunächst einmal gehört Essen zu unseren Grundbedürfnissen. Wir müssen essen, um nicht zu verhungern – und glücklicherweise sind unsere wirtschaftlichen Verhältnisse sicher genug, so dass eigentlich kein Mensch in Deutschland hungern sollte. Doch während die einen das Bedürfnis haben, ständig für Nahrungsnachschub sorgen zu müssen, kommen andere mit zwei bis drei Hauptmahlzeiten aus, ohne Hunger zu verspüren. Und das geschieht nicht nur im Diätwahn und aus falschen Vorstellungen von einer gesunden Ernährung heraus: Wer sein Essverhalten seinen Bedürfnissen angepasst hat, kommt oft mit viel weniger aus, als seine Mitmenschen glauben können.

Anderen wiederum knurrt der Magen bereits, wenn sie doch vor kurzem erst gegessen haben. Also wird weiter gesnackt, geknabbert und geschaufelt. Doch warum haben manche Menschen immer Hunger? Wir klären auf: Die folgenden Gründe könnten daran schuld sein, dass Sie ständig hungrig sind. 

1. Nebenbei essen

Jeder kennt dieses Verhalten wohl auch von sich selbst: Wenn es mal wieder hektisch ist auf der Arbeit und schnell gehen muss, essen wir vor dem Computer. Oder wir wollen abends nur noch auf der Couch entspannen und essen so nebenbei vor dem Fernsehen. Wir meinen zwar, dadurch Zeit zu sparen, doch langfristig haben wir nichts davon. Denn wer nebenbei isst, isst zum einen mehr, was sind nicht gerade positiv aufs Gewicht auswirkt. 

Und zudem nimmt unser Körper kaum wahr, dass wir gegessen haben, weil wir schlicht zu abgelenkt sind. Außerdem neigen wir dazu, dann auch zu schnell zu essen. Dann ist der Magen zwar voll, doch das Gehirn muss diese Information erst verarbeiten – wozu es keine Chance hat, wenn wir schon wieder aufgehört haben zu essen. Kein Wunder also, dass der Körper kurz darauf wieder nach Nachschub verlangt. Besser ist also, wenn wir uns Zeit fürs Essen nehmen und uns bewusst darauf konzentrieren.

2. Zu viel Zucker und leere Kohlenhydrate

Zucker und einfache Kohlenhydrate, wie sie Süßigkeiten, Kuchen oder Weißbrot vorkommen, werden in unserem Körper sofort zu Glucose, also Blutzucker, verarbeitet. Das lässt den Blutzuckerspiegel sehr schnell sehr hoch steigen – und dadurch wird sehr viel Insulin im Körper ausgeschüttet, da Insulin die Nährstoffe und den Zucker aus der Nahrung in unsere Zellen transportiert. 

Das Insulin baut die Glucose im Körper dadurch sehr zügig ab, sodass nach kurzer Zeit kaum noch Blutzucker vorhanden ist – sodass wir uns unterzuckert und damit hungrig fühlen. Der Hunger warnt uns vor der dauerhaften Unterzuckerung und wir bekommen vor allem Lust auf Süßes.

Um diesen Teufelskreis zu unterbrechen, sollten wir zu gesünderen Lebensmitteln greifen, die den Blutzuckerspiegel langsam steigen lassen und damit länger satt machen.

3. Zu wenig Schlaf

Wer zu wenig schläft, dem fehlt Energie – und die holt sich der Körper am nächsten Tag aus der Nahrung. Deswegen essen wir bei Schlafmangel mehr und haben dabei auch noch vor allem Hunger auf Zucker, den Energielieferanten Nummer eins. Das wiederum wirkt sich langfristig negativ aus, weil der Blutzuckerspiegel steigt und wir schnell wieder Hunger bekommen. 

Durch den Schlafmangel gerät außerdem der Hormonhaushalt durcheinander. Das Hormon Ghrelin steigt – und es stimuliert das Hungergefühl. Gleichzeit fällt der Leptin-Spiegel, dabei ist Leptin für unser Sättigungsgefühl zuständig.

4. Medikamente/Krankheiten

Bestimmte Medikamente können Hunger auslösen, zum Beispiel Antidepressiva. Sprechen Sie am besten mit einem Arzt über Ihre Vermutung. Der kann auch gleich abklären, ob Sie womöglich an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, die sich auch auf das Hungergefühl auswirkt.

5. Kälte

Sie legen im Winter ein paar Kilos zu? Das liegt nicht allein daran, dass sich die (Nicht-)Bikinifigur besser verstecken lässt. Wir neigen bei Kälte auch dazu, uns „Winterspeck“ anzufuttern. Die Gründe dafür liegen vermutlich in der Evolution, da es früher überlebensnotwendig war, über ausreichend Reserven zu verfügen. Hinzu kommt, dass wir bei Kälte mehr Energie brauchen, um die Körpertemperatur zu halten; diese Energie bekommen wir über die Nahrung.

6. Hunger oder Durst?

Oft verwechseln wir Hunger und Durst, vor allem, wenn wir gestresst sind und nicht ausreichend auf die Signale unseres Körpers achten. Dann nehmen wir nur ein Bedürfnis wahr – und gehen davon aus, dass es Hunger ist. Zudem kann der Teil des Gehirn, der für Hunger, Appetit und Durst gleichermaßen verantwortlich ist, selbst nicht ganz genau unterscheiden, ob Sie gerade Nahrung oder Flüssigkeit brauchen und sendet deswegen die falschen Signale. Oft reicht es deshalb, etwas zu trinken, anstatt wieder eine Mahlzeit oder einen Snack zu sich zu nehmen.

7. Langeweile oder Stress

Sie haben einfach nichts Besseres zu tun – und greifen schon wieder zur Chipstüte. Viele Menschen sind tatsächlich nicht in der Lage, zwischen Hunger und Langeweile zu unterscheiden. Dabei gibt es einen einfachen Trick: Wenn Sie einen angebotenen Apfel oder eine Handvoll Nüsse ablehnen würden, dann sind Sie auch nicht wirklich hungrig. 

Doch nicht nur Langeweile, sondern auch Stress wirkt sich auf das Hungergefühl und dessen Wahrnehmung aus. Denn bei Stress werden die Hormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, und die erhöhen den Appetit. Serotonin wird dagegen gesenkt, dieses aber senkt auch das Hungergefühl. Zudem braucht der Körper bei Stress mehr Energie – die holt er sich wiederum über die Nahrung.

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