Sicher kennen Sie das auch, der nächste Impftermin steht bevor und Ihr Kind weigert sich aus Angst mitzukommen. Bei manchen Kindern ist die Angst vor der Injektion so stark, dass der Arztbesuch für die Eltern zu einer richtigen Belastungsprobe wird. Allerdings ist diese Angst vor der Nadel nicht nur bei Kindern vorhanden. Laut Schätzungen haben circa 25 Prozent aller Erwachsenen Angst vor der Spritze und lassen deshalb häufig notwendige Impfungen ausfallen.
Die Angst vor der Nadel entsteht meistens schon in der Kindheit. Kanadische Forscher sind deshalb verschiedenen Studien nachgegangen und haben so herausgefunden, mit welchen Mitteln der Schmerz bei der Impfung gelindert werden kann. Demnach wurden bei dieser Studie 8050 Kinder beobachtet und 71 Studien durchgeführt. Daraus ergaben sich für die Impfexperten folgende Tipps, wie Sie bei einer Impfung Ihres Kindes am besten vorgehen:
Machen Sie Ihrem Kind nicht das Versprechen, dass die Impfung nicht weh tut. Laut Studie hilft diese Aussage sowieso nicht. Um die Angst vor der Nadel zu nehmen und außerdem stimmt es nicht. Dadurch könnte das Vertrauen des Kindes gegenüber den Aussagen der Eltern geschwächt werden.
Wenn eine Impfung bei Säuglingen bevorsteht, hilft es, diese direkt vor und nach der Impfung zu stillen. Das Stillen hat eine schmerzlindernde Wirkung. Verantwortlich dafür ist einmal das Saugen an der Mutterbrust und der direkte Hautkontakt zwischen Mutter und Kind, was sehr beruhigend wirkt. Der süße Geschmack der Milch sorgt für die Aktivierung von körpereigenen schmerzlindernden Substanzen. Wenn Sie Ihr Kind nicht stillen sollten, kann auch etwas Zucker nachhelfen und für ein Gefühl der Schmerzlinderung sorgen. Lösen Sie einfach ein Stück Würfelzucker in zwei Teelöffel Wasser auf, was Ihr Kind vor der Impfung zu sich nimmt.
Kleine Kinder sollten während der Impfung nicht in Rückenlage positioniert werden. Halten Sie Ihr Kind in einer bequemen Position, zum Beispiel in Seitenlage. Größere Kinder können auf den Schoß oder auf die Behandlungsliege gesetzt werden.
Ein einfacher Trick, wie das Scherzempfinden gelindert wird, ist das Reiben der Einstichstelle vor der Impfung. Durch die Berührungsimpulse wird die Reizweiterleitung gehemmt, da die Schmerzimpulse durch die Berührung gestört werden. Allerdings sollten Sie die Einstichstelle nach der Impfung in Ruhe lassen, da sonst verstärkte Reaktionen auf den Impfstoff auftreten könnten.
Bei kleineren Kindern ist eine Ablenkung mit Spielzeug oft sehr hilfreich. Bei älteren Kindern sollte auf eine bewusste und langsame Atmung geachtet werden, was vor der Impfung ruhig etwas geübt werden sollte.