Tja, auf den ersten Blick, würde man da wohl sagen: nichts. Eine Trennung ist meistens mit einer Menge (einseitigem) Schmerz verbunden, vielen Tränen und noch mehr Schokolade und Alkohol. Natürlich ist wohl den meisten von uns klar, dass das erstens keine Dauerlösung sein kann und zweitens auch nicht wirklich weiterhilft. Also stellt sich die Frage: Wie gehe ich professionell mit dem Trennungsschmerz um? Wie vermeide ich, dass ich mich total in meine Trauer zurückziehe? Diesen Fragen werden wir uns nun Schritt für Schritt widmen und hoffentlich beantworten können.
Schlussstrich ziehen
Okay, gleich diese erste Aufgabe hat es in sich. Wie kann man denn einen Schlussstrich ziehen, wenn man emotional nach total in der Beziehung involviert ist? Aber genau da liegt ja auch das Problem. Man hat einfach keine andere Wahl, als das Ende der Beziehung zu akzeptieren. Das schuldet man seinem ehemaligen Partner, aber vor allem sich selbst. Gerade in der ersten Trennungsphase sollten Sie jeglichen Kontakt zu Ihrem Ex vermeiden. Vermeiden Sie Orte, an denen die Gefahr besteht ihn zu sehen, dazu gehören vor allem Lokalitäten, die sie in ihrer gemeinsamen Zeit oft zusammen besucht haben. Freunde sind in dieser Situation überlebensnotwendig, lassen Sie sich ablenken, unternehmen Sie gemeinsam etwas, fahren Sie vielleicht sogar in einen Urlaub! Feiern ist das A und O. Gehen Sie gemeinsam auf die Piste und lernen Sie neue Leute kennen. Aber denken Sie daran, nur Verdrängen hilft Ihnen auf Dauer nicht weiter, wenn Ihnen nach Weinen und Trost zu Mute ist, dann lassen Sie es auch raus, Ihre Freunde werden dafür auf jeden Fall Verständnis haben. Und kleiner Tipp am Rande: Wenn Sie stark genug sind, löschen Sie seine/ihre Handynummer, damit Sie in schwachen Momenten nicht auf die Idee kommen ihn/sie anzurufen.
Trauerbewältigung
Dass das mit dem Ablenken nur begrenzt funktioniert, haben wir ja bereits festgestellt. Wenn Sie soweit sind, an ihren Ex-Partner denken zu können, ohne in Tränen auszubrechen, wird es Zeit die Beziehung zu reflektieren. Denn, wenn man sich ehrlich eingesteht, kommt so eine Trennung ja meist nicht aus heiterem Himmel. Wir Menschen neigen dazu, die schlechten Dinge zu verdrängen und die Guten zu heroisieren. Versuchen Sie die vergangene Zeit neutral zu betrachten, haben Sie sich manchmal nicht doch falsch verhalten? Oder war Ihr Ex im Nachhinein betrachtet, wirklich dieser großartige Mensch, dem Sie so verzweifelt nachtrauern? Hatte er nicht auch die ein oder andere Angewohnheit, die Sie schier wahnsinnig gemacht hat? Im besten Fall, wird Ihnen langsam klar, dass Ihre Beziehung doch nicht nur aus Eitel Sonnenschein bestand und Sie etwas Besseres verdient haben. Im schlechtesten Fall stellt sich heraus, dass diese Beziehung wirklich etwas Außergewöhnliches gewesen ist und nur dann lohnt es sich um den Ex-Partner zu kämpfen. Aber Vorsicht: Bedrängen Sie ihn/sie nicht, sondern schlagen Sie ein Gespräch an einem neutralem Ort vor. Handyterror oder Stalking kommen meist nicht so gut. Sollte sich während dieses Gesprächs herausstellen, dass sich Ihr Gegenüber trotz aller Argumente nicht auf eine erneute Beziehung einlassen will oder sogar wieder vergeben ist, müssen Sie das wohl oder übel akzeptieren.
Eine kleine Hilfe kann es außerdem sein, wenn Sie einen fiktiven Brief an Ihre ehemalige Liebe verfassen. Schreiben Sie sich alles von der Seele, was Sie aufregt, enttäuscht hat oder bewegt. Sparen Sie dabei nicht an Kraftausdrücken, alles was Ihnen hilft und gut tut, ist erlaubt. Schicken Sie den Brief allerdings nicht ab, er ist nur für Ihr eigenes Seelenheil gedacht.
Mit Homöopathie gegen Liebeskummer
In einigen Fällen können auch alternative Heilmittel wahre Wunder bewirken. Ähnlich wie bei Depressionen, helfen Sie Ihnen, sich auf natürliche Art und Weise zu beruhigen und den Blick wieder klarer für das Wesentliche zu machen. Das Besondere, bei der Homöopathie wird nicht der Kummer an sich geheilt, sondern der Mensch. Um professionelle Hilfe zu bekommen, können Sie z.B. bei Ihrer Krankenkasse nach geeigneten Heilpraxen in Ihrer Nähe nachfragen, die Kosten werden allerdings nur von privaten Kassen oder wenn Sie eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen haben, übernommen. Dort wird man Sie individuell beraten und auf Ihre spezielle Situation eingehen. Vielleicht würde Ihnen auch eine Selbsthilfegruppe gut tun. Dort treffen Sie Menschen mit den gleichen Problemen und können sich darüber austauschen, wie die den Trennungsschmerz verarbeiten. Adressen finden Sie im Internet oder im Telefonbuch.
Das Leben geht weiter
Und genau das müssen Sie sich bewusst machen! Okay, Ihr Ex ist nun nicht mehr Teil Ihres Lebens und das schmerzt. Aber dafür werden neue Menschen in Ihr Leben treten und Sie werden sich garantiert auch wieder verlieben. Deshalb bringt es auch nichts, sich zu Hause ein zu igeln und sich gehen zu lassen. Auf gar keinen Fall sollten Sie auf die Idee kommen, Ihren Job zu kündigen oder ähnlich drastische Maßnahmen zu ergreifen. Diesen Teufelskreis betreten Sie besser gar nicht erst, denn je weniger Sie mit sich selbst zufrieden sind, desto weniger sind es die Anderen. Apropos, wenn Sie sich auf eine neue Partnerschaft einlassen, fragen Sie sich ernsthaft, ob das nur eine Trotzreaktion auf die Trennung ist. Beantworten Sie diese Frage für sich mit Ja, sollten Sie auch ehrlich zu Ihrem neuen Partner sein, es wäre nicht fair im wahre Gefühle vorzuspielen. Wenn nicht, dann herzlichen Glückwunsch, willkommen zurück im Leben! Eine neue Partnerschaft ist aufregend und wird Ihnen helfen, die Trauer um Ihren Ex ganz schnell zu vergessen und damit ist wirklich nur die Trauer gemeint, nicht die gemeinsame Zeit, da diese immer ein Teil von Ihnen sein wird. Den Kontakt zum Ex sollten Sie aber trotzdem weiterhin vermeiden, eine Freundschaft funktioniert nur in den seltensten Fällen und Ihr neuer Partner wäre sicher auch nicht gerade begeistert. In diesem
Fall hilft Ihnen vielleicht ein kleines Sprichwort weiter:
„Mach dir keine Gedanken um die Menschen in deiner Vergangenheit, denn es gibt Gründe warum sie es nicht in deine Zukunft geschafft haben.“