Etwa zwei Prozent der Bevölkerung sehen einen Buchstaben oder eine Zahl und bringen mit diesen automatisch in ihren Gedanken eine Farbe in Verbindung, diese Fähigkeit wird in der Fachsprache als Synästhesie bezeichnet. Die Ursache für die Synästhesie liegt in einer Vermehrung der sogenannten grauen Gehirnsubstanz in zwei Gehirnregionen, die für die Farbwahrnehmung und die Verknüpfung von Sinneseindrücken verantwortlich sind.
Da Synästhesie familiär gehäuft auftritt, wurde bisher angenommen, dass diese erblich bedingt ist. Eine schottische Studie an 600 Schulanfängern konnte nun jedoch unter Beweis stellen, dass Synästhesie auch erlernbar ist. Da sich Synästhetiker besonders gut an synästhetische Wahrnehmungen erinnern können, wirft sich nun die Frage auf, ob sich die Gedächtnisfähigkeit wohlmöglich durch antrainierte Synästhesie verbessern lässt. Negativ zu werten ist beispielsweise, dass eine vorhandene Synästhesie auch ablenkend wirken kann und die Konzentrationsfähigkeit somit auch in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.