Sind Sie auch ein Perfektionist? Perfektionisten zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie mit ihren Leistungen nur selten zufrieden sind, ständig auf der Suche nach Anerkennung sind und in Verzweiflung ausbrechen, wenn ihnen ein Fehler unterläuft. Perfektionisten werden gerne eingestellt, denn mit ihrem Engagement bringen sie die Wirtschaft voran. Nur ihre eigene Gesundheit bleibt oft auf der Strecke.
Die Ursache für übertriebenen Perfektionismus liegt meist in der Kindheit: Wer heute keine Fehler an sich zulassen kann, der kommt mit aller Wahrscheinlichkeit aus einem sehr leistungsorientierten Zuhause. Diese Kinder müssten schon früh den hohen Standards der Eltern gerecht werden und begegneten dabei gleichzeitig emotionaler Kälte und Geringschätzung.
Wenn dies der Fall war, kann sich ein dysfunktionaler, ungesunder Perfektionismus entwickeln, der vor allem dadurch geprägt ist, dass die Betroffenen nicht mit Misserfolgen umgehen können. Die Angst zu versagen bündelt sich zudem meistens mit einem geringen Selbstwertgefühl. Unter diesen Voraussetzungen können sich leicht psychische Störungen wie Ess- oder Zwangsstörungen entwickeln. Auch Depressionen werden oft durch dysfunktionalen Perfektionismus ausgelöst.
Viele Betroffene suchen mit ihren Problemen erst in letzter Minuten einen Psychologen auf, dabei gibt es für Probleme dieser Art ein großes Netzwerk mit Hilfsangeboten. In vielen Fällen werden die Behandlungen solcher psychischen Störungen auch von der Krankenkasse übernommen.
Was jedoch nicht unerwähnt bleiben darf ist, dass es auch positiven Perfektionismus geben kann. Das Streben nach höchster Vollendung bringt auch talentierte Künstler, Spitzensportler, Wissenschaftler und sozial engagierte Menschen hervor, die mit ihren Möglichkeiten Gutes für die Gesellschaft tun. In diesen Fällen ist Perfektionismus funktional und kann durchaus als gesund bezeichnet werden.