Bei Affen ist es schon länger bekannt: Der soziale Rang innerhalb der Gruppe wirkt sich positiv nicht nur auf das Wohlbefinden, sondern auch auf die Lebenserwartung aus. Doch lassen sich diese Ergebnisse ohne Weiteres auf den Menschen übertragen? Ja, beantworten die Ökonomen Andrew Oswald und Matthew Rablen die Frage. Für ihre Studie wählten sie eine überschaubare Gruppe: die Nobelpreisträger in den Jahren zwischen 1901 und 1950. Als Kontrollgruppe dienten diejenigen Wissenschaftler, die zwar für den prestigeträchtigen Preis nominiert, jedoch letztendlich leer ausgegangen waren.
Der Unterschied war verblüffend. Die Preisträger lebten im Schnitt um eineinhalb Jahre länger, nämlich 77,2 Jahre. Noch deutlicher wurde der Unterschied, als Oswald und Rablen nur die Preisträger aus jeweils einem Land miteinander verglichen, um so die unterschiedliche nationale Lebenserwartung zu berücksichtigen. Oswald sagt zu den Ergebnissen: "Gesellschaftliches Ansehen scheint wie eine Art Gesundheitsmagie zu wirken. Nach den statistischen Korrekturen schenkt der Gang über die Bühne in Stockholm einem Wissenschaftler rund zwei Jahre zu seinem Leben hinzu. Wie das genau geschieht, wissen wir allerdings leider auch nicht."
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