Häufig wird es einfach als Begleiterscheinung der Pubertät abgetan, wenn Kinder oder Jugendliche sich zurückziehen und nur noch sehr sporadisch am sozialen Leben teilnehmen. Teilweise gelten diese Kinder sogar als angenehm, weil sie im Gegensatz zu hyperaktiven oder aufmüpfigen Mitschülern nicht den Unterricht stören. Doch nicht selten steckt eine psychische Störung hinter der extremen Zurückhaltung.
Kinder oder Jugendliche, die unter einer sozialen Phobie leiden, beteiligen sich in der Schule auffallend wenig bis gar nicht. Außerdem haben sie nur einen sehr kleinen Freundeskreis oder unternehmen gar nichts mit Gleichaltrigen. Auch ein auffälliges Verhalten im familiären Zusammenleben könnte ein erstes Anzeichen sein.
Die Gründe für eine soziale Phobie sehen Experten zum Einen in besonderen sozialen Erfahrungen, die Betroffene gemacht haben. Dazu zählen beispielsweise Hänseleien oder Demütigungen. Zum Anderen können aber auch extreme Schüchternheit und Ängstlichkeit gegenüber neuen Situationen in der Kindheit als Auslöser gesehen werden.
Wenn die Schüchternheit so stark ausgeprägt ist, dass sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt, und wenn ein extrem zurückhaltendes Verhalten über einen Zeitraum von sechs Monaten zu beobachten ist, ist es wahrscheinlich, dass eine soziale Phobie vorliegt. Um Depressionen oder anderen Folgeerkrankungen zu verhindern, ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder aufmerksam beobachten und gegebenenfalls einen Arzt um Rat fragen, der dann wiederum eine geeignete Therapiemethode vorschlagen kann.
von Jessica S.