Die Beere der Sanddornpflanze ist unscheinbar, teilweise unbekannt und daher in Deutschland die meiste Zeit uninteressant gewesen.
Es ist nicht besonders weit verbreitet, dass die Pflanze in der DDR intensiv kultiviert wurde. Mit dem Mangel an Obstsorten wie Orangen und Zitronen ging der Mangel an Vitamin C einher, der durch die sehr Vitamin-C-reiche Sanddornbeere ausgeglichen werden musste. Sanddorn ist meist als Wildwuchs auf heimischen Böden bekannt gewesen. Er ist anspruchslos und benötigt lediglich viel Licht bei sandigem, kargem Boden und ist daher eigentlich für großflächigen Anbau geeignet.
Die Kultivierung auf riesigen Anbauflächen wurde nach der Wende zugunsten exotischer Vitamin-C-Lieferanten eingestellt und die Beere geriet in Vergessenheit.
Vor etwa zehn Jahren, als der Trend die Suche nach regionalen Produkten ankurbelte, wurde der Sanddorn dann wiederentdeckt. Seit einigen Jahren werden seine Beeren in Säften, Marmeladen, Likören, Mus oder für Müsli ausgepresst, püriert oder getrocknet.
Die wachsende Beliebtheit der Beere ist eigentlich kein Wunder, ist sie doch als Vitaminbombe deutlich Vitamin-C-reicher als die Zitrone. Haben Zitronen durchschnittlich 50 Milligramm Ascorbinsäure pro 100 Gramm, enthält Sanddorn, abhängig von der Sorte, zwischen 200 und 900 Milligramm Vitamin C. Hinzu kommen die Vitamine B12, E und A, von denen das erste sonst nur in Fleisch vorkommt und das letzte gerne in der Kosmetikindustrie eingesetzt wird.
Der Geschmack des Sanddorns ist gewöhnungsbedürftig, wenn man ihn nicht kennt. Durch das saure Aroma ist er jedoch vielfältig einsetzbar, sowohl für die süße als auch die herzhafte Küche, wo er vielen Gerichten das besondere Extra gibt.
Der Grund dafür, dass Sanddorn meist in bereits verarbeiteter Form angeboten wird ist, dass sich die Ernte recht mühsam gestaltet. Beim Pflücken werden die empfindlichen Früchte schnell zerdrückt, weswegen aufwendige Frostmethoden notwendig sind, um die Zweige im Ganzen abzuschneiden und die Früchte anschließend in gefrorenem Zustand davon zu trennen. Als Alternative werden die Früchte durch den Einsatz spezieller Handpressen direkt am Strauch ausgepresst.
02.02.2012, Marina G.