Viele denken beim Thema Rheuma gar nicht daran, dass auch Kinder von dieser Krankheit betroffen sein können. Die meisten sind der Meinung, dass es sich dabei um eine Krankheit handelt, die vor allem mit dem Verschleiß der Gelenke zu tun hat und somit eher ältere Menschen trifft. Doch dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil: Es gibt viele junge Menschen, bei denen Rheuma diagnostiziert wird. Bei einem Großteil der Patienten bricht die Krankheit vor dem 40. Lebensjahr aus. Und nicht nur junge Erwachsenen, auch Kinder kommen immer häufiger mit rheumatischen Symptomen zum Arzt.
Dabei wird die eigentliche Rheuma-Erkrankung viel zu häufig als Sportverletzung verkannt und die auf dieser Fehldiagnose aufbauende Therapie oder unnötige Operationen verschlimmern die Symptome oftmals. Deswegen ist es wichtig, dass man mit Kindern, die über wiederkehrende starke Schmerzen im Gelenk, welches zudem noch dick wird, klagen, zu einem Rheumatologen geht. Immer wiederkehrendes Fieber kann ebenfalls ein Anzeichen für Rheuma sein.
Die gute Nachricht ist, dass man, wenn man sein Kind früh von Fachärzten behandeln lässt, gute Aussichten darauf hat, dass die Beschwerden künftig keine große Alltagsbeeinträchtigung darstellen. Auch Operationen sind dank der mittlerweile guten Therapiemöglichkeiten mit Medikamenten nur noch selten notwendig. Wie gut eine Medikamenten-Therapie anschlägt, ist dennoch häufig davon abhängig, wie früh die Krankheit erkannt wird, denn gerade bei Gelenken, die sich noch im Wachstum befinden, ist das Risiko einer lebenslangen Beeinträchtigung groß.
Die medikamentöse Therapie wird häufig mit biologisch hergestellten Substanzen (Biologika) vorgenommen. Diese lassen die Entzündung zurückgehen und verhindern die dauerhafte Zerstörung des Gelenks. Aber auch andere Medikamente, wie zum Beispiel Kortison oder Methotrexat kommen zum Einsatz. Erst wenn die Entzündung durch eine Medikamenten-Therapie nicht zu bekämpfen ist, muss operiert werden.