Die moderne Zivilisation gibt die romantische Vorstellung vom Suchen und Finden der Liebe immer mehr auf. Anstatt den Partner fürs Leben im Alltag zu suchen und sich dabei auf die Intuition zu verlassen, melden sich Singles immer öfter bei Singlebörsen im Internet an.
Partnerbörsen versprechen den Nutzern, dass sie durch die Angabe wichtiger Eckdaten und deren Korrelation mit den Angaben einer anderen Person zum gewünschten Lebenspartner finden. Zu den Eckdaten gehören die eigenen Interessen und Vorlieben sowie die Wünsche an den Partner. Aus angeblich wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen über das Geheimnis funktionierender Beziehungen werden Algorithmen abgeleitet, die zwei zueinander passende Menschen zusammenbringen sollen. Es wird der Anschein erweckt, dass eine Mischung aus Merkmalen, die sich überschneiden und Gegensätzen, die sich anziehen und die Partnerschaft spannend und lebendig erhalten sollen, die Basis für eine Beziehung sein kann.
Neue US-Studien stellen den Erfolg dieser Algorithmen jetzt in Frage. Diese können nämlich nicht vorhersagen, ob eine Beziehung erfolgreich sein wird oder nicht. Nur weil sich Personen ähneln, sind sie nicht zwangsläufig die richtigen, zueinander passenden Lebenspartner, die eine glückliche, langfristige Beziehung führen werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Art Probleme anzugehen und zu lösen die Beziehung viel eher positiv beeinflussen als ähnliche Charaktermerkmale. Kriterien für eine glückliche Partnerschaft gibt es daher tatsächlich. Bloß, dass sie mit den Methoden der Partnerbörsen kaum auszumachen sind.
Ein weiteres Problem ist, dass Menschen die eigene Darstellung oft beschönigen und dadurch verfälschen. Kommt der fehlende persönliche Kontakt zwischen den Suchenden hinzu, sinkt die Wahrscheinlichkeit, das schnell richtigzustellen. Missverständnisse und falsche Einschätzungen des Anderen sind die Folge.
Marina G., 15.03.2012