In Deutschland erklären sich immer noch sehr wenig Menschen dazu bereit, nach ihrem Tod als Organspender zum Lebensretter zu werden. Zum Einen ist dieser Zustand wohl der Unwissenheit, wie man zum Organspender wird, geschuldet. Zum Anderen haben viele aber auch einfach eine große Scheu davor, sich zu verpflichten, nach dem Tod alle ihre Organe zur Transplantation zur Verfügung zu stellen. Das ist jedoch ein Missverständnis. Nur, weil man sich zu einer Organspende bereit erklärt, heißt das in keinem Fall, dass man alle Organe spenden muss.
Um für mehr Aufklärung und damit auch für mehr Bereitschaft zum Spenden zu sorgen, ist die Politik seit Langem auf der Suche nach einer Lösung. Nun ist eine Idee, dass jeder Bundesbürger mindestens einmal in seinem Leben gefragt wird, ob er zum Organspender werden will. Die Politiker versprechen sich davon, dass man sich zumindest einmal mit dem Thema auseinandersetzt und sich vielleicht auch weitergehend informiert. Diese Entscheidung ist freiwillig und könnte auf die Bürger in Zukunft vielleicht beim Führerscheinerwerb oder bei der Beantragung von Pass oder Ausweis zukommen.
Eine zweite Option, die jedoch nur von einer Minderheit befürwortet wird, ist, dass alle Bundesbürger von Vornherein zu Organspendern gemacht werden und sie sich nur aus dieser „Verpflichtung“ lösen können, wenn sie dieser vor ihrem Tod ausdrücklich widersprechen. Für die meisten Politiker ist dies jedoch nicht der richtige Weg, denn es gibt viele Nachteile. Ein besserer Weg ist es den Gegnern zufolge, durch mehr Werbung und Aufklärung für eine größere Akzeptanz zu sorgen und nicht auf die Faulheit der Menschen zu hoffen.
Eine Entscheidung für eine Neuerung in der Organspenderegelung wird definitiv in naher Zukunft fallen. Es ist relativ wahrscheinlich, dass sich die Gesundheitsminister mehrheitlich für die erste Lösung entscheiden werden.