Das menschliche Auge ist ein komplexes Konstrukt. Es besteht aus vielen verschiedenen Teilen, die miteinander verbunden sind. Der Glaskörper, der sich als gallertartige Masse zwischen Linse und Netzhaut befindet, wird mit zunehmendem Alter immer kleiner und sinkt im Auge nach unten. Normalerweise geht dieser Prozess ohne Probleme vonstatten, da sich der Glaskörper relativ einfach von der Netzhaut ablöst. In manchen Fällen, funktioniert diese Ablösung jedoch nicht so problemlos, sodass der Glaskörper an der Netzhaut regelrecht zerrt und ein Riss entsteht.
Die Gefahr eines solchen Netzhautrisses besteht darin, dass sich die Netzhaut von ihrer Versorgungsschicht trennt. Das geschieht durch das Eintreten von Wasser durch den Riss in den Zwischenraum von Netzhaut und Augenwand. Wenn die Netzhaut vollkommen von der Versorgungsschicht abgelöst ist, ist das Risiko der Erblindung des betroffenen Auges groß. Aus diesem Grund und weil ein Netzhautriss sich nicht durch Schmerzen äußert sollte man sehr sensibel für erste Anzeichen sein und gegebenenfalls direkt einen Augenarzt aufsuchen.
Erste Symptome eines solchen Netzhautrisses können zum Beispiel Lichtblitze sein, die entstehen, wenn der Glaskörper an der Netzhaut zieht. Wenn bereits ein Riss entstanden ist, sind Symptome wie Rußregen, ein dunkler Vorhang im Sehfeld oder Nebelerscheinungen häufig.
Ein Netzhautriss tritt bei ca. 5% der Bevölkerung auf. Doch nicht nur Menschen ab einem Alter von 40 Jahren gelten als besonders gefährdet. Auch andere Faktoren, wie Kurzsichtigkeit (besonders bei -4, -5 Dioptrien), Diabetes, vorangegangene Operationen wegen grauen Stars oder Verletzungen des Augapfels, die zum Beispiel durch einen Schlag auf das Auge verursacht werden können, gelten als Risikofaktoren. Deshalb sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt vorgenommen werden. Auch wer seine Kurzsichtigkeit durch eine Lasertherapie beseitigen lassen hat, ist weiter gefährdet, da eine solche Therapie nicht die besondere Anatomie des Auges, die bei einer Kurzsichtigkeit gegeben ist und ausschlaggebend für einen Netzhautriss sein kann, verändert.
Die Behandlung eines Netzhautrisses ist ganz unterschiedlich und geschieht meistens durch operative Eingriffe, die sowohl klein als auch aufwändiger sein können. Je nachdem wie groß der Riss ist oder wie weit fortgeschritten die Netzhautablösung ist, entscheidet der Arzt, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.