Damit die Liste der Zusatzstoffe auf den Lebensmittel nicht zu sehr an einen Exkurs ins Chemielabor erinnern, setzten immer mehr Lebensmittelhersteller auf „Clean Labels“. Diese Lebensmittel scheinen nach außen hin ohne Aroma- und Konservierungsstoffe auszukommen, aber in der Mehrzahl der Produkte stecken Substanzen, die das Gleiche bewirken wie die Zusätze aus dem Chemielabor.
EU weit gibt es für die Verwendung von Zusatzstoffen klare Vorschriften: der Einsatz von Konservierungsstoffen, Aromen, Geschmacksverstärker und Farbstoffen muss auf der Packung kenntlich gemacht werden. Allerdings gibt es auch ein paar Ausnahmen, die sich die Unternehmen für ihre „sauberen Etiketten“ zunutze machen. Es gibt Zusätze, welche nicht zusätzlich gekennzeichnet werden müssen, da sie ohne Chemieeinsatz entstanden sind. So bewirkt die Zutat Hefeextrakt, genau wie das altbekannte Glutamat, eine Verstärkung des Geschmacks.
Bei Haltbarmachung von Produkten wird ebenso getrickst. Statt dem zu kennzeichnenden Konservierungsmittel E 200 greifen die Hersteller auf Säuerungsmittel und Sauerstoffhemmer zurück. Diese fallen dem Laien beim Studieren der Zutatenlisten nicht sofort ins Auge. Wer sich von dem Werbeslogan „100% frei von künstlichen Aromen“ zum Kauf eines Produkts verleiten lässt, wird auch hier häufig enttäuscht. Die Produkte enthalten in den meisten Fällen natürlich Aromen, welchen mit Hilfe von Schimmelpilzen oder Zedernöl hergestellt werden. Mit „echtem“ Aroma hat das leider auch nichts zu tun.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich nicht auf die Werbesprüche verlassen, sondern sich die Zutatenliste angucken. Ist diese Liste lang und unverständlich, dann hat der Hersteller zu großer Wahrscheinlichkeit Geschmacksverstärker oder Aromen verwendet.