Stehen bedeutet für den Körper den ständigen Kampf gegen die Schwerkraft und beansprucht den gesamten Halteapparat sowie das Gefäßsystem des Menschen. Die Folgen betreffen fast alle Organe. Neben Muskulatur und Gelenken wird auch das Herz-Kreislauf-System extrem belastet, da sich alles Blut in den Beinen ansammelt – Krampfadern, Minderdurchblutung, Verspannungen und Bandscheibenvorfälle sind nur ein paar der möglichen Folgen. Betroffen sind vor allem Beschäftige im Verkaufs- und Gastronomie-Gewerbe.
Um dies zu vermeiden ist Bewegung das A&O. Sooft wie möglich sollte die Stehposition variiert werden, im besten Falle können Sie sogar etwas herumlaufen, wenn dies nach Absprache der Kollegen und des Vorgesetzten möglich ist. Auch das Tauschen der Aufgaben unter den Mitarbeitern sorgt für Abwechslung und Bewegung. Aber ein Aufgabenwechsel ist nicht immer möglich. Die Landesanstalt für Arbeitsschutz in Düsseldorf empfiehlt in diesem Falle so genannte Stehhilfen bereitzustellen, die eine halb stehende, halb sitzende Körperhaltung ermöglichen und den Körper somit entlasten können.
Das Argument dagegen, dass solche Stehhilfen unansehnlich wären und Kunden abschrecken würden gilt heute nicht mehr – stattdessen führt das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung zu mehr Verständnis. Weitere Schutzmaßnahmen gegen die unangenehmen Folgen langen Stehens kann ein elastischer Untergrund sein. Dies kann durch Steharbeitsmatten und ergonomische Bodenbeläge erreicht werden.
Trotzdem bleibt das wichtigste die Eigenbewegung - so gut es geht auf der Arbeit und am besten nach Feierabend mit sportlicher Betätigung.
Auch auf gutes Schuhwerk sollten Sie achten. Ein guter Schuh entlastet enorm. Dabei sind vor allem ein gutes Fußbett und die optimale Passform von entscheidender Bedeutung. Hohe Absätze verschlimmern die Problematik nur noch. Unser Körpergewicht ruht normalerweise zu 90% auf dem Fersenbein - ein hoher Absatz kippt das ganze Gewicht auf den schwachen Vorderfuß und die natürliche Balance des Körpers wird beeinträchtigt, was wiederum eine erhöhte Muskelarbeit erfordert.
Kompressionsstrümpfe sind nicht gerade sexy, beugen aber dicken Füßen nach Feierabend und langfristigen Venenleiden vor. Fehlende Bewegung führt dazu, dass das Blut schlechter zum Herzen zurückgeführt wird und in den Venen zurückbleibt - die Schmerzen lassen nicht lange auf sich warten. Dieses Problem haben vor allem Frauen, da sie ein schwächeres Bindegewebe als Männer aufweisen.
Ein guter Arbeitgeber erkennt die Probleme seiner Mitarbeiter und sollte ihnen jede Stunde für ein paar Minuten gestatten, die Beine hochlegen zu dürfen - natürlich im Pausenraum.