Für Schmerzpatienten und Menschen, die unter Depressionen oder Schlafstörungen leiden, gibt es neue Hoffnung. Eine neuartige Therapieform soll bei verschiedensten Beschwerden Linderung verschaffen. Der Adrenalinkick, der durch den kurzzeitigen Aufenthalt in einer Kältekammer ausgelöst wird, wird von den Kammergängern als angenehm empfunden. Darüber hinaus soll die Kälte schmerz- und entzündungshemmend wirken, indem sie bestimmte Mechanismen freisetzt.
Bei der Therapie mit der Kältekammer, wird in der Regel ein bestimmtes Vorgehen praktiziert. Dabei werden die Patienten nach und nach in immer kältere Räume geschickt, damit sie sich langsam an die Temperatur gewöhnen können. In der kältesten Kammer sind dann nur noch langsame Bewegungen erlaubt, um den Körper nicht zu überfordern. Man kann zum Beispiel langsam im Kreis gehen. Während der gesamten Therapiezeit kühlt sich die Haut auf bis zu 5 Grad ab. Die Körpertemperatur bleibt jedoch dank der Gegenregulation weitestgehend gleich. Wichtig ist, dass bei einer solchen Therapie immer Kontakt zu einer ärztlichen Aufsicht besteht, sodass im Notfall schnell eingegriffen werden kann. Auch aus diesem Grund raten Experten von der Nutzung einer solchen Kammer ohne ärztliche Betreuung ab.
Wer den Gang in die Kältekammer wagt, muss außerdem Hände, Ohren und Mund vor den eisigen Temperaturen schützen. Ansonsten ist man in der Regel lediglich mit Badekleidung bekleidet. Auch die Haare und die Haut müssen trocken sein, um Erfrierungen zu vermeiden. Schmuckstücke jeglicher Form sowie Pflaster und Kontaktlinsen müssen ebenfalls abgelegt werden. Bluthochdruckpatienten wird der Kammergang generell eher nicht empfohlen.
Der Effekt einer solchen Kältetherapie kann von Patient zu Patient unterschiedlich ausfallen. Auch bei Hauterkrankungen wurden positive Effekte beobachtet. Vor allem für Rheumapatienten ist es wichtig, dass sie sich in der ersten Zeit, nachdem sie aus der Kühlkammer gekommen sind, aktiv bewegen. Teilweise wird diese Therapieform auch mit Physiotherapie verbunden.