Menschen mit Iatrophobie haben nicht nur Angst vor ambulanten Eingriffen oder Operationen, sondern auch vor Routine- sowie Vorsorgeuntersuchungen. Steht ein Besuch beim Arzt an, haben diese Personen feuchte Hände und Schweißausbrüche, wenn die Angst nur leicht ausgeprägt ist. Schlimmer ist es, wenn angesichts eines Arztbesuches Panikattacken oder Herzrasen hinzukommen.
Die Angst vor dem Arzt ist eine endlose Schleife, denn wer nicht zur Vorsorge geht, der verschleppt schnell Krankheiten, die Symptome verschlimmern sich und können nicht mehr so leicht behandelt werden. Dadurch wird die Angst immer größer.
Schätzungen zufolge leiden ungefähr zwei Millionen Menschen in Deutschland unter Iatrophobie. Neben den gefürchteten Zahnärzten, ist die Angst vor Gynäkologen, Chirurgen oder Psychiatern besonders stark ausgeprägt. Die Ursache kann in der Kindheit liegen, wo schlechte Erfahrungen die Iatrophobie ausgelöst haben. Auch mangelhafte Schmerztherapie oder die Angst vor einer schlimmen Diagnose kommen als Ursachen in Frage.
Angstzustände dieser Art sollten in Zusammenarbeit mit einem Psychotherapeuten besprochen werden. Das Eingeständnis der Angst ist dabei der erste Schritt. Konfrontation, Entspannung, Verhaltenstherapie und das Wiedererlangen des Vertrauens in sich selbst sind weitere Schritte einer Therapie bei Iatrophobie.