Es regnet, es ist windig und alle sind erkältet – zwischen Wetter und Erkältungen scheint es einen kausalen Zusammenhang zu geben, so die weitläufige Annahme. Doch weit gefehlt! Für unsere Erkältungen sind vor allem Bakterien und Viren verantwortlich, die durch Kontakt mit unseren Mitmenschen in unseren Körper gelangen. Viele dieser Keime finden über die sogenannte Schmierinfektion Eintritt über die Schleimhäute. Einmal die Hände eines "Erkältungsopfers" geschüttelt und dann kurz die juckende Nase berührt und schon können die Keim, ihr nächstes Opfer infizieren. 80 Prozent aller Infektionen finden über die Hände statt. Umso wichtiger ist gründliches und regelmäßiges Händewaschen.
Das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg ist Erkältungsmythen näher auf den Grund gegangen und hat interessante Dinge herausgefunden.
Der erste Mythos: Warmes Wasser tötet Keime – das triff vielleicht auf kochend, heißes Wasser zu, nicht aber auf das wohltemperierte Wasser aus dem Hahn. Im Gegenteil: besonders heißes Wasser schädigt die natürliche Barriere der Haut und erleichtert den Bakterien so das Eindringen.
Am besten lässt sich den Bakterien mit Seife zu Leibe rücken. 30 Sekunden intensive Reinigung mit Seife (!) sind völlig ausreichend. Ohne Seife hingegen verbleiben die Bazillen weiterhin auf der Haut. Daher sei eine kurze "Handdusche" genauso effektiv und unhygienisch wie das Nichtwaschen der Hände, so die Experten aus Regensburg. Flüssigseife hat gegenüber einem Seifenstück den Vorteil, dass sie hygienischer ist. Letztere sei häufig schon durch den Gebrauch der Vorgänger kontaminiert. Die vielfach beworbenen antibakteriellen Seifen machten bei der Keimabwehr keine entscheidenden Unterschiede, eine gute Flüssigseife leiste den gleichen Dienst.
Maren S., 20.03.2012