Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DVGU) enden über ein Drittel der Arbeitsunfälle mit Handverletzungen. Dabei handelt es sich zumeist um oberflächliche Verletzungen der Hand wie z.B. Riss- und Stichwunden. Nicht selten kommt es jedoch auch zu schwerer wiegenden Verletzungen – sind Sehnen und Nerven betroffen kann es zu langfristigen Funktionseinschränkungen der Hand kommen. Der Gang zu einem Spezialisten für handchirurgische Eingriffe sollte unverzüglich erfolgen.
Menschliches Versagen Hauptursache
Leider ist die Hauptsache für Unfälle solcher Art immer noch menschliches Versagen, daher ist es von großer Bedeutung die Vorgaben des Arbeitsschutzes konsequent zu befolgen. Ablenkung, Unwissenheit im Umgang mit den Arbeitsgeräten oder Zeitdruck gelten oft als Ursache für die Verletzungen. Was dabei oft in Vergessenheit gerät ist die Routine. Auch ständig wiederkehrende Arbeitsabläufe erfordern die volle Aufmerksamkeit des Ausführenden – Arbeitsschutzvorrichtungen und andere Sicherungsmaßnahmen sind dabei oftmals lästig, aber dürfen unter keinen Umständen missachtet werden.
Die Vernachlässigung des Arbeitsschutzes ist das zentrale Problem bei einem Großteil der Arbeitsunfälle. Viele Unfälle könnten durch konsequente Beachtung dieser Sicherheitsregeln verhindert werden.
Was tun, wenn doch etwas passiert ist
Kommt es dennoch zu einem Unfall ist es vor allem wichtig schnell und überlegt zu handeln. Vor allem an den Händen befinden sich Sehnen, Nerven und die Blutgefäße dicht beieinander – so können selbst harmlos wirkende Verletzungen wie z.B. ein Stich große Schäden verursachen, die Motorik und Sensorik einschränken können.
Jetzt sollte schnell ein Notruf geschaltet werden, damit der Rettungsdienst die Verletzung unmittelbar versorgen kann. Treten massive Blutungen auf, was nicht selten der Fall ist, muss die Wunde desinfiziert und mit einem Druckverband versorgt werden. Techniken wie das Abbinden des Armes sind dabei längst überholt.
Ernstfall: Gliedmaßen wurden abgetrennt
Sollten möglicherweise sogar Gliedmaßen bei der Verletzung abgetrennt worden sein ist die richtige Vorgehensweise von besonderer Bedeutung um das abgetrennte Glied replantieren zu können.
Entgegen aller Annahmen, darf das Amputat unter keinen Umständen in Eis oder Wasser gelagert werden. Stattdessen muss es kühl und trocken aufbewahrt werden, am besten fest verschlossen in einem Plastikbeutel, der von außen gekühlt wird.
Unter diesen Voraussetzungen ist eine Rekonstruktion des abgetrennten Körperteils meistens möglich, hängt jedoch immer noch von Art der Verletzung und Zustand des Amputats ab.
Tiefe Wunden an der Hand sollten immer einem Spezialisten für Handchirurgie vorgeführt werden. Aber auch weniger schwere Verletzungen sollten zumindest durch einen Dienstarzt versorgt werden, um langfristige Folgen der Verletzung auszuschließen.