"Hamam" bedeutet "wärmen" und ist doch so viel mehr als nur das. Seit 5000 Jahren gibt es das Bad bereits. War es jedoch im Orient noch ein lauter Tempel zum Austausch von Klatsch und ein Ort zur Reinigung, Massage sowie zum Schwitzen, ist es heute eine Oase der Ruhe und Entspannung.
Der Unterscheid zur finnischen Sauna ist zunächst einmal die deutlich geringere Temperatur. Bei 45 Grad herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, die das Atmen erleichtert.
Die Besonderheit des Hamam ist die Rolle des Wassers. Aus Kupferschalen wird es über den gesamten Körper gegossen. Anschließend ist es üblich, auf dem sogenannten Göbektasi, einer beheizten Marmorplatte, eine Massage zu erhalten. Dabei erwärmt sich der Körper um etwa 0,5 Grad. Diese künstliche Temperaturerhöhung hält mehrere Tage und kurbelt das Immunsystem an.
Nach der Massage gibt es die Möglichkeit, eine Schaumreinigung zu erhalten, bei der jeder Teil des Körpers gründlich gereinigt wird. Anschließend werden alte Hautschüppchen durch einen rauen Handschuh entfernt, wodurch die Haut sehr weich und zart wird. Auch weitere Massagen und Ruhepausen sind üblich.
Trotz des Unterschieds zur Sauna ist ein Ausgleich des Wasserverlusts von etwa zwei Litern in den Ruhepausen notwendig.
Damit die Entspannung nicht zur Anspannung wird, sind hier wichtige Tipps zur Auswahl des Hamam-Bades aufgelistet:
Der wichtigste Faktor ist Hygiene, weil die nackte Haut direkt auf den Steint trifft und viel Wasser im Spiel ist. Schimmel ist da ein absolutes Tabu.
Um die Intimsphäre zu wahren, kann das Leinentuch um die Hüften bei jeder Behandlung umbehalten werden.
Hamam-Massagen sollten nur von professionell ausgebildeten Masseuren durchgeführt werden, um kein Risiko darzustellen.
Wichtig ist, dass der Hamam aus mehreren Räumen besteht und einen Ruheraum enthält.