Elf Prozent aller Fehltage werden heutzutage durch psychische Erkrankungen verursacht. Grund dafür sind der steigende Erfolgsdruck, Mobbing durch Kollegen und Vorgesetzte und totale Überforderung. Und doch lassen sich immer mehr Arbeitnehmer auf 60-Stunden-Wochen und unmögliche Arbeitsbedingungen ein. Aber warum?
Wer in der heutigen Arbeitswelt Erfolg haben will, muss an seine physischen und psychischen Grenzen gehen. Durch die Globalisierung steigt die Geschwindigkeit in vielen Branchen stark an, da die Unternehmen nun nicht mehr nur national, sondern weltweit unter einander konkurrieren. Um als Arbeitnehmer mithalten zu können, muss man sich immer häufiger auf befristete Arbeitsverhältnisse, ein nie endendes Dazulernen und eine, mit dem Privatleben kaum noch zu vereinbarende Flexibilität einlassen. Eine permanente Erreichbarkeit wird als selbstverständlich hingenommen, selbst wenn die Freizeit dabei gänzlich auf der Strecke bleibt.
Unser Wunsch nach Erfolg und Anerkennung ist so groß, dass wir das alles hinnehmen und unsere körperlichen Grenzen überschreiten. Und ein Ende dieses Wahnsinns ist nicht in Sicht.
Aber es gibt eine Gegenbewegung: das Downshifting. Ein Downshifter entscheidet sich bewusst dazu, einen Job anzunehmen, der weniger Verantwortung beinhaltete und mit einer schlechteren Bezahlung verbunden ist, dafür aber mehr Freizeit und weniger Stress verspricht. Personen, die diesen Weg wählen, waren in der Regel davor schon sehr erfolgreich und entschließen sich nun zu einem Leben entgegen den Trend.