Im Sport ist Doping schon lange ein Thema. Das jetzt auch immer mehr Arbeitnehmer Ihre Leistung mit illegalen Substanzen steigern wollen, ist neu. Doping am Arbeitsplatz war z.B. auch das Schwerpunktthema des alljährlichen Gesundheitsreports der Deutschen Angestelltenkasse (DAK), der im Februar 2009 veröffentlicht wurde.
Die Sucht des alkoholabhängigen Kollegen, der betrunken durch das Büro wankt, ist offensichtlich. Alkohol ist immer noch führend in der Suchproblematik am Arbeitsplatz. Weniger offensichtlich sind dahingegen die Medikamentenabhängigen, die jedoch gleich hinter dem Alkoholismus an zweiter Stelle liegen.
Harte und vor allem illegale Drogen wie Kokain und Heroin spielen am Arbeitsplatz kaum eine Rolle. Wer solche Drogen zu sich nehme, der könne nicht arbeiten, so ein Experte der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Cannabis würde da schon eher eine Rolle spielen, da es häufiger von jungen Mitarbeitern konsumiert werde, falle aber in den allgemeinen Statistiken kaum ins Gewicht.
Ganz anders sieht es dahingegen mit aufputschenden Mitteln aus, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Nicht selten handelt es sich dabei zudem um Medikamente, die verschrieben wurden. Ihr Konsum bleibt oft unentdeckt, ist aber langfristig ebenso gefährlich wie z.B. offen ausgelebter Alkoholkonsum. Medikamentenabhängigkeit ist zudem eher ein weibliches Problem. Von rund 1,5 Millionen medikamentenabhängigen Menschen sind zwei Drittel Frauen.
Drogen am Arbeitsplatz sind jedoch in vieler Hinsicht gefährlich. Während Alkoholkonsum dazu führt, dass Risiken nicht mehr erkannt werden und man die Beherrschung über seinen Körper verliert, haben Aufputschmedikamente zwar eine kurzfristige Wirkung, beeinträchtigen jedoch langfristig biochemische Prozesse im menschlichen Körper.
Suchtkrankheiten in deutschen Büros sind mittlerweile auch kein Tabuthema mehr. Statt mit Abmahnungen und Kündigung zu drohen, würden laut Experten immer öfter Versuche unternommen, den betroffenen Kollegen zu helfen. Was bei Alkoholabhängigen jedoch nicht hilft, ist der sogenannte Ko-Alkoholismus, bei dem das Umfeld den Kollegen deckt, seine Fehler ausbügelt, aber gegen die eigentliche Ursache des Problems nicht unternimmt.
Auslöser für diese Süchte können Über- aber auch Unterforderung am Arbeitsplatz sein, sind aber nicht zwangsläufig dort zu suchen. Jedes Unternehmen muss das Vorgehen bei Suchterkrankten für sich selbst entscheiden, denn eine Gesetzesgrundlage in diesem Bereich gibt es bisher nicht.