Personen, die an Arbeitssucht erkranken, merken es selbst meist lange nicht. Allmählich wird die Arbeit zum wichtigsten Faktor im Leben der Erkrankten. Die Angehörigen werden als erste auf die Entwicklung aufmerksam. Schätzungen gehen von etwa 400.000 Arbeitssüchtigen in Deutschland aus.
Arbeitssüchtige arbeiten bis zur völligen Erschöpfung, oft sogar ohne zu essen und zu trinken. Sie träumen nachts von unerledigter Arbeit und sind unruhig und gereizt. Dabei schaffen die Betroffenen nicht einmal besonders viel Arbeit. Arbeitssucht ist eine Frage von Leistungs- und Erfolgsfixierung. Die Angst davor, wenig zu schaffen, führt zu Kontrollverlust und Entzugserscheinungen, was der Arbeit wiederum abträglich ist.
Erkrankte können Arbeit nur schwer ablehnen, auch wenn bereits ein Berg unerledigter Aufgaben vor ihnen auf dem Schreibtisch liegt. Sie haben ständig das Gefühl zu wenig zu schaffen und schaffen immer weniger. Das schlechte Gewissen wird immer größer.
Betroffene haben die Möglichkeit zu einem Aufenthalt in einer Spezialklinik. In Selbsthilfegruppen, die es in einigen Städten bereits gibt, können sie über ihre Situation sprechen