Jeder hat den Begriff schon vielfach gehört. Doch was verbirgt sich genau hinter dem Messie-Syndrom? Abgeleitet ist er vom englischen Wort „mess“, das Unordnung und Durcheinander bedeutet. Die Vorsitzende des Vereins zur Erforschung des Syndroms sagt, dass Unordnung, Chaos und Desorganisation ihrer zeitlichen und räumlichen Umgebung die Hauptprobleme davon betroffener Menschen darstellen. Sie bezeichnet es außerdem als Handlungsstörung.
Es handelt sich in den meisten Fällen um Personen im mittleren Alter, wobei Frauen häufiger Hilfe suchen. Messie-Männer haben oft Frauen, die für sie aufräumen, wodurch das Problem zumindest in den eigenen vier Wänden erträglicher wird.
Das Syndrom hängt nicht von sozialem Status oder Beruf ab, da viele Messies zwar beruflich erfolgreich sind, jedoch im eigenen Haushalt scheitern. Es kommt sogar vor, dass sie in anderen Haushalten problemlos Ordnung schaffen können, während sie den eigenen in völligem Chaos versinken lassen. Unbrauchbare Gegenstände werden nicht entsorgt, weil keine Unterscheidung zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen erfolgt. Meterhoch werden Gegenstände gestapelt. Hygiene kommt zu kurz und ein Sammelzwang intensiviert das Chaos. Hinzu kommen die sich daraus ergebenden sozialen Probleme, weil Scham und Unzufriedenheit Kontakte erschwert.
Vermutet wird, dass das Chaos im Haushalt die innere Unordnung der Betroffenen widerspiegelt. Die einfachsten Alltagshandlungen werden zum Hauptgedanken, weil deren Bewältigung schwer fällt. Die Terminplanung fällt solchen Menschen unendlich schwer. Ohne Hilfe schwindet allmählich die Hoffnung, dass das eigene Leben irgendwann wieder geordnet, entwirrt und widerspruchslos wird. Es bleibt ihnen nur, sich an Gegenstände zu klammern, um irgendeine Form der Sicherheit zu erlangen.
Genaue Hintergründe des Messie-Syndroms sind noch ungeklärt. Ebenso gibt es keine offiziellen Empfehlungen für Therapien. Eine Verhaltenstherapie könnte jedoch dabei helfen, die Unsicherheit zu reduzieren und Bewältigungsstrategien zu erlernen.