Psychische Probleme scheinen in letzter Zeit so gravierend zu sein, dass sich immer mehr Arbeitnehmer deswegen krankschreiben lassen. Ausgelöst werden Sie mittlerweile oftmals durch die wirtschaftliche Lage und durch die damit verbundene Unsicherheit für die Beschäftigten.
In nur 10 Jahren habe es laut der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) einen Anstieg von über 70% in der Zahl der Krankschreibungen aufgrund von psychischen Problemen gegeben. Ein Ende des Trends sei bislang nicht absehbar, da diese Probleme in vielerlei Hinsicht auf die Veränderungen in der Arbeitswelt zurückzuführen seien.
Auffällig sei vor allem die Entwicklung unter den jungen Arbeitnehmern, insbesondere der Männer. Dort habe sich die Zahl der Fälle im Alter von 25 bis 29 Jahren mehr als verdoppelt. Bereits jeder siebte Arbeitnehmer sei aufgrund seiner psychischen Probleme in professioneller Behandlung. Jeder zehnte Krankheitstag falle mittlerweile wegen einer psychischen Erkrankung an, auch ein erheblicher Teil der Frühverrentungen sei drauf zurückzuführen.
Ursachen hierfür sind laut Experten der DAK Leistungsdruck, Zukunftsangst, Mobbing, Überforderung und Isolation, denen sich die Arbeitnehmer ausgesetzt sehen.
Gleichzeitig ist bei den Betroffenen die Bereitschaft gestiegen, aufgrund ihrer psychischen Erkrankungen zum Arzt zu gehen, da Depressionen und andere psychische Probleme mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert werden würden. Das Versorgungsnetz müsse daher weiter ausgebaut werden.
Insgesamt ist jedoch bei den Krankenständen der DAK-Mitglieder ein Entwicklungstrend nach unten zu erkennen. Im Schnitt waren sie nur noch 11,6 Tage krank gemeldet. Experten vermuten, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen werde, u.a. weil die Arbeitnehmer Angst vor der Arbeitslosigkeit hätten.